Donnerstag | 31. Mai 2012 | 01:14 Uhr
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  • James Bond 007: Ein Quantum Trost

    Thriller, Action | Großbritannien / USA 2008
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      • | Produktion: Dan Bradley (2nd Unit-Regisseur)

      • Nachdem er seine Karriere beim Film als Stuntman begonnen hat, ist Dan Bradley mit Action durchaus vertraut: Er hat einige der bahnbrechendsten Stuntsequenzen in der jüngeren Filmgeschichte geschrieben und inszeniert. EIN QUANTUM TROST ist der erste James-Bond-Film für Bradley. „Als ich angerufen wurde, um mich für einen Bond-Film vorzustellen, konnte ich es erstmal gar nicht glauben“, erinnert er sich. „Auf einmal war da wieder dieser 20-jährige Stuntman, der ich vor 30 Jahren war, und obwohl ich gerade meinen sechsten Film hintereinander beendet hatte und echt urlaubsreif war, wusste ich: Einen Job bei dem 22. Bond-Film darf ich um nichts auf der Welt verpassen!“

        „Die meisten Menschen wissen nicht, dass ich die meiste Action, die ich drehe, auch selbst schreibe“, erläutert Bradley. „Also war das Erste, was ich Marc fragte, ob es ihm etwas ausmachen würde, wenn ich mich mal an der Action in diesem Drehbuch versuchen würde. Glücklicherweise mochte er das, was ich im Kopf hatte. Durch diesen Prozess fanden wir heraus, dass wir am gleichen Strang zogen, was die Action in diesem Film betrifft.“

        „Eines der Dinge, an die ich glaube ist, dass wir nicht ständig Dinge ausprobieren sollten und alles so perfekt inszeniert wirkt wie möglich. Ich möchte, dass es sich so anfühlt, als hätten wir Glück gehabt, indem wir einen kleinen Funken verrückter Action einfangen. Ich möchte nicht, dass es sich wie ein Film anfühlt, in dem alles absolut perfekt dem Publikum präsentiert wird.“

        Dan Bradley verbrachte allein zwei Monate mit seiner 2nd Unit in Italien, um die Autoverfolgungsjagd und die Verfolgung auf den Dächern zu drehen. „Ich habe die Arbeit in Italien geliebt“, sagt er. „Die Locations waren atemberaubend, aber es hatte seinen Preis, den wir für diese tolle Szenerie zahlen mussten. Und das waren viele graue Haare. Die Logistik bei der Autoverfolgungsjagd über Straßen in den Bergen und an einem Seeufer brachte mit sich, dass wir immer nur sehr wenig Zeit hatten, um auf den Straßen unsere Aufnahmen zu bekommen. Und eine Autoverfolgungsjagd braucht Zeit. Jede Menge Zeit und je schneller man fahren möchte, desto mehr Zeit braucht man dafür. Meine Ambitionen wurden oft genug von der Realität gebremst.“

        „Ich liebe den Moment, in dem Bond die Fahrertür von seinem Aston Martin verliert“, schmunzelt Bradley. „Ich habe das noch nie zuvor bei einer Autoverfolgungsjagd gesehen. Mitten in der Jagd wird die Tür abgerissen und nun hat jeder Fahrer, der an ihm vorbeifährt, freie Schussbahn. Die Gefahr für sein Leben wird von Moment zu Moment größer. Ich liebe das. Ich liebe es, weil es neue Möglichkeiten innerhalb der Geschichte und für die Bedrohung von Bond eröffnet.“

        „Ich experimentiere eigentlich ständig mit den Möglichkeiten, Action so zu zerlegen, dass sie spontan und wirklich gefährlich im Gegensatz zur Realität wirkt“, sagt Bradley weiter. „Darum muss alles absolut sorgfältig choreographiert und immer wieder geprobt werden, damit alles sicher ist.“
        „Ich bin von Daniel Craig sehr beeindruckt“, gibt Bradley zu. „Er ist offensichtlich ein sehr talentierter und kompetenter Schauspieler, er hat eine fantastische Arbeitsmoral und ist bereit, für eine gute Aufnahme fast alles zu tun – inklusive seiner eigenen Stunts. Bei der Jagd über den Dächern von Siena gab es einige Sprünge über Straßen und Gassen hinweg auf den Dächern, die vier oder fünf Stockwerke hoch waren. Daniel hat es alles selbst gemacht. Er ist sogar durch ein Fenster gesprungen und fiel sechs Meter von einem Dach hinunter auf einen fahrenden Bus. Es war sehr beeindruckend.“

        „Ich strebe nach einer emotionalen und physischen Reaktion der Zuschauer und ich bekomme das, weil ich Szene für Szene immer wieder auswerte und beurteile. Das ist nicht einfach und das verlangt von meiner Crew, dass sie bei ihrem Denken und ihrer Arbeit die üblichen Pfade verlässt. Wenn einem etwas zu bekannt vorkommt, suche ich in aller Regel nach einem neuen Zugang.“

        „Jede einzelne Aufnahme soll vor meinem Bauchgefühl bestehen“, sagt er. „Löst sie in mir eine Reaktion aus? Fühlt sie sich gefährlich genug an? Oder doch eher inszeniert und künstlich? Geht das noch schneller?“

        „Es soll alles andere als eingängig sein. Es soll sicher sein, aber sich nicht sicher anfühlen. Man muss es sehen können, aber wenn man es zu leicht durchschauen kann, fühlt es sich für mich inszeniert an. Ich möchte nicht, dass die Zuschauer ein passives Seherlebnis haben – ich tue alles dafür, dass sie subversiv in eine aktive Teilnahme an dem Film gezwungen werden.“

        Wie das aussieht, erläutert Bradley folgendermaßen: „Jedes Mal, wenn sich jemand im Kino in seine Armlehne krallt, zusammenzuckt oder sich zur Seite lehnt, um etwas besser erkennen zu können, habe ich gewonnen. Diese Person ist dann kein passiver Zuschauer mehr, sondern er nimmt aktiv an dem Film teil.“

        „Es ist einfach eine unbeschreibliche Erfahrung, an einem Bond-Film zu arbeiten“, bringt er es auf den Punkt. „Schließlich ist der Erfolg Bonds und die schiere Langlebigkeit der Serie einzigartig. Es wird nie wieder eine andere Figur geben, die in dieser schnelllebigen Welt so erfolgreich und relevant sein wird.“


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