Donnerstag | 31. Mai 2012 | 01:14 Uhr
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  • James Bond 007: Ein Quantum Trost

    Thriller, Action | Großbritannien / USA 2008
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      • | Produktion: Chris Corbould (Special Effects Superv

      • Chris Corbould ist ein treuer Anhänger der 007-Serie. „Ich begann als Trainee mit 17 Jahren bei The Spy Who Loved Me (Der Spion, der mich liebte, 1977) und danach verließ ich die Firma, für die ich gearbeitet hatte und nahm meinen ersten Job bei Moonraker (Moonraker, 1979) an. Seitdem bin ich immer mit an Bord!“

        Corbould erläutert, wie er die Logistik für die Spezialeffekte bei einem Actionfilm wie EIN QUANTUM TROST aufstellt: „Wenn ich zum ersten Mal das Skript lese, versuche ich mir bereits vorzustellen, an welchen Stellen Spezialeffekte benötigt werden, danach teile ich die zwischen der 1st und 2nd Unit auf. Bei diesem Film war das besonders schwierig, denn während einer Phase hatten wir zwei Units, die in Panama gedreht haben, eine weitere, die den Dreh in Chile vorbereitete und drei andere, die die Arbeit in Italien vorbereiteten, während ich in sechs Hallen in den Pinewood Studios arbeitete. Unter logistischen Gesichtspunkten und was die Geografie und die Sicherstellung betrifft, die richtige Crew am richtigen Ort zur richtigen Zeit mit dem richtigen Equipment zu haben, war dies einer der schwierigsten Filme, an denen ich jemals beteiligt war. Mir stand ein Team von rund 80 Mitarbeitern zur Verfügung, aber ich wollte wann immer es möglich war, selbst vor Ort sein und so viel von den Tests und den Dreharbeiten mitbekommen wie möglich – also bedeutete das für mich, dass ich viel auf Reisen war.“

        Corbould und sein Team beginnen in aller Regel mit ihrer Arbeit mindestens fünf Monate vor dem Start der Dreharbeiten. „Hier war das schwierig, weil ich zu diesem Zeitpunkt noch an einem anderen Film beteiligt war“, erinnert er sich. „Ich hatte nur zwei Monate Zeit für meine Vorbereitung, aber mein Team arbeitete schon daran und erstattete mir regelmäßig Bericht.“

        Bei der Vorproduktion gehört Chris Corbould zu dem Team, das eng zusammenarbeitet, um das Skript auf der Leinwand lebendig werden zu lassen. „Das Drehbuch, das man am Anfang bekommt, unterscheidet sich normalerweise ziemlich von dem, was wir dann wirklich drehen. Die Autoren machen ihre Arbeit und dann kommen die anderen kreativen Menschen mit an Bord und ändern radikal viel in den paar Monaten vor Beginn der Dreharbeiten. Ich stelle Ideen für Spezialeffekte vor, wir probieren Dinge aus, die wir vorher noch nicht durchgeführt haben. Oftmals muss ich das Team in eine andere Richtung steuern, wenn es etwas machen will, das ich vorher schon mal irgendwo gesehen habe – schließlich will ich niemanden kopieren.“

        Auch Corbould arbeitete zum ersten Mal mit dem Regisseur Marc Forster zusammen. „Es war eine sehr interessante Erfahrung mit Marc“, sagt er. „Ich glaube, eins der interessantesten Dinge an ihm ist, dass er vorher noch nie einen Actionfilm inszeniert hat. Es war sehr nett, ihn daran zu beteiligen und ihm ein Gefühl und das Verständnis dafür zu vermitteln. Marc hat sehr klare Vorstellungen davon, was er sehen möchte, aber gleichzeitig ist er sehr offen für andere Ideen. Er ist ein guter Kerl, ich mag ihn sehr.“

        Über die Einbindung seiner Abteilung in die Bootsverfolgungsjagd, die in Colon in Panama gedreht wurde, gibt Corbould Folgendes zu Protokoll: „Wir hatten sehr viel damit zu tun, wir haben zum Beispiel Tricks realisiert, mit deren Hilfe wir die echten Fahrer der Boote versteckt haben. Daniel ist die meiste Zeit selbst gefahren, aber in manchen Szenen hätte die Versicherung da nicht mitgespielt und wir mussten einen Stuntfahrer einsetzen. Einen von ihnen brauchten wir für einen speziellen Stunt, der mit Daniel am Steuer etwas zu riskant gewesen wäre. Wir haben Boote, die über andere Boote springen und Explosionen, die die Außenborder in die Luft jagen. Eines der Boote vollführt einen Salto und wir haben eine ganze Weile gebraucht, um das richtig hinzubekommen: Unter Wasser haben wir ein Kabel verlegt, das sich an einem bestimmten Punkt ruckartig spannte, den Bug des Bootes nach hinten zog und es so zum Überschlagen brachte – für diese Sequenz mussten wir unter Wasser und am Flussufer eine Menge Mechanik anbringen.“
        Für die Innenaufnahmen in dem DC3-Flugzeug, in dem Bond und Camille von Geschützfeuer beschossen werden, musste das Special-Effects-Team eine Vorrichtung von Grund auf bauen, die ein Flugzeug außer Kontrolle simulieren konnte. Diese Vorrichtung wurde vor einer Blue Screen auf einer Koppel mit Wassertanks in den Pinewood Studios gefilmt. „Wir wollten die Illusion erzeugen, dass die DC3 sich gerade in einem Luftkampf befindet“, erläutert Corbould. „Unsere Vorrichtung hatte die Eigenschaft, sich von der Horizontalen in die Vertikale kippen zu lassen und sich um sich selbst zu drehen. Es machte eine Menge Spaß, mit dieser Hydraulik zu arbeiten, ich mag solche Dinge. Uns stand ein Museumsstück als Gehäuse für das Flugzeug zur Verfügung, in das wir diese Vorrichtung einbauen wollten, aber uns wurde schnell klar, dass das Flugzeug mit Einschusslöchern gespickt werden musste und dass dies ziemlichen Schaden anrichtet. Also haben wir uns entschlossen, das ganze Ding selbst zu bauen. Und es funktioniert auch besser so.“

        Die Produktion von EIN QUANTUM TROST filmte auch die Innenaufnahmen für die Szenen im Perla De Las Dunas in Pinewood und für Chris und sein Team stand in den letzten vier Wochen der Dreharbeiten ein strammer Plan mit jeder Menge Explosionen auf dem Zettel. „Wir mussten viele Explosionen an sehr vielen Sets zünden“, sagt er. „In der 007-Halle allein hatten wir fünf verschiedene Sektionen für die Innenaufnahmen – was die schiere Anzahl betrifft, gab es irrsinnig viele Explosionen und jede Menge Feuer.“

        Dennoch drehen sich Spezialeffekte nicht allein um Explosionen, wie Chris klar stellt: „Spezialeffekte bedeuten Explosionen, Atmosphäre, Wind, Rauch, Regen, Nebel, Schnee. Sie bedeuten technischen Schnickschnack, Armbanduhren, die Pfeile abschießen können, Dudelsäcke mit eingebauten Flammenwerfern, das Anpassen von Autos wie den Jaguar und den Aston Martin in Die Another Day (Stirb an einem anderen Tag, 2002) für die Dreharbeiten – für die Verfolgungsjagd auf dem Eissee mussten wir die Autos mit Allradantrieb ausstatten … und jede Menge technische Anlagen – von Takelagen, ganz kleinen bis hin zu solchen für vierstöckige Häuser, die im Wasser versinken.“

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