Donnerstag | 31. Mai 2012 | 01:25 Uhr
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  • Krabat

    Drama, Fantasy | Deutschland 2008
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      • | Produktion: Von der Sage zum Spielfilm

      • „Viel kannst du bei mir lernen, und wenn du dein Handwerk recht verstehst, wird alle Not bei euch daheim ein Ende haben.“ Mit diesem Versprechen des Müllers von der Teufelsmühle bei Schwarzkollm an seinen neuen Schüler beginnt das lange literarische Leben von Krabat. Gegeben wird es ihm in einer alten Sage der Sorben, einer westslawischen, in der Ober– und Niederlausitz beheimateten Volksgruppe. Geschichtliche Inspiration für die aufregenden Abenteuer des Zauberlehrlings Krabat soll Johann Schadowitz sein. Der kroatische Reiterobrist soll 1696 beim Feldzug gegen die Türken den sächsischen Kurfürsten Friedrich August I aus den Händen der Feinde befreit haben. Für diesen heroischen Akt soll ihm der Landesherr das Gut Größ Särchen bei Hoyerswerda zum Geschenk gemacht haben. Um das große Wissen und die Handlungen des Offiziers setzte im Laufe der Zeit Legendenbildung ein. Für die einfache sorbische Landbevölkerung war der „Hrvat“ (Kroate) ein Mann, dem Zauberei nachgesagt wurde. So soll er aus Getreidekörnern, die er in einen Topf warf, Soldaten erschaffen haben. Das Wort „Krawatt“ war eine Verballhornung für „Kroate“ und leitete sich aus dem roten Halstuch der kroatischen Uniformen ab. Daraus entwickelte sich schließlich Krabat, der Name für einen guten Zauberer.

        In der sorbischen Sage leben Krabats Eltern noch und sind in der Handlung präsent. Hier bleibt Krabat nur ein Jahr in der Mühle des teuflischen Müllermeisters, hier befreit ihn nicht das Mädchen, das er liebt, sondern seine Mutter, „denn die Liebe einer Mutter ist etwas Heiliges und über das Hohe und Heilige hat das Böse keine Macht.“ Die Verwandlungen Krabats in Ochse und Pferd sowie die Rettung des sächsischen Kurfürsten durch den jungen mutigen Helden, die Otfried Preußler in sein Buch aufnahm, sind schon in der Sage niedergeschrieben. Diese begleitet - im Unterschied zu Preußlers Version - Krabat bis an sein Lebensende.

        Die berühmte Sage inspirierte eine Reihe von Autoren, darunter den sorbischen Schriftsteller Martin Novak-Neumann, der sie 1954 für sein Buch „Meister Krabat, der gute sorbische Zauberer“ nacherzählte. Ins Deutsche übertrug das Buch sein Landsmann und Autorenkollege Jurij Brezan, der Krabat schließlich in drei eigenen Romanen auftauchen ließ. „Einmal fiel ein Stein vom Himmel, er traf auf die Kuppe des Großen Sagen-Berges und zerbarst. Aus den Trümmern stieg Krabat und schritt ins Land“. So beschreibt Brezan die Geburt des guten Zauberers, den er 1968 zum Helden seines Romans „Die schwarze Mühle“ machte. Im Unterschied zu Preußlers „Krabat“ sind Schauplatz und Zeitrahmen bei Brezan über die Mühle hinaus stark erweitert, entwickelt sich der Konflikt zwischen Gut und Böse zu einem gewaltigen Duell zwischen dem guten mächtigen Magier und dem bösen mächtigen Müller, der schließlich im offenen Kampf von Krabat getötet wird. Für Brezan, der die Geschichte des sorbischen Helden in „Krabat oder Die Verwandlung der Welt“ (1976) und in „Krabat oder Die Bewahrung der Welt“ (1993) fortschrieb, war es klar, wer Krabat in seinen Augen war: „Ich! So ein Stückchen Faust sollte doch in jedem stecken, wenn es um die Erde – um uns geht.“

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