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  • Krabat

    Drama, Fantasy | Deutschland 2008
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      • | Produktion: Die Entwicklung eines Buchklassikers

      • „Krabat ist keine Geschichte, die sich nur an junge Leute wendet und keine Geschichte für ein ausschließlich erwachsenes Publikum. Es ist die Geschichte eines jungen Menschen, der sich mit finsteren Mächten einlässt, von denen er fasziniert ist, bis er erkennt, worauf er sich da eingelassen hat. Es ist zugleich meine Geschichte, die Geschichte meiner Generation, und es ist die Geschichte aller jungen Leute, die mit der Macht und ihren Verlockungen in Berührung kommen und sich darin verstricken.“ - Otfried Preußler

        Bereits im Alter von elf oder zwölf Jahren entwickelte sich Otfried Preußlers Begeisterung für den „Krabat“-Stoff. In der Bibliothek seines Vaters, Lehrer und Heimatforscher in der nordböhmischen Kleinstadt Reichenberg (heute Liberec), fand der junge Otfried A. Kratzers und F. Popelkas Sammelband „Sagen aus der Lausitz“. Darin las er die sorbische Volkssage vom Krabat, die ihm nicht mehr aus dem Kopf ging: „Die Geschichte hat damals einen starken Eindruck auf mich gemacht, vor allem hat sich der geheimnisvoll klingende Name Krabat meinem Gedächtnis eingeprägt, aber auch das tödliche Verhängnis, das über den Müllerburschen schwebte und Jahr für Jahr über einen von ihnen hereinbrach, hat mich tief bewegt und beschäftigt.“

        Fast 25 Jahre später begegnete Preußler der mythischen Figur seiner Jugend wieder. In der Internationalen Jugendbibliothek in München stieß er auf Martin Nowak-Neumanns „Mistr Krabat“, eine Übersetzung der ursprünglich in sorbischer Sprache erzählten Krabat-Sage, die über die Geschichte hinausging, die Preußler bis dahin bekannt war. Davon inspiriert, beschloss Preußler, den Stoff zum Gegenstand einer eigenen Erzählung zu machen. Nowak-Neumanns Buch und eine Abschrift der Krabat-Sage waren seine Primärquellen, als er Ende des Jahres 1959 mit der Arbeit begann. Nachdem er aber die Geschichte zur Hälfte zu Papier gebracht hatte, stellten sich Schwierigkeiten mit seinem Konzept ein. Erklären konnte er sich sie zunächst nicht, aber sie blieben nicht ohne Konsequenzen: „Ich musste die Arbeit einstellen, hielt den „Krabat“ für gescheitert – und schrieb aus lauter Verzweiflung darüber den „Räuber Hotzenplotz“

        „Wer auf der Mühle stirbt, das bestimme ich! Ich allein!“
        (aus: „Krabat“ von Otfried Preußler)

        Schließlich diagnostizierte Preußler das Kernproblem: die Harmonisierung des düsteren, mythisch-archaischen Teils, der auf der Mühle spielte, mit den schwankhaften, jünger wirkenden Abenteuern Krabats im Türkenkrieg und am Hof des sächsischen Kurfürsten. Am Ende war die Lösung die Konzentration auf die drei Lehrjahre auf der Mühle, ergänzt von wenigen ausgewählten Episoden aus dem zweiten Teil der Sage. Darüber hinaus nahm Preußler den Pumphutt, Hauptfigur einer anderen Sage der Oberlausitz, in seine Erzählung auf, gab den Müllerburschen Namen und übernahm die zeitliche und geographische Lokalisierung der Sage - das ausgehende 17. Jahrhundert in der Schlesischen Oberlausitz. Nachdem er sich durch einen Jugendfreund, der der letzte deutsche Müller auf der nordböhmischen Hammermühle in Hammer am See gewesen war, und mit Hilfe eines alten Mühlenbuchs über das Leben auf einer Wassermühle im 17. Jahrhundert gründlich informiert hatte, begann Preußler im Frühjahr 1970 mit der endgültigen Niederschrift der Erzählung.

        Der Roman über den Kampf der auf Hass beruhenden Schwarzen Magie mit der aus den Kräften der Liebe schöpfenden Weißen Magie wurde schließlich 1971 veröffentlicht und ein Jahr später mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Viele weitere Ehrungen und Preise folgten. Als „Faust“-Variante über die Verführung durch das Versprechen von Macht, Erfolg, Reichtum oder ewigem Leben, als Variation der „uralten Geschichte vom Zweikampf des Zauberlehrlings mit seinem Meister“ (Preußler) gehört „Krabat“ seit über 20 Jahren zur Standardliteratur an deutschen Gymnasien und Realschulen. Geschätzte 2,1 Millionen Exemplare des Romans wurden bisher weltweit verkauft. Unter den insgesamt 31 Übersetzungen von „Krabat“ finden sich chinesische, dänische, englische, estnische, französische, griechische, hebräische, italienische, japanische, katalanische, koreanische, nordsamische, rumänische, russische, serbokroatische, tschechische und ungarische.

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