In Filmen wie auch im Fernsehen hat sich Judd Apatow als Spezialist für das Ungeheuerliche und gleichzeitig doch so Emotionale ganz nach oben geboxt. Als Autor und Regisseur der Spielfilme Knocked Up (Beim ersten Mal, 2007) und The 40-Year-Old Virgin (Jungfrau (40), männlich, sucht..., 2005), als Produzent der Blockbuster-Komödien Talladega Nights: The Ballad of Ricky Bobby (Ricky Bobby – König der Rennfahrer, 2006) und Anchorman: The Legend of Ron Burgundy (Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy, 2004) sowie als Schöpfer der gefeierten Fernsehserien „Freaks and Geeks“ und „Undeclared“ hat sich Apatow den Ruf erarbeitet, ein Meister für Geschichten zu sein, die gleichermaßen sentimental und hinreißend unflätig sind.
Der neueste Streich von Apatow als Produzent bildet da keine Ausnahme: SUPERBAD ist ein Lehrstück über die Gefahren des Erwachsenwerdens, über zwei Teenager, ungeschickt im sozialen Umgang, die kurz vor dem Abschluss der Highschool stehen. Ihre Freundschaft ist absurd eng, aber nun steht die Trennung kurz bevor: Sie werden unterschiedliche Colleges besuchen und müssen sich damit auseinandersetzen, ein getrenntes Leben zu führen. Evan (Michael Cera) ist ein liebenswürdiger, smarter und grundsätzlich hochgradig verängstigter Typ. Seth (Jonah Hill) hat eine große Klappe, ist unberechenbar und denkt ausschließlich an das andere Geschlecht. SUPERBAD erzählt die Geschichte ihrer von Fehlschlägen geprägten Versuche, den Objekten ihrer Zuneigung in einer panischen Nacht näher zu kommen ... jene schreckliche Nacht voller Demütigungen, von der man den Rest seines Lebens beeinflusst sein wird.
SUPERBAD wurde von Greg Mottola inszeniert und von Apatows langjährigen Weggefährten Seth Rogen und Evan Goldberg geschrieben. Apatow arbeitete mit Schauspieler Rogen erstmals bei „Freaks and Geeks“ zusammen; kurz danach legte Rogen dem Filmemacher sein erstes, gemeinsam mit seinem besten Freund Goldberg geschriebenes Drehbuch als Leseprobe vor. Der Produzent war beeindruckt. Das Drehbuch war SUPERBAD.
SUPERBAD nahm seinen Ausgang im denkbar unwahrscheinlichsten Ort: im Kopf der damaligen Teenager und erstmaligen Drehbuchautoren Seth Rogen und Evan Goldberg. Weil sie zu viele Filme gesehen hatten, in denen das Highschool-Leben nicht treffend (oder wenigstens lustig) genug wiedergegeben wurde, beschlossen die beiden, es selbst einmal zu versuchen. Rogen erklärt: „Wir beschäftigen uns mit den Gedanken eines verzweifelten Schülers einer Highschool, wie das nur wenige Filme getan haben.“ Und warum auch nicht – schließlich ist der erste Ratschlag, den viele junge Autoren erhalten, dass sie über das schreiben sollen, was sie kennen.
Das Drehbuch, das Rogen und Goldberg vorlegten, war prall gefüllt mit Figuren, die von ihnen selbst und den Menschen um sie herum inspiriert waren – sie gingen sogar so weit, die beiden Hauptfiguren Seth und Evan zu nennen. Der Film dreht sich um eine gemeinsame Erfahrung, „die eine Nacht, in der alles, was schief gehen kann, auch tatsächlich schief geht“, sagt Jonah Hill, der Seth im Film darstellt.
„Alles in dem Film ist, wie es in der Highschool auch tatsächlich ist“, meint Schauspieldebütant Christopher Mintz-Plasse, den man in einer kalifornischen Highschool für seine Rolle in SUPERBAD entdeckt hatte. „Klar, ich selbst wurde nie verhaftet oder hing mit Cops rum, aber all das mit den Partys und den Jungs, die hinter den Mädchen her sind – das kann jeder nachvollziehen, der mal auf einer Highschool war. So haben Seth und Evan das geschrieben – sie wollten realistisch sein.“
„In SUPERBAD findet man nicht die traditionelle Highschool-Hierarchie, wie man sie aus anderen Filmen kennt“, erklärt Michael Cera, den man vor allem als George-Michael Bluth aus der Fernsehserie „Arrested Development“ kennt und der als Evan zu sehen ist. „Jonah hat völlig recht – die Schüler einer Highschool sind nicht in Sportasse und Verlierer aufgeteilt... vielleicht hängt man nicht gerade mit den heißesten Mädchen rum, aber man kennt sich, sagt Hallo zueinander und ist flüchtig miteinander befreundet. Man ist einfach ganz normal.“
Produzentin Shauna Robertson merkt an, dass der Film zwar ganz universell vom Highschool-Leben erzählt, aber doch sehr spezifisch von den Erlebnissen seiner beiden Autoren inspiriert ist. „Es macht Spaß, Seth und Evan zuzusehen – sie schrieben das Drehbuch, als sie noch sehr jung waren. Und jetzt streiten sie unentwegt darüber, was damals wirklich vorgefallen ist. Sie haben beide eine sehr konkrete Vorstellung davon, wie das in ihrer Vergangenheit war, und es macht Spaß dabei zu sein, wenn sie sich darüber in die Haare kriegen.“
Ein paar Jahre nach Verfassen des Drehbuchs machte sich Rogen auf den Weg von Kanada nach Los Angeles, wo er beinahe sofort von Produzent Judd Apatow unter die Fittiche genommen wurde. „Irgendwann war mir klar, dass ich den Highschool-Abschluss nicht machen würde, also musste ich mir einen Weg ausdenken, wie ich an Geld kommen würde“, erinnert sich der Schauspieler und Autor. „Ich habe mich als Standup-Comedian versucht und wollte die Schauspielerei ausprobieren, als ich zum Vorsprechen bei ,Freaks and Geeks‘ aufschlug.“ Rogen erhielt eine Rolle in der Serie. Als sie schließlich auslief, wechselte er sofort zum Darsteller- und Autorenteam von Apatows nächster Sendung „Undeclared“.
Zu dieser Zeit gab er Apatow das Drehbuch von SUPERBAD zu lesen. „Irgendwann während ,Undeclared‘ stand Seth vor mir und sagte: ,Ich habe ein Drehbuch mit meinem Freund Evan aus Kanada geschrieben. Es nennt sich SUPERBAD. Hast du Lust, es zu lesen?‘ Ich fand es aberwitzig, aber zu dieser Zeit gab es keine Filme in diesem Stil.“
Apatow packte die Gelegenheit beim Schopf und ließ es sich nicht nehmen, die Drehbuchautoren selbst zu beraten und zu lenken: Er sorgte dafür, dass noch mehr Emotion ins Zentrum der Geschichte gepackt wurde. „Im Grunde ist SUPERBAD ein Film über die Angst, einen Schritt nach vorn zu machen, Angst vor Veränderung“, merkt er an. „Die beiden Freunde haben Angst, verschiedene Colleges zu besuchen und erstmals voneinander getrennt zu sein. Es gibt nichts Schmerzhafteres als die Trennung von seinen Highschool-Freunden. Da weiß man, dass man erwachsen wird; es gibt einfach nicht mehr diese Menschen, auf die man zurückgreifen kann. Diese Angst und dieser Schmerz löst bei unseren Helden in SUPERBAD die Besessenheit aus, ihr angestrebtes Ziel zu erreichen: Sie wollen bei den Mädchen ihrer Träume landen. Das ist es, was den Film so liebenswert macht, während der Humor gleichzeitig ziemlich abgefahren ist.“
Um den Film so richtig in Gang zu bringen, musste als Nächstes der richtige Regisseur für diese Art von Material gefunden werden. Apatow erzählt: „Greg Mottola drehte fünf Episoden von ,Undeclared‘ – er war die ganze Zeit einer der Leute, mit dem wir am liebsten zusammenarbeiteten. Im Lauf der Jahre habe ich immer nach einer Gelegenheit gesucht, wieder mit ihm zu arbeiten. Für SUPERBAD war er der Erste, der uns in den Sinn kam.“
„Ich befand mich mit meiner Frau in einem Café in Brooklyn, wo ich lebe, vertändelte meine Zeit, weil ich eigentlich an einem Drehbuch arbeiten sollte, da klingelte mein Handy. Es war Judd“, erinnert sich Mottola. „,Hey Greg, hier ist Judd. Erinnerst du dich an SUPERBAD? Willst du Regie führen?‘ Ich neige dazu, etwas umständlich zu sein, also sagte ich: ,Naja, weißt du, das ist tatsächlich eines der wenigen Drehbücher, das ich gelesen habe ...‘ Und Judd meinte: ,Ja, fein, okay, ich rufe dich in einer Woche wieder an. Wir machen das.‘ Tatsächlich meldete er sich eine Woche später wieder und sagte: ,Okay, du musst nach L.A. fliegen.‘ Mir war nicht bewusst, dass es so einfach sein kann. Ich habe acht oder neun Jahre meines Lebens in dem Bewusstsein verschwendet, es müsse viel umständlicher sein.“
Robertson sagt: „Wir haben nie einen anderen in der Auswahl gehabt und waren begeistert, dass er den Film machen wollte.“
Tatsächlich kannte Mottola das Drehbuch schon eine ganze Weile: „Ich habe schon vor ein paar Jahren eine Lesung von SUPERBAD besucht. Mir gefiel, dass sich die meisten Witze aus dem Verhalten der Figuren entwickelten – dass da nicht einfach nur ein paar Typen waren, die sich Witze erzählen. Vieles entstammte einer Art absurder Teenager-Psychologie. Mich sprach an, dass sich die Handlung in einer einzigen langen Nacht abspielte, eine Geschichte, bei der die Uhr tickt.“
Mit Mottola an Bord ging es an die Besetzung des Films. Es ist kein Geheimnis, dass Rogen und Goldberg die Hauptfiguren Seth und Evan als Versionen von sich selbst geschrieben hatten. Rogen war ursprünglich davon ausgegangen, selbst einmal die Rolle zu übernehmen, die seinen Namen trägt. „Evan wollte nie mitmachen und der echte Fogell hatte nie das Bedürfnis, es einmal mit Schauspielerei zu versuchen. Aber ich wollte Seth spielen“, gibt Rogen zu Protokoll. Der Zahn der Zeit aber beraubte ihn der Möglichkeit. „Ich kann einfach nicht mehr so jung aussehen, das hat alles zerstört“, sagt er. „Die Wahrheit will es, dass ich schon mit 16 aussah wie 30. Und mittlerweile sehe ich aus, als wäre ich bereits seit vier Jahren tot.“
Rogen wird Trost darin gefunden haben, dass sich alsbald herausstellte, dass es beinahe unmöglich war ihn zu ersetzen. Mottola erläutert: „Es war schwierig, jemanden ausfindig zu machen, der die nötige Mischung aus persönlichen Macken und dem angeborenen Witz hatte, die die Figur genießbar und erträglich machen. Bei den Vorsprechterminen erwiesen sich die meisten Kandidaten als zu aggressiv, zu hasserfüllt. Das war nicht unbedingt ihr Fehler. Es ist einfach nicht leicht, diese Figur richtig hinzukriegen.“
Die Suche war umfassend und ermüdend. „Ich wurde langsam etwas frustriert“, gesteht Apatow. Dann hatte er die nötige Inspiration, als er in seinem unmittelbaren Umfeld zu suchen begann. „Zu der Zeit führte ich gerade bei Knocked Up (Beim ersten Mal, 2006) Regie, ein weiterer Film, in dem Jonah Hill mitspielt. Ich ging mit Seth die Straße entlang und warf einen Blick auf Jonah und sagte: ,Ich glaube, Jonah macht es.‘“
Die Autoren fanden diesen Vorschlag zunächst nicht besonders lustig. „Ich reagierte sofort und sagte, dass Jonah die Rolle in 100 Jahren nicht spielen könnte‘“, erinnert sich Goldberg. „,Er sieht aus wie 27. Ihr seid verrückt. Ihr habt den Verstand verloren.’“
Rogen fügt trocken hinzu: „Jonah war definitiv unsere letzte Wahl.“
Shauna Robertson berichtet: „Jonah haben wir nur deswegen vergessen in unsere Überlegungen mit einzubeziehen, weil ich nicht zugeben will, dass er noch so jung ist. Er ist einer meiner weisesten Freunde, also vergesse ich immer wieder, dass er nicht bereits 43 Jahre alt ist.“
Hill meint: „Judd sah mich einfach an und fragte: ,Wie jung kannst du dich machen?‘ Ich antwortete: ,Weiß nicht, 17 oder so.‘ Und dann fragte er mich, ob ich die Hauptrolle in SUPERBAD übernehmen wollte.“ Spontan nahm der Schauspieler ein Videoband mit sich als Seth auf. Apatow schickte das Band an Regisseur Greg Mottola und den Studiochef. Und das war’s. Er hatte die Rolle.
„In dem Moment, in dem Jonah auf dem Band seinen Mund aufmachte, wusste ich, dass wir den Richtigen hatten“, sagt Mottola. „Ich fühlte mich vom Glück geküsst, weil ich wusste, dass ich nicht sehr hart arbeiten müsste. Jonah würde mich so oder so gut aussehen lassen.“
„Das ist eine dieser verrückten Hollywood-Geschichten, wie man sie immer wieder einmal hört“, sagt Hill. „Man glaubt, dass solche Dinge nicht wirklich passieren. Und dann passiert es einem selbst. Ich habe Glück gehabt.“
„Es ist lustig, Jonah ist nur ein oder vielleicht zwei Jahre jünger als Seth“, berichtet Apatow. „Ich weiß nicht warum, aber Jonah ist die Illusion gelungen, dass man ihm abnimmt, er sei ein 18-jähriger Highschool-Absolvent.“
Die Besetzung von Evan war eine deutlich einfachere Aufgabe. „Ich hatte ein paar Folgen von ,Arrested Development‘ inszeniert und war bereits ein großer Fan von Michael Cera“, erklärt Mottola. „Ich hatte selbst miterlebt, was er auf dem Kasten hat. Diese Show war voller witziger, talentierter Leute und Michael konnte sich behaupten – manchmal war er sogar der Beste im Raum.“
Mottola fügt hinzu, dass Cera und Hill ein perfektes Team abgeben: „Michael hat es drauf, das Liebenswerte und Tapsige saukomisch wirken zu lassen. Und Jonah gelingt es wiederum, trotz seiner großen Klappe total liebenswert rüberzukommen.“
Cera war der erste Schauspieler, der besetzt wurde. Als Jonah noch dazukam, hatten die Filmemacher eine brillante Idee, um herauszufinden, ob die Chemie zwischen den beiden stimmte – sie hatten zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung, dass die beiden sich privat ohnehin sehr gut kannten. „Wir wollten, dass sie so viel Zeit wie möglich miteinander verbrachten“, erinnert sich Robertson. „Judd sagte bereits sehr früh zu mir, dass wir sie gemeinsam in einer Wohnung zusammenleben lassen sollten.“ Nicht von ungefähr handelt es sich bei den Filmemachern um eine Gruppe, die bevorzugt mit ihren eigenen Freunden arbeitet. Robertson berichtet: „Wir machen diese Filme in erster Linie, um unsere Freunde mit unangenehmen Situationen zu konfrontieren.“
„Wir verbrachten vor dem Dreh viel Zeit mit Proben und Leseterminen“, sagt Cera. „Jonah und ich gingen zusammen weg. Es war lustig, wie sie sich die ganze Zeit Mühe gaben, gemeinsame Abende für Jonah und mich zu gestalten. Dabei hingen wir ohnehin schon ständig miteinander herum.“
„Es ist ganz von selbst lustig, wenn Michael und ich zusammen sind“, erläutert Hill. „Ich glaube, Judd steckte uns zusammen, weil das irgendwie schräg wirkt. Ich bin frech und zornig, Michael ist ein stillerer, weicherer Typ.“
Die Besetzung der Cops war noch einfacher, als den richtigen Schauspieler für Evan zu finden. „Als klar wurde, dass ich zu aufgeschwemmt bin, um einen Schüler im Teenageralter zu spielen, dachte ich mir, dass ich wenigstens die Rolle eines der Cops übernehmen könnte. Es war eine spontane Entscheidung“, lacht Seth Rogen. Ein Cop war besetzt, ein Cop blieb noch übrig.
Für diese Rolle wandten sich die Filmemacher an Bill Hader aus der legendären Comedy-Serie „Saturday Night Live“. „Als ich Seth und Evan kennenlernte, ging es in unserem Gespräch binnen fünf Minuten nur noch um Comics“, erinnert sich Hader. „Schnell wurde uns klar, dass wir alle Nerds sind. Evan sagte: ,Weißt du, als was er wirklich gut wäre? Der Cop in SUPERBAD.‘ Ich wusste nicht, wovon er spricht, und fragte, was SUPERBAD sei: ,Ist das irgendwie eine Superheldengeschichte?‘“ Nachdem Hader besetzt war, begannen Rogen und er mit den Proben. Die beiden Schauspieler waren wie geschaffen für diese Rollen.
Und dann war da noch Fogell. „Fogell war die Figur, bei der man ständig Gefahr lief, dass sie einfach nur der typische Eierkopf ist“, sagt Mottola. „Was mir immer an dem Drehbuch gefiel, ist die Tatsache, dass die Figur, von der man glaubt, sie sei einfach nur das fünfte Rad am Wagen, tatsächlich eine ganz eigene Handlung bekommt.“
Rogen verfolgte indes ganz eigene Interessen: „Ich wusste, dass ich meine meisten Szenen mit dem Typen haben würde, der Fogell spielt. Und weil ich ein selbstsüchtiger Schauspieler bin, wollte ich, dass wir jemanden finden, der wahnsinnig komisch ist.“
Also begann die Suche. Rückblickend sagt Produzentin Robertson: „Ich glaube, wir haben ungefähr 500 Schauspieler ausprobiert. Jeder war auf seine Weise gut, aber keiner traf den Nagel auf den Kopf.“
Weil es keine weiteren professionellen Alternativen mehr gab, wandte sich Casting-Chefin Alison Jones an Amateure. „Sie entdeckte eine eigenartige Improvisations-Olympiade, die von Highschools organisiert wird, damit sie in Wettstreit miteinander treten können“, sagt Mottola und merkt an, dass die Resultate alles andere als spektakulär waren. „Die meisten waren einfach zu grün hinter den Ohren. Sie konnten nicht so richtig damit umgehen.“
Am Ende des Tages kam dann Christopher Mintz-Plasse. „Chris war einer der letzten, die sich vorstellten. Ich weiß noch, wie Alison und ich uns ansahen, nachdem er den Raum verlassen hatte. Und wir dachten dasselbe: ,Der kann doch gar nicht so gut sein wie es scheint.‘“, erzählt Mottola. „Chris war der erste, der Fogell als arroganten Nerd spielte, als Typ, der sich für Frank Sinatra hält, obwohl er wie Truman Capote aussieht. Das war zum Schreien komisch.“
„Chris ist eines dieser wunderbaren kleinen Wunder“, sagt Apatow. „Man sucht nach einem witzigen jungen Kerl, jemand hört von dem Film, stellt sich zum Vorsprechtermin vor und ist auf der Stelle großartig. Und während des Drehs wird er dann noch besser, als man es sich jemals erhofft hätte.“
„Ich hatte mit allen in der Besetzung schon einmal gearbeitet, mit der Ausnahme von Chris“, merkt Robertson an. „Chris kam in eine Atmosphäre rein, in der alles frei und sehr locker ist und er landete einen Volltreffer.“
„Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann in meinem Leben einmal als Schauspieler arbeiten würde“, gesteht Mintz-Plasse. „Meine Freunde hörten von dem Vorsprechtermin und meinten, ich entspräche der Beschreibung der Rolle, die es zu besetzen galt. Also ging ich mit zwei Freunden hin, wir sprachen vor, ich wurde dreimal zurückgerufen. Und dann hatte ich die Rolle. Das war mein erster Vorsprechtermin, meine erste Rolle – überhaupt das Erste, was ich in meinem Leben getan habe.“
„Die erste Woche war wirklich hart“, fährt Mintz-Plasse fort. „Ich dachte, ich wäre nicht lustig, dass alle anderen witziger seien als ich, dass ich nicht wüsste, was ich da tue. Aber am Ende dieser Woche hatte ich den Dreh raus und fühlte mich immer wohler.“
Michael Cera sagt, dass Mintz-Plasse sich keine Sorgen darüber hätte machen müssen, ob er witzig war oder nicht: „Sie hatten so lang nach dem richtigen Fogell gesucht – sie mussten einfach den richtigen Typen finden. Schließlich engten sie den Kreis auf die letzten Acht ein und Chris war der Letzte. Und er war komisch. Sie nahmen das Risiko auf sich. Und wir können froh sein, dass er mit an Bord ist.“
„Es ist komisch, wenn ich heute sage, dass Seth Rogen und Jonah Hill jetzt meine Freunde sind – vor ein paar Wochen war ich noch ein normaler Jugendlicher“, meint Mintz-Plasse. „Ich meine, ich bin immer noch ein normaler Jugendlicher. Aber meine Freunde und ich waren Riesenfans von The 40-Year-Old Virgin (Jungfrau (40), männlich, sucht..., 2005), der ist superlustig, und jetzt spiele ich in einem Film mit all den Jungs. Als wir den Dreh von SUPERBAD abschlossen, war ich sehr traurig. Das war die beste Erfahrung meines Lebens und jetzt war sie zu Ende und ich würde in mein altes Leben und meine Highschool zurückkehren. Ich hoffe, dass für mich noch Platz in ein paar anderen Filmen ist. Wir werden sehen.“
Die Besetzung von Mintz-Plasse bedeutete für Michael Cera, auf seine Weise die Staffel weiterzureichen. „SUPERBAD ist die erste Show, an der ich gearbeitet habe, wo ich währenddessen nicht gleichzeitig in die Schule musste – ich bin jetzt 18“, sagt er. „Ich habe das neun Jahre lang gemacht und es war echt nett zu erleben, dass es Chris jetzt so ging wie mir. Er war ziemlich deprimiert, aber Pech gehabt, Alter. So ist das im Showgeschäft.“
Und schließlich sind da noch die Objekte der Begierden der Jungs. Becca wird von Martha MacIsaac gespielt; die Rolle der Jules ging an Emma Stone. Mottola sagt, dass er die Mädchen so realistisch wie möglich darstellen wollte. „Keine von ihnen ist die hohle Blonde, hinter der die Jungs herhecheln“, erklärt er. „Sie sind wahrhaftige junge Frauen in einer realen Welt und sie sind sehr unterschiedlich.“
Robertson sagt, dass die freundschaftliche Atmosphäre unter den Filmemachern und Schauspielern sich auf den Film übertrug: „SUPERBAD, das ist eine Gruppe von Freunden, die einen Film über eine Gruppe von Freunden macht.“