Familie,
Komödie,
Animation
| Deutschland / USA 2007
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| Grimms Helden in der viruellen Welt
Noch bevor die Animationsarbeit überhaupt begann, nahm Regisseur Peter Bolger die Dialoge für die internationale Fassung zunächst mit amerikanischen Stars auf – zu ihnen zählen Sigourney Weaver (Frieda), Sarah Michelle Gellar (Ella) und ihr Mann Freddie Prinze, Jr. (Rick). Dabei wurden die Schauspieler während ihrer Arbeit vor dem Mikro auch mit der Videokamera gefilmt, und manchmal benutzten die Animatoren diese Bilder als Vorlage für die Bewegungen der Figuren.
„An Sarah Michelle Gellar haben wir uns sehr ausführlich orientiert, um Ella auch optisch zu gestalten: wie sie sich bewegt, auch ihre Mimik“, sagt Bolger. „Dabei ahmen wir sie nie ganz exakt nach, aber manchmal hilft der Gesichtsausdruck der Schauspielerin, um eine Emotion in Bilder umzusetzen.“
Als die Tonaufnahmen abgeschlossen waren, stellten sich Bolger und sein Animationsteam der gewaltigen Aufgabe, 97 handelnde Figuren zu entwerfen – 20 von ihnen sind Menschen. Das ist erste Mal, dass man bei einer Animationsproduktion etwas Derartiges versucht hat. „Mir geht es vorrangig um die Persönlichkeit der Figuren, nicht nur um ihr Aussehen“, fügt Bolger hinzu. „Worüber denken sie nach, wie reagieren sie, wie gehen und sprechen sie? Manchmal nahmen wir reale Menschen als Vorbild. Ella sollte zum Beispiel kurze Haare und eine sympathische Körpersprache bekommen – also orientierten wir uns an Audrey Hepburn.“ Mithilfe des Produktionsdesigners Deane Taylor arbeiteten Bolger und sein Animationsteam hart daran, den Look der Computerbilder unverwechselbar und aus einem Guss zu gestalten. Unter anderem ließ er sich von dem modernistische Jugendstil-Architekten Antoní Gaudi inspirieren – er beschloss daraufhin, dass es im ganzen Film keine geraden Linien geben sollte. „Deane und ich einigten uns darauf, dass die Märchenwelt wie ein Vergnügungspark funktionieren soll. Diese Welt wirkt wie handgemacht – die Ausleuchtung, die Inszenierung, einfach alles“, sagt er. Das gilt auch für die Figuren. Sie sind leicht überzeichnet. Das passt sehr organisch zusammen und bezieht sich immer wieder auf die klassischen Illustrationen der Märchenbücher.“
Dazu sagt Deane Taylor: „Wir zitieren viele Vorbilder – von ,Das Cabinet des Dr. Caligari‘ bis zu den modernen Klassikern. Die satten Farben sind fast zum Hineinbeißen. Auch sie gehören unabdingbar zum filmischen Bildaufbau.“ „Häufig wirken die im Computer animierten Filme über-animiert“, fügt die Animation-Regisseur Dino Athanassiou hinzu. „Doch ,Es war K’Einmal im Märchenland‘ orientiert sich eher am klassischen Look: Wir nahmen uns vor, die Figuren ganz klar und direkt agieren zu lassen. Frieda, Rick und Ella zeigen in manchen Phasen eine wunderbar subtile Darstellung. Die lustigeren Figuren wie der Prinz erinnern dagegen eher an traditionelle Trickfilme. Munk und Mambo, die Zwerge und Hexen treten noch drastischer auf und wirken stilistisch wie Verwandte der Warner-Bros.- und MGM-Comic-Helden der 1930er- und 1940er-Jahre à la Bugs Bunny und Daffy Duck.“