In Hu-Heim ist ein Fell viel mehr als nur Haar, das die Haut bedeckt – es ist ein Teil des Outfits. Alle Kleidung in der winzigen Stadt besteht aus Fell. Ein Hu ohne sein Fell (oder Anzug, Jackett und Hemd) sieht ziemlich genau so aus, wie das Fell-Animationsteam bei Blue Sky es scherzhaft nannte: wie „eine Erdnuss“. Das Ergebnis im Film: ein sehr stilisierter Fell-Look.
Die Idee, dass die Hus ihr Körperhaar als Modeaccessoire verwenden, kommt direkt von Dr. Seuss. „Er hat Fell in seinen Büchern auf absolut großartige Art und Weise dargestellt“, sagt Hayward, der auf eine seiner persönlichen Lieblingsstellen aus seiner Kindheit hinweist: „Ich erinnere mich an diese eine Zeichnung in ,Horton’ – ein Typ mit einem Fellhemd. Diese Figur wurde bei mir zu einer regelrechten Besessenheit – vielleicht, weil ich Hayward heiße und der Typ auf seinem Hemd den Buchstaben ,H’ trägt“, fügt er lachend hinzu.
„Die Hus gehen zum Frisör, wo sie ihr Körperhaar neu zurechtgeschnitten bekommen“, erklärt Martino. Und was sind die aktuellen Trends der Hu-Mode? „Zurzeit sind Kragen das große Ding. Man sieht viele Roll- und große Hemdkragen.“
Alles, von Haute Couture bis hin zu Arbeitskleidung, ist das Produkt des Frisörs von Hu-Heim – und natürlich der erfinderischen Fell- und Haar-Abteilung der Blue Sky Studios. Die Felle und andere einzigartige optische Effekte wurden mit Blue Sky-eigener Technologie erzeugt, deren Herzstück die lasergestützte Formwiedergabe „CGI Studio“ ist. Dieses Programm, das schnellste und am weitesten fortgeschrittene seiner Art, ermöglichte es den Filmemachern, die Haare und ihre Umgebung so zu behandeln, als ob sie mit richtigem Licht an einem richtigen Filmset arbeiteten, mit Materialien, die sich wie in der wirklichen Welt verhielten. Die entstehenden Oberflächen sehen so echt aus, dass man versucht ist sie zu berühren.
Das Wiedergabeprogramm erlaubte überhaupt erst, Szenen mit großen Menschenmengen aufzunehmen, die tausende pelziger Wesen enthielten. Für das Entwicklungsteam ging es um viel mehr als nur um Fell und Mode: Ihre Aufgabe war es, ein Feld mit einer halben Milliarde Kleepflanzen zu kreieren, das der Schauplatz einer Schlüsselszene des Films ist. Nachdem Vlad den Klee mit Hu-Heim darauf aus Hortons Kiste gestohlen hat, lässt er die Pflanze über einem riesigen Feld identischer Pflanzen, etwa 500 Millionen von ihnen, fallen. Eine nach der anderen untersucht Horton die Pflanzen in dem bis zum Horizont reichenden Feld – die ultimative Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Dies ist eine der wichtigsten Szenen in Seuss’ Buch, und auch für Jimmy Hayward eine ganz entscheidende: „Ich fand es unglaublich spannend, wenn Horton (im Buch) dem Adler hinterher rennt und „Nein!“ schreit, als das Staubkorn in dieses Meer von Kleeblüten herabschwebt“, erzählt er. Wie Millionen anderer Leser konnte Hayward es kaum erwarten, die Buchseite umzublättern und zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht – eine Erinnerung, die ihm sehr präsent war, als es darum ging, die Szene aufzubauen. Als Horton klar wird, was gerade passiert ist, „schwenken wir die Kamera aus seinem Blickwinkel herum und blicken so auf dieses riesiges Kleefeld, von links nach rechts, ganz als ob man eine Buchseite umblättert, erklärt Hayward: „Dies schien uns die richtige Art und Weise, die Szenerie zu enthüllen“.
Das Entwicklungs-Team von Blue Sky baute in sein Programm außerdem noch eine Rechenfunktion ein, die es den Filmemachern erlaubte zu zeigen, wie der Wind über das Kleefeld hinwegweht und die Pflanzen bewegt (genau so, wie es in einem Getreidefeld in Kansas aussehen würde – kein Wundern, dass Martino, der aus dem mittleren Westen der USA stammt, für diesen Effekt eine besonderes Schwäche hatte).
Die gesuchte Kleeblume – die, auf der sich Hu-Heim befindet – bestand aus einer Million Haaren. Für die Szene im Kornfeld hatten die Kleepflanzen, die der Kamera am nächsten standen, die volle Anzahl von Haaren; die „Statisten“-Pflanzen bestanden durchschnittlich aus 50.000 Haaren.