Seine Reise auf die große Leinwand begann für Horton 2003, als sich der ausführende Produzent Christopher Meledandri, damals Leiter von Fox Animation, der die Blue Sky Studios an der amerikanischen Ostküste unterstehen, mit der Idee an Dr. Seuss Enterprises und Audrey Geisel (die Witwe des Autors) wandte, aus „Horton hört ein Hu!“ einen 3-D-Animationsfilm zu machen. Meledandris Vorschlag an Audrey ging weit über eine normale Geschäftsidee hinaus. „Ted Geisel besaß eine Vorstellungskraft wie kaum ein anderer im gesamten 20. Jahrhundert,“ sagt Meledandri: „Seine Bücher haben meine Kindheit geprägt, und mich hat schon lange der Wunsch beherrscht, einen Weg zu finden, einen digital animierten Dr.-Seuss-Film zu machen.“
Auch die Erzählstruktur des Buches sprach Meledandri und Fox Animation ganz besonders an. „Als eines der wenigen Dr.-Seuss-Bücher hat es eine Einteilung in drei Akte: Beginn, Mittelteil und Schluss. Und natürlich ist ,ein Mensch ist ein Mensch, wie klein er auch sei’ ein wunderbares Filmthema.“
Audrey Geisel war es sehr wichtig, dass die Filmfassung respektvoll mit der Buchvorlage ihres verstorbenen Ehemannes umgehen würde. Meledandri nahm ihr die Besorgnis, indem er ihr die Verdienste der Computeranimation vor Augen führte – und insbesondere die der Blue Sky Studios, deren Erfolgsfilme „Ice Age“ und „Ice Age 2: Jetzt taut’s“ wunderbare Trickfiguren erfanden und deren „Robots“ eine fantastische, ganz eigene Welt erschuf. Diesen Filmen gelang es, das Publikum so sehr in die künstlichen Welten mit ihren Bewohnern zu entführen, dass es ganz und gar vergaß, dass nichts davon „real“ war. Dieselbe Magie, so versicherte Meledandri Audrey, würde für „Horton hört ein Hu!“ denselben Effekt bewirken.
Um sich endgültig ihrer Unterstützung zu versichern, bat Meledandri Mike De Feo, den Leiter der Modellbau-Abteilung von Blue Sky, eine der Schlüsselszenen des Buches nachzustellen, in welcher der Bürgermeister seinen Sohn Jo-Jo über seinem Kopf in die Luft hält. Wie sich herausstellte, war dies auch eine von Audreys Lieblingsszenen – und sie liebte das Modell auf Anhieb.
Einige Zeit später begann die Entwicklungsphase des ersten CGI-Animationsfilms nach einem Buch von Dr. Seuss. Horton, der Bürgermeister, Jo-Jo, das Känguru – und überhaupt alle liebenswerten Figuren aus dem Dschungel von Nümpels und aus Hu-Heim – begaben sich auf ihren Weg zum Ruhm als Filmstars.
Als „Reiseleiter“ verpflichtete das Studio Jimmy Hayward und Steve Martino als Regisseure – ein perfektes Paar, um Horton zu digitalem Leben zu erwecken. Hayward arbeitete als Animator an den bahnbrechenden Pixar-Filmen „Toy Story“, „Toy Story 2“, „Das große Krabbeln“ „Die Monster AG“ und „Findet Nemo“ mit und war als Story Consultant und Regisseur einiger zusätzlicher Szenen an „Robots“ beteiligt. Martino war als Art Director von „Robots“ dafür zuständig gewesen, die komplett imaginierte Welt des Films zu kreieren – ein quietschendes und knarzendes Universum, das ausschließlich von mechanischen Wesen bevölkert wird.
Hayward und Martino bekamen den Auftrag, Dr. Seuss’ Themen, Charakteren und seinem Zeichenstil treu zu bleiben. So gründeten sie den Look des Films auf Zeichnungen, die direkt aus „Horton hört ein Hu!“ stammen, und auch andere in Film vorkommende Entwürfe beruhen auf Zeichnungen und Notizen des Autors. Gleichzeitig ging es den beiden darum, die Grenzen der Animationstechnik auszutesten und zu erweitern, indem sie schon vorhandene mit neuen Techniken verbanden, um eine Welt zu schaffen, die so noch nie auf der Leinwand zu sehen war und doch einen Anklang an die 50er Jahre – die Zeit, in der das Buch erschien – enthalten sollte. „Wir haben alles bis an die Grenzen des Machbaren ausgereizt und ganz merkwürdige und verrückte Farben und Formen, ganz wie bei Seuss, geschaffen, nur dass die Oberflächen hier ganz und gar real wirken“, sagt Hayward.
Die Macher der vorigen Realfilme, die nach Büchern von Dr. Seuss entstanden, mussten mit den Beschränkungen in Sachen Design, Bewegung und Anatomie zurechtkommen, die ihnen die wirkliche Welt auferlegte. „Das Problem hatten wir nicht“, sagt Hayward: „eben weil dies ein Animationsfilm ist. Zum ersten Mal in meiner Laufbahn konnten wir mit der Animation alle möglichen verrückten Dinge anstellen, um all diese irrwitzigen Orte zu schaffen, die Seuss sich einfallen ließ.“