Als hätte man einen Jane-Austen-Roman ins 21. Jahrhundert verlagert, erleben die sechs Mitglieder des Jane-Austen-Buchclubs als soziale Wesen in einer komplexen Gemeinschaft romantische Hoffnungen und Enttäuschungen, den Trost und die Missverständnisse, die Freundschaften mit sich bringen, und die unterschiedlichsten Komplikationen des Lebens. Die Buchclub-Mitglieder müssen lediglich auf ihre monatlichen Lesungen und Diskussionen blicken, um Parallelen zu ihren eigenen Schicksalen zu entdecken.
Sylvia, die mitten in einer Scheidung steckt, hat das Pech, Gastgeberin und Moderatorin der „Mansfield Park“-Diskussion zu sein. Der Roman steckt voller auseinandergehender Bündnisse, romantischer Enttäuschungen, ehelicher Fallstricke und Ehebruch. Oder, wie es Jocelyn auf den Punkt bringt, als Sylvia während der Buchclub-Diskussion in Tränen ausbricht: „Jane Austen zu lesen ist ein verdammtes Minenfeld.“
Jocelyn hat ebenfalls ihr Austen-Pendant: die Titelfigur von „Emma“ ist schön, reich, temperamentvoll und eine sich unermüdlich einmischende Kupplerin, die zu wissen glaubt, was alle anderen brauchen, aber törichterweise blind ist, wenn es um sie selbst geht. Jocelyn ignoriert bewusst Griggs Interesse an ihr und drängt ihn zu Sylvia, die mit der Trauer um das Ende ihrer Ehe viel zu beschäftigt ist, um von Grigg Kenntnis zu nehmen.
Bei „Die Abtei von Northanger“, dessen Heldin von den unheimlichen Märchen der Schauerroman-Gattung
angetan ist, tritt Grigg als Gastgeber des Buchclubs auf. Aus Spaß schmückt er sein freundliches Vorstadthaus mit Halloween-Deko, aber ein Todesfall in den eigenen Reihen lässt das Schauermärchen plötzlich wahr werden.
Ironischerweise ist die „Stolz und Vorurteil“-Diskussion des Buchclubs am meisten mit Herzschmerz und Ängsten belastet. Obwohl „Stolz und Vorurteil“ Austens romantischster Roman ist, steckt er voller Animositäten und Missverständnissen unter Liebenden und schildert mit tödlich geistreicher Genauigkeit den schrecklichen Druck, den Soirées und Kleiderzwänge ausüben können. Der Tanz bei einem Dinner mit Abendgarderobe, zu dem sich der Buchclub begibt, ist in jedem Moment emotional genauso aufgeladen wie die Tanzveranstaltungen, die im Roman der Jagd auf potenzielle Ehemänner dienen, und Grigg und Jocelyn streiten sich so giftig wie Mr. Darcy und Elizabeth Bennett. Töchter leiden durch die Beziehungen zu Müttern und Vätern im heutigen Buchclub genauso sehr, wie sie es im Buch tun.
Vor dem Hintergrund von „Verstand und Gefühl“, in dem die romantischen Hoffnungen zweier verarmter Schwestern durch unpassende arrangierte Verlobungen behindert werden, diskutieren die Buchclub-Mitglieder ihre widersprüchlichen Sichtweisen und Haltungen. Aber es ist „Verführung“, das letzte Buch der Buchclub-Diskussionen, mit dem sich alle Geschichten auflösen: Es geht um ein Paar, das sich vor Jahren im Streit getrennt hat und nach vielem Zögern und Missverständnissen seinen Weg zurück zur Versöhnung und die Liebe wieder findet. Das Thema der zweiten Chancen ist ein wichtiger Gedanke für Prudie und Dean und für Sylvia und Daniel. Und das Thema „Spiel mit der Liebe“ inspiriert Jocelyn, Grigg, Allegra und Bernadette auf ihre ganz eigene Weise. Die finalen romantischen Verstrickungen des Buchclubs haben eine befriedigende Auflösung und Richtigkeit – ganz genau so wie Eheschließung und Happy-Ends immer das letzte Wort in Austens Romanen haben.