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    Thriller, Science Fiction | USA 2008
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      • | Produktion: Jennifer Lynch übernimmt die Regi

      • Jennifer Lynch war erst 19 Jahre alt, als sie das Drehbuch zu „Boxing Helena“ (Boxing Helena) schrieb. Mit 22 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „The Secret Diary of Laura Palmer“ (Das geheime Tagebuch der Laura Palmer). Ihr Buch hielt sich 15 Wochen lang auf der Bestsellerliste der New York Times. 1993 profilierte sie sich im Alter von 24 Jahren als jüngste Regisseurin der amerikanischen Filmgeschichte, als sie ihr „Boxing Helena“-Drehbuch inszenierte. Der Film war im selben Jahr für den Grand-Jury-Preis in Sundance nominiert.

        „Ob es einen Unterschied macht, dass ich als Frau an diesem Film arbeite? Durchaus. Wenn man Mutter ist, sieht man die Dinge anders, auch durch die Augen des Kindes. Man bekommt eine neue Chance, Dinge als Wunder wahrzunehmen. Und man bekommt eine neue Chance, die Dinge unvoreingenommen und bedingungslos zu lieben. Komischerweise kann ich mich gar nicht recht an die Zeit erinnern, als ich noch kein Kind hatte. Ich war immer Mädchen und Frau, habe mich entsprechend ausgedrückt. Ich weiß also nicht, ob ich den Film anders drehen würde, wenn ich nicht Mutter meiner Tochter oder Tochter meiner Mutter wäre.“

        „Die große Kraft der Menschheit liegt in den Augen eines Kindes. Und in diesem Film gibt es Frauen, die erheblich stärker sind als die Frauen, die wir jahrelang auf der Leinwand erlebt haben. Eine normale Mutter verhält sich sicher nicht so, wenn sie gerade mal nicht am Herd steht… oder vielleicht doch. Jedenfalls verhält sich die Mutter meiner Tochter so, wenn sie nicht am Herd steht!“

        Als Filmemacherin vertritt Lynch eindeutige Standpunkte. Vor kurzem produzierte sie etliche Kurzfilme, darunter „Some of an Equation“ und „Handicap City“. Als Darstellerin wirkte sie in dem Kurzfilm „Slumming“ mit. Daneben inszenierte sie 1995 die Episode „Quadriplegia, Nymphomania, and HIV-Positive Night“ zur Fernsehreihe „Joe Bob’s Drive-In Theater“, und sie verfasste Episoden zur TV-Serie „Friday the 13th“ (Erben des Fluchs).

        „Ich finde es toll, wenn die Zuschauer in den merkwürdigen Momenten plötzlich überlegen: ,Äh, also das sollte mir eigentlich keinen Spaß machen.‘ Mir ist das beim Drehen gewisser Szenen genauso gegangen. Ist es nett oder angemessen, wenn es mir Spaß macht, Köpfe platzen zu lassen? Vielleicht! Aber objektiv gesehen doch wohl eher nicht. Doch tief im Herzen finde ich diese Aspekte der Story richtig lustig.“

        „Die langen Tage auf dem Highway, unter den extremen Witterungsbedingungen, die Kameradschaft im Team, der unermüdliche Einsatz, all das Engagement und Herzblut – darüber rede ich am liebsten. Die Schönheit der Straße, der Himmel, der sich vom diesigen Blau ins Weiß der Wolken verwandelt, dann in Sturmwolken, die Regen und 100 Stundenkilometer Windgeschwindigkeit bringen, Frösche, die so bizarr quaken, dass sie fast wie Zikaden klingen, Trucks, Mitarbeiter, zerbeulte Autos, Leute, die eine Art Folter ertragen müssen… was die Filmfiguren ertragen müssen, musste auf andere Art auch unser Team aushalten: Mutter Natur hat uns fertiggemacht. Doch gerade die Tragödie lässt uns zusammenrücken, stimmt’s? In schlimmsten Zeiten findet man die besten Freunde!!“

        „Ich weiß nicht, wie ich aussehe, wenn ich Regie führe. Ich weiß nicht, wie es ist, mich dabei zu beobachten, denn ich gehe ganz in dieser Situation auf und bin mir meiner selbst überhaupt nicht mehr bewusst. Ich kann mir also nicht vorstellen, wie es ist, wenn andere mich bei der Arbeit beobachten. Aber ich denke darüber nach, wenn ich DVDs anschaue und andere Regisseure bei der Arbeit sehe; ich hoffe, dass mir das hilft, und ich freue mich, wenn ich erkenne, dass es bei dieser Arbeit keine ,richtige‘ Methode geben kann. Alles hängt von der eigenen Persönlichkeit ab. Damit das funktioniert, muss man gewisse Regeln befolgen – aber es kommt immer darauf an, wie man sie anwendet. Wenn die Zuschauer meiner Arbeit etwas Interessantes abgewinnen, ist das wunderbar.“
        „Ich bin kein Fernsehmensch. Der Bildausschnitt interessiert mich, aber den sehe ich auf dem Monitor. Für mich gibt es keinen Grund, mich von den Schauspielern fernzuhalten. Dadurch würde alles nur viel komplizierter. Ich finde es ungeheuer wichtig und aufschlussreich, den Schauspielern so nah wie möglich zu sein. Hoffentlich wirkt sich das auf den Film aus.“
        Jennifer Lynch stammt aus Philadelphia/Pennsylvania, sie wuchs in Los Angeles auf und studierte an der Interlochen Arts Academy in Michigan. Vor allem die unschätzbare Zusammenarbeit mit ihrem Vater David Lynch an seinen Filmen „Blue Velvet“ (Blue Velvet), „Dune“ (Dune – Der Wüstenplanet) und anderen trug zu ihrer Ausbildung bei.

        Geschichten mit unterschiedlichen Perspektiven
        „Rein von der Technik her war es schwierig, die Perspektiven klar voneinander zu trennen. Im Grunde erzählen drei Leute dieselbe Geschichte, die jeder aber ganz unterschiedlich wahrnimmt. Wie sieht die jeweilige Story also aus? Welche Farbe hat sie? Was fehlt? Was ist wichtig in der Kindergeschichte im Vergleich zur Story der Drogenabhängigen, die manches nicht mitbekommt, weil sie zugedröhnt ist? Oder im Vergleich zum Cop, der gerade in eine andere Richtung schaut? Jede Szene bekommt so eine eigene Perspektive, und die ergeben ein verstörendes, kompliziertes Ballett des Geschichtenerzählens. Jeder Beteiligte übernimmt einen Part in der Geschichte, der absolut deutlich werden muss, und jeder muss die ganze Geschichte aus seiner Perspektive darstellen.“

        „Bei der Erstellung des Drehplans gaben wir den Schauspielern höchste Priorität. Jeder Schauspieler lügt in Bezug auf die Ereignisse. Sie stellen also nicht nur eine Lüge dar, sondern sie müssen wirklich lügen. Das sieht man ihren Gesichtern an. Und wenn das FBI sie verhört, spielt sich etwas auf den Gesichtern ab, das sie sozusagen verrät – so etwas passiert nur, wenn man lügt. Das war das Einzige, was wir beim Drehplan bedenken mussten. Es war wichtig, mit der ersten Nacht anzufangen und in dieser Reihenfolge weiterzumachen.“
        Lynch lebt heute mit ihrer Tochter Sydney in Los Angeles.

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