Die Idee zu „Vielleicht, vielleicht auch nicht“ wurde vor einigen Jahren geboren, als Autor und Regisseur Adam Brooks sich entschied, eine Liebesgeschichte zu schreiben, die über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren spielt. „Es gibt eine Tradition von Filmen, deren Inhalt sich über eine längere Zeitperiode spannt“, sagt der Filmemacher. „Was mir daran gefällt, ist die Möglichkeit, einen Charakter über diese Zeitspanne sich entwickeln zu lassen.“ Die romantische Komödie, in dem der männliche Hauptpart die Geschichte erzählt, wurde in die komplizierte Welt der Politik versetzt.
„Ich liebe die Tradition romantischer Komödien, die einen breiteren, größeren Hintergrund als nur den der Liebesgeschichte haben. Einen Film wie „Nachrichtenfieber“ zum Beispiel“, ergänzt Brooks. „Ich wollte immer schon eine Story über einen jungen Mann schreiben, der mit all seinen Hoffnungen und Träumen in die große Stadt kommt.“
In Brooks Drehbuch geht es um Will Hayes, einen in Scheidung lebenden Vater, der sich seiner früheren Jahre als aufstrebender Politiker zurück erinnert, als er seiner 10-jährigen Tochter versucht zu erklären, wie es dazu kam, die Frau zu heiraten, von der er jetzt geschieden wird, nämlich ihrer Mutter.
Als Drehbuchautor arbeitete Brooks zuvor mit Working Titles Film schon an verschiedenen Projekten, darunter „Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns“, „Wimbledon“ und „French Kisses“. Deshalb trug man ihm an, nicht nur das Drehbuch zu verfassen, sondern auch die Regie zu führen. „Working Title ist meine Filmheimat“, beschreibt Brooks. „Ich schreibe mit der größten Zuversicht und vertraue ihnen bei der Zusammenarbeit voll. Und ich weiß, wenn man mit Working Title einen Film entwickelt, ist es eine sehr gute Chance, dass er auch umgesetzt wird.“
Die Produktionsfirma, geführt von Eric Fellner und Tim Bevan, produzierte in letzter Zeit Filme wie „Abbitte“, „United 93“, „Mr. Bean macht Ferien“, „Tatsächlich ….Liebe“, „Die Dolmetscherin“, „Notting Hill“ und „O Brother, Where Art Thou?“, und pflegt eine langjährige Zusammenarbeit mit Leuten wie Richard Curtis, Hugh Grant, Cate Blanchett, Keira Knightley, den Coen-Brüdern, Colin Firth, Rowan Atkinson und Emma Thompson, neben vielen weiteren Filmschaffenden.
Es hat sich als wichtig für Fellner und Bevan erwiesen, Filmemachern die Mittel eines großen Studios sowie auch das Gefühl der Unabhängigkeit zu bieten, wie es Fellner zusammenfasst. Brooks letztes Projekt war keine Ausnahme. „Wenn du talentierte Leute, seien es Autoren, Regisseure oder Schauspieler, findest und mit ihnen auf einer regelmäßigen Basis arbeitest“, erklärt Fellner, „muss man nicht viele Worte finden, um eine Vertrauensbasis aufzubauen.“
Die Charaktere in Brooks Drehbuch für „Vielleicht, vielleicht auch nicht“ fanden Anklang bei den Produzenten, die erfreut waren, dass die Story nicht nur von zwei Leute handelt, die sich verlieben, sondern auch die Begleiterscheinungen aufzeigen, die zum Bruch führen. „Ich mochte die Idee, einen Film um eine Anzahl von Beziehungen – und nicht nur um eine einzige – aufzubauen“, bekennt Fellner.
Liza Chasin von Working Title, die als ausführende Produzentin an Filmen wie „Stolz und Vorurteil“ und „Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns“ fungierte, arbeitete mit Brooks bereits an acht Projekten und auch bei „Vielleicht, vielleicht auch nicht“ als ausführende Produzentin zusammen. Die Entscheidung für Brooks als Regisseur beschreibt sie als einfach. „Es war ein natürlicher weiterer Schritt in unserer Beziehung, die dazu führte, dass Brooks das nächste Projekt auch inszenieren würde.“ Fellner stimmt dem zu. „Er kam mit dem Vorschlag, er entwickelte ihn, er wusste, was zu tun ist“, sagt Fellner. „Wir waren wirklich heiß darauf, diese Möglichkeit zu nutzen.“
Die schwierigste Entscheidung war die Besetzung des zentralen Charakters, den aufstrebenden Politiker Will Hayes. Mit seiner Arbeit als FBI Special Agent Richard Messner in Working Titles Action-Thriller von 2007, „Smokin` Aces“, beeindruckte der Schauspieler Ryan Reynolds die Filmemacher der Company. So schlugen sie ihn Brooks als zentrale Rolle vor. „Ryan ist gut in Comedies, aber auch im Drama“, sagt Fellner. „Als wir „Smokin` Aces“ abgedreht hatten, waren das Studio und ich mir im Klaren darüber, dass er definitiv ein großer Star ist.“
Als Brooks Reynolds zum ersten Mal traf, war er überzeugt, dass er die richtige Besetzung für Will Hayes war. „Eines der ersten Dinge, die er zu mir sagte, war `Es ist so etwas wie eine Jimmy Stewart-Rolle`“, erinnert sich Brooks. „Und das war es, das mir immer vorschwebte. Bei ihm hatte ich sofort das Gefühl, dass er das umsetzen könnte, eine Qualität, die nicht einfach zu finden ist.“
Auch Reynolds Vielseitigkeit war ein Grund, ihn für diese Rolle zu verpflichten. „Ich glaube, Reynolds kann seine Rolle und sein Umfeld, in dem er sich befindet, einfach glaubwürdig rüberbringen, und er besitzt außerdem ein fehlerloses Timing für die Komik“, lobt Brooks.
Will erzählt seiner Tochter sein kompliziertes Liebesleben mit den drei wichtigsten Frauen in seinem Leben, ändert aber ihre Namen. So erfährt seine altkluge Tochter nicht, um welche Frau es sich handelt, die er geheiratet hat und von der er nun geschieden werden soll. Für den Schauspieler war „Vielleicht, vielleicht auch nicht“ eine Weiterentwicklung seiner Comedy-Rollen in vorhergehenden Filmen wie „Abserviert“ und „Wild X-mas“.
„Ich sage immer, es ist eine romantische Detektivgeschichte“, sagt Reynolds. „Bei den meisten romantischen Komödien weiß man schon auf Seite 2, wie es ausgeht. Bei dieser wusste ich es bis zur letzten Seite nicht.“
Reynolds sah Will als einen Mann, dessen Leben aufgrund verschiedener Einflüsse geformt wird: vorrangig von seiner Tochter, dann von den drei großen Lieben seines Lebens und schließlich auch von New York City. Nachdem sein demokratischer Kandidat die Präsidentschaft gewonnen hatte, gründete Will mit seinem besten Freund Russell (Derek Luke) eine politische Beratungsfirma.
Ein weiterer ausschlaggebender Einfluss auf Wills Leben war der 42. Präsident, sein persönlicher Held. „Er war unser JFK – es hatte einen Grund, dass er mein Präsident war, denn er wollte etwas verändern“, identifiziert sich Reynolds mit seiner Rolle.
Nachdem Will den mittleren Westen verlies, um seinen politischen Träumen nachzugehen, trifft er in New York City als erstes auf Summer Hartley, eine etwas komplizierte Hochschulabsolventin, die mit ihrem viel älteren Professor eine Affaire hat. Für die Rolle der Summer schlug Fellner die britische Schauspielerin Rachel Weisz vor, die zuvor schon in „About a Boy – Der Tag der toten Ente“ und in „Der ewige Gärtner“ (hier mit einem Oscar ausgezeichnet) für Working Title Films arbeitete. „Wir schauen immer, dass wir für Rachel eine Rolle haben“, sagt Fellner. Der Produzent, der davon überzeugt war, dass Weisz gerne diese Rolle in einer Komödie annehmen würde, kommentiert: „Sie ist sehr lustig und hat einen großartigen Sinn für Humor.“
Autor und Regisseur Brooks stimmte dem zu und bemerkt: „Rachel hat eine Aura, Charisma und eine Kraft für diese Rolle, so wie man es sich für Summer vorstellt.“
Die anfängliche Freundschaft zu Summer entwickelt sich zu einer Romanze. Summer startet ihre großartige Karriere als Journalistin, die sich der Politik widmet und was schließlich in einem Interessenkonflikt zwischen ihr und Will endet. „Summer ist jemand, der sich nicht darum kümmert, was andere Leute über sie denken“, sagt Weisz. „Sie ist ziemlich mutig, sehr ambitioniert und macht sich keine Sorgen.“
Eine weitere Frau in Wills Leben ist April, eine offenbar völlig unmotivierte Nonkonformistin, die Will während seiner Arbeit für die Präsidentenwahl im Headoffice trifft. Entgegen den anderen in diesem Büro arbeitet April nur, um Geld zu verdienen. Was sie aber nicht davon abhält, ihre Meinung mit Will zu diskutieren. „Für April brauchten wir jemanden, der hitzköpfig und naturgewaltig agieren sollte“, erinnert Bobby Cohen. „So jemanden hat Will noch nie vorher getroffen – passioniert, sarkastisch, brillant.“
Um diese Rolle zu besetzen, traf sich Brooks mit Isla Fisher, deren vorherige komödiantischen Arbeiten ihn beeindruckt hatten. „Ich war ziemlich aufgeregt, sie zu treffen, denn in „Die Hochzeitscrasher“ war sie großartig“, erinnert sich Brooks. „Nachdem ich eine Stunde mit ihr verbracht hatte, wusste ich, dass sie die Richtige für diese Rolle sein würde. Es war nicht nur ihr knallartiger Sinn von Humor, sondern die ungewöhnliche Art und Weise, wie sie die Dinge sieht und wie sie über die Filmstory erzählte.“
Fisher brachte Nuancen in die Rolle, die die Filmemacher überraschten. Fellner sagt: „Dramatische Momente konnte sie leichtfertig zum richtigen Zeitpunkt in eine andere Richtung drehen. Sie war von Anfang an einfach brillant.“
„Am meisten liebe ich an April, dass sie so frech und kratzbürstig ist, und einfach sagt, was sie denkt“, sagt die australische Schauspielerin. „Will und April haben so eine Art Spencer Tracy/Katherin Hepburn-artige Beziehung. Sie sind sehr streitlustig, aber es ist auch eine Menge an Liebe und sexueller Spannung zwischen den beiden.“
Fisher war nicht nur von der Rolle, sondern auch von Brooks Drehbuch hingerissen, das nicht nur voller Klischees war. „`Vielleicht, vielleicht auch nicht` ist ein Film über Liebe“, sagt sie. „Es geht um romantische Liebe, unerwiderte Liebe, väterliche Liebe, verlorene Liebe und Liebe zwischen Freunden.“
Für die Rolle der Emily, Wills Jugendliebe am College, die ahnt, dass er nach seiner Tätigkeit an der Präsidentenwahlkampagne nicht nach Madison zurückkehren wird, entschieden sich die Filmemacher für Elizabeth Banks. Die vielseitige Schauspielerin, die eine Bandbreite von beispielsweise dramatischen Nebenrollen in „Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg“ und „Unbesiegbar – Der Traum eines Lebens“ und einer überraschenden Wendung in dem Horrorthriller „Slither“ und dann in der Komödie „Jungfrau (40) männlich, sucht“ aufweisen kann. „Elizabeth ist eine wunderbare Geschichtenerzählerin“, sagt Brooks „Sie hat diese Begabung, gleichzeitig absolut real, berührend und lustig zu sein.“
Für Banks gab es keine großen Überlegungen, für diese Rolle in „Vielleicht, vielleicht auch nicht „ zuzusagen. „Es ist nicht einfach, wirklich gut geschriebene weibliche Rollen zu finden“, gibt sie zu. „Und dieser Film hat gleich drei dieser großartigen Rollen – alle unterschiedlich, jedoch ergänzend, was die Geschichte so komplex und interessant macht.“
Für die Rolle von Wills bestem Freund, Russell McCormack, schlugen die Produzenten von Working Title einen weiteren Darsteller vor, mit dem sie schon zuvor erfolgreich gearbeitet hatten: Derek Luke. „Wir hatten gerade „Catch a Fire“ gemacht“, sagt Fellner, „und Derek war in diesem Film einfach brillant.“
Luke, der sein Filmdebüt in Denzel Washingtons „Antwone Fisher“ gab, sagte sofort zu. „Da sind zwei verschiedene Männer mit zwei verschiedenen Backgrounds, aber sie haben beide den selben Traum“, bemerkt Luke. „Russell, der eine sehr zielgerichtete Person ist, gibt Will das Gespür für den Schwerpunkt. Ich glaube, Will wiederum vermittelt Russell eine gewisse Prise von Realität mit all ihren Träumen und Zielen.“
Und schließlich gibt es in Wills Leben einen weiteren wichtigen Menschen, und das ist seine 10-jährige Tochter. „Einer der wunderbarsten Elemente in diesem Film ist die Liebesgeschichte zwischen Will und seiner Tochter Maya“, sagt der ausführende Produzent Cohen.
Die Suche nach der richtigen Darstellerin für Maya war ziemlich vorhersehbar, nachdem die Filmemacher die hoch gelobte Comedy „Little Miss Sunshine“, für die Abigail Breslin für ihre Rolle mit einer Oscar-Nominierung bedacht wurde, gesehen hatten. „Wie jeder andere auch, waren wir einfach begeistert von Abbys Darstellung“, macht Liza Chasin das Kompliment.
„Sie ist wirklich eine fantastische junge Schauspielerin – unglaublich konzentriert, unermüdlich und fröhlich“, sagt Brooks. „Diese Qualitäten, die wir bei all unseren Schauspielern verlangen, hat sie bereits als 10-Jährige“.
Breslin, die während der Dreharbeiten in ihrer Heimatstadt New York City arbeitete, beschreibt „Vielleicht, vielleicht auch nicht“ als einen Film über Veränderungen. „Ich glaube, es geht um Menschen, die vergeben und das Leben weiterführen – und immer in die Zukunft schauen“, sagt sie. Maya hört der Geschichte, die ihr Vater erzählt, nicht nur zu, sie unterbricht ihn mit Kommentaren und bohrt mit Fragen nach Antworten. „Sie ist, in ihrer eigenen Art, ein bisschen naseweis“, lacht Breslin, „Maya ist sehr eigensinnig.“
Abigail findet es toll, dass am Ende des Drehbuchs die Tochter diejenige ist, die durch ihren Einfluss auf Will dazu beiträgt und ihm hilft, herauszufinden, wen er wirklich liebt.
Reynolds ist voll des Lobes für Breslins Darstellerkunst. „Abby sieht wirklich alles“, bemerkt er. „Dieses kleine Mädchen ist wie ein Schwamm, sie saugt alles in sich auf. Was ich am meisten an der Arbeit mit Kindern wie ihr liebe, ist die Tatsache, dass du nichts vor ihnen verbergen kannst. Du weißt, dass du nicht lügen kannst, sie bekommen es sofort raus.“
Bevor die Dreharbeiten begannen, konnte sich die Truppe den seltenen Luxus intensiver Vorbereitungen und Proben mit dem Regisseur leisten. Brooks Drehbuch erlaubte den Darstellern, für sich selbst Wiederholungen der 16-jährigen Periode, die der Film umfasst, zu tätigen. Der Filmemacher wusste, dass sie nicht nur das Skript vor Augen hatten, sondern Schlüsse aus ihrem eigenen Leben ziehen und die sie mit einbringen konnten. Als das Shooting dann losging, munterte er die Schauspieler auf, zu improvisieren. „Während der Proben gab es für jedermann die Chance, darüber zu sprechen, was geht und was nicht möglich ist“, sagt Brooks. „So konnten wir dann die eigentlichen Dreharbeiten beginnen, ohne dass noch über die Szenen debattiert werden musste. Ich war sehr glücklich, als es los ging und ich nicht mehr auf das Drehbuch achten musste – wenn die Worte verflogen und das Skript zum Leben erweckt wurde. Die Schauspieler, die wir hatten, konnten das.“
Reynolds war der Meinung, dass die Beziehungen zu den drei weiblichen Hauptfiguren seinen Charakter gut widerspiegelten. Zum Beispiel seine Beziehung zu Rachel Weisz. „Mit Rachel fühlte ich mich immer wie ein kleiner Junge, so wie Will“, sagt er. „Summer ist eigentlich eine Nummer zu groß für ihn. Sie ist sehr sophisticated und intelligent, eine wunderschöne Frau.“
Mit Elizabeth Bank jedoch hatte Reynolds eine mehr relaxte Beziehung, so wie im Film zwischen Will und Emily. „Emily ist offensichtlich wunderschön und fantastisch, aber halt aus Wills kleinem Heimatort“, erzählt Reynolds. „Ich fühlte mich immer gut mit ihr, sowie es auch Will getan hatte.“
Bei Isla Fisher mit ihrem eigensinnigen Charakter, der April darstellt, wusste Reynolds nicht, was ihn erwartet. „Da gibt es etwas Mysteriöses, aber es ist auch eine wundervolle Herausforderung“, sagt er.
Nachdem die Besetzung und die Proben komplett waren, fingen die eigentlichen Dreharbeiten in New York City an.
Die romantische Komödie spielt fast ausschließlich in New York. Die Zeitspanne von 16 Jahren, von 1992 bis 2008, befasst sich nicht nur mit den Charakteren, sondern auch mit der Metropole selbst. „Es war wirklich eine Herausforderung, die Geschichte zu erzählen, wie sich die Stadt während dieser Zeit änderte“, sagt Brooks. Will Hayes, ein idealistischer und enthusiastischer junger Mann, kommt von Madison, Wisconsin, nach New York. „Eine Menge junger Menschen kamen in die Stadt, um hier zu leben“, kommentiert er die Situation, „aber nun können es sich viele nicht leisten.“
Als hauptverantwortlichen Kameramann berief Brooks einen Freund der Familie, Florian Ballhaus, ins Team. Der Sohn des legendären Kameramanns, Michael Ballhaus, und Brooks kannten sich bereits aus vorherigen gemeinsamen Arbeiten.
Um New York City, wie es in den frühen 90er Jahren war, richtig darzustellen, war sich Brooks bewusst, einen Produktionsdesigner finden zu müssen, der gemeinsam mit Ballhaus das Bild zu findet, wie es in der Ära vor Giuliani bis ins Jahr 2008 war. „Die Stadt war viel schmutziger und nicht so sicher wie heutzutage, aber gleichzeitig hatte sie mehr jugendliche Energie“, führt der in Kanada geborene Filmemacher, der in jungen Jahren nach New York zog, um die NYU`s Film School zu besuchen, aus.
Brooks heuerte die in New York lebende Stephanie Carroll, deren Arbeit er seit vielen Jahren bewundert, als Produktionsdesignerin an. „Stephanie legt ihre Seele in ihre Arbeit“ kommentiert der Regisseur. „Sie besitzt eine wunderschöne und raffinierte Ästhetik, jedes Design wirkt absolut echt und mit Leben gefüllt.“
Ein weiteres wichtiges Mitglied in Brooks Gruppe hinter der Kamera war Editor Peter Teschner. „Ich wollte jemanden, dem man vertrauen konnte, einem erfahrenen Schnittmeister, der bereits eine Menge an Komödien bearbeitet hatte“, sagt Brooks zu seiner Suche. „Und mit Peter habe ich das gefunden“.
Brooks hatte genaue Vorstellungen von dem New York der 90er Jahre, die sich mit denen von Designerin Carroll deckten. Sie sagt: „Schon von Anfang an war mir klar, dass Adam die Vergangenheit sehr farbenprächtig dargestellt haben wollte.“
Obwohl die 90er Jahre nicht wirklich weit entfernte Vergangenheit sind, war es für die Crew eine große Herausforderung, die City in die Zeit zurück zu versetzen. Nicht nur, dass in der Innenstadt neue Gebäude aus dem Boden geschossen sind, wo der größte Teil der Story spielt, die Werbung allgegenwärtig, die es vor Jahren noch nicht gab. „Taxen und Busse hatten damals noch keine Werbung auf den Fahrzeugen“, bemerkt Carroll. Um das New York der frühen 90er Jahre zu kreieren, musste die Produktion Autos und Busse aus der damaligen Zeit besorgen, sie mieteten alte Mülltonnen, brachten Graffiti-Malereien an und verstreuten Müll in den Straßen.
Eine Location reflektierte vor allen Dingen die Veränderung der Stadt, in der sich Will in den 90ern aufhielt: das Two Guys Deli, wo er täglich seinen Kaffee und sein Päckchen Zigaretten kaufte. Als er zum ersten Mal Two Guys besuchte, sah es wie eine typische etwas heruntergekommene New Yorker Bodega aus, in der man eine merkwürdige Auswahl an Lebensmitteln, nicht gerade das frischeste Obst, Zigaretten, kleine Snacks und Zeitungen kaufen konnte. Carroll fand einen leeren Laden in der Columbus Avenue in der Upper West Side, wo sie diese Bodega so wahrheitsgetreu nachbaute, dass regelmäßig Passanten eintraten, um hier etwas zu kaufen. Sogar ein City-Inspektor, der nicht wusste, dass hier ein Film gedreht wurde, drohte einem von Carrolls Team eine Strafe an, da er Zigaretten ohne Zollbanderole verkaufen würde.
Neue Technologien würden dem Fortschreiten der Zeit folgen. Als Will zum ersten Mal 1992 im Headquarter erschien, wo er an der Kampagne arbeiten würde, ist er völlig verwirrt über die neueste Innovation der Telekommunikation: das mobile Telefon. Das damalige Handy war allerdings schwer wie ein Stein, wog einige Kilos. „Als wir erstmals Ryan sehen, wie er mit dem Mobiltelefon umgeht, gehört das zu den alten Details, die wir berücksichtigen mussten“, lacht Chasin.
„Ich erinnere mich, dass ich während des Films eine große Aktentasche, in der das Telefon verstaut war, herumtrug“, erinnert sich Carroll. „Ich glaube, dass wird zu einigen Lachern führen, wenn die Leute das sehen.“
Zu einer der größten Herausforderungen der Produktion gehörte mit Sicherheit der Drehplan bezogen auf die vielen Locations. Die Darsteller sind gleichzeitig in Szenen zu sehen, die in verschiedenen Zeitperioden spielen. Zwei der wichtigsten Szenen, einschließlich Mayas Schlafzimmer, wo Will seiner Tochter seine Lebensgeschichte von Liebe und Verlust erzählt, und Wills Hotelzimmer, in dem er und sein Zimmergenosse ihre Strategien ausarbeiten, wie die Welt zu retten ist, wurden im Studio gebaut. „Während der 47 Drehtage waren wir an über 80 verschiedenen Locations“, erklärt Cohen. „Fast jeden Tag waren wir an zwei Drehorten in der Stadt, aber wir entschlossen uns, so viel wie möglich vom wirklichen Manhattan zu zeigen.“
Zu den Drehorten gehörten das Midtown Grand Hyatt Hotel, der Central Park und sein Zoo, der Fred Leighton Juwelierladen an der Upper East Side sowie an der Upper West Side Jake`s Dilemma Bar, wie auch Nolita`s Cafe Gitane, Tribecas Odeon Restaurant, die Wall Street-Firma SS&K und P.S. 89 in Battery Park City, wo Maya eine ihrer schockierendsten Lektionen über Vögel und Bienen lernt.
In der Stadt zu filmen, war es Wert, abgesehen von der Schwierigkeit, die Produktion durch die verkehrsreichen und verstopften Straßen Manhattans zu dirigieren. „Die Vorzüge von New York sind endlos“, sagt Chasin. „An jeder Ecke kannst du mit der Kamera irgendetwas Fantastisches einfangen.“
Eine der Hauptlocation in dem Film ist das Wahlkampfbüro der Demokraten, wo Will mit seinem Freund Russell 1992 arbeitet. In diesem Büro trifft Will auch April, das Mädchen, das so keinerlei Interesse an Politik hat, aber zu einer seiner großen Liebe seines Leben wird.
Als Vorbereitung für den Bau dieses Büros schlug Adam Brooks vor, dass das Produktionsteam sich Chris Hegedus und D.A. Pennbakers Dokumentation, „The War Room“, ansehen sollte. „Er wollte, dass dieses Büro Jugend und Idealismus ausstrahlen sollte“, sagt Produktionsdesignerin Carroll. „Energie war ein großes Anliegen“.
Carroll und ihr Team bauten das Büro in einem leeren Raum in der Flatbush Avenue in Brooklyn nach. Auch hier dachten die vorbeigehenden Passanten, dass es sich um ein echtes Wahlbüro handeln würde. „Sie dachten, Hillary würde hier vorbeikommen“, sagt Carroll. Und wirklich – einige Monate später gab der Juniorsenator von New York bekannt, dass Hillary als Kandidatin ausgerufen wurde.
Für das Kostümdesign wünschte sich Brooks den bereits Oscar-nominierten Gary Jones. „Er kreierte so tolle Sachen für die verschiedenen Genres“, sagt Brook. „Er gehört einfach zur Spitzenklasse!“
Die Produktion filmte eine Nachtszene in einem kleinen Park in Tribeca, in dem sich der aus der Provinz stammende Will und die mondäne New Yorkerin Summer zum ersten Mal treffen. Sie trägt ein rotes Kleid und bringt dem jungen Mann aus dem mittleren Westen ihre Version von Gershwins „I`ve Got a Crush on You“ als Ständchen.
„Das gehörte zu meinen liebsten Erfahrungen bei diesem Film, als wir in diesem kleinen Park in Tribeca mit diesen wahnsinnig tollen Lichtern drehten“, erinnert sich Brooks. „Das war ein magischer Moment“.
„Das war sehr süß, und ich habe zuvor niemals irgendwo, außer in meinem Badezimmer, gesungen“, lacht Weisz. „Es war aber sehr lustig, wie in einem Märchen, wenn du in einem roten Kleid eine Verabredung hast, du ein Liebeslied singst und es mit einem Kuss beendest“.
Das rote Kleid war eigentlich unüblich für den Charakter von Summer, wie es Kostümdesigner Jones sieht. „Das war ein Kleid für den großen Auftritt“, erinnert er sich. „Normalerweise bevorzugt Summer etwas gediegenere, sportlich-elegante Kleidung. Ihre Kleidung spiegelt ihre Herkunft von der Upper East Side wider“.
Isla Fishers April wiederum bevorzugt die Farben orange und rot und trägt den unkonventionellen downtown-Stil.
Für Elizabeths Rolle der Emily musste eine Entwicklung der Kleidung sichtbar sein. „Zu Anfang trägt sie die einfachere Kleidung, so wie man es in der Provinz tut, und am Ende wird sie sehr schick“, sagt Jones. „Ich glaube, dass New York sie dazu gebracht hat, sich selbst als Frau zu erkennen.“
Beim Einkleiden der drei weiblichen Hauptcharaktere für die Szenen, die in den 90er Jahren spielen, musste Jones, wie er meinte, einige Anpassungen vornehmen. „Als wir die echten Kleidungsstücke, auch in ihren eigenen Größen, den Damen anpassten, sahen wir, dass diese gewaltig aussahen“, sagt er. „Die Kleider hatten breite Schultern und kleine, schmale Taillen. Da gibt es bei einer Bluse genug Stoff für sechs weitere. Wir nahmen nur das Beste von allem und modifizierten es etwas, damit es nicht so unattraktiv wirkte.“
Die Kleidung, die Ryan Reynolds trug, war mehr oder wenig klassisch. „Politiker tragen gewisse Dinge für verschiedene Anlässe“, sagt Jones. „Sie wollen nirgends anecken, sie wollen für jeden Moment im Job vorbereitet sein.“
Derek Lukes Figur Russell McCormack trägt sportliche, konservative Kleidung, meistens naturfarben oder auch rot, weiß oder blau.
Während Maya nur in den Szenen vorkommt, die im Jahr 2008 spielen, konnte die Produktion diese an einem Tag drehen.
Um das Feeling der 90er Jahre am Set aufkommen zu lassen, stellte Brooks die Songs der damaligen Zeit zusammen. „Es ist ein Film mit einer Menge Musik“, sagt Brooks. „Da es ein Perioden-Film ist, trägt die Musik aus den 90er Jahren zur Erzählung der Geschichte bei. Sei es ein Song von R.E.M. oder Arrested Development oder Nirvanas „Come As You Are“, der als Handlungspunkt in dem Skript dient, all das dient dazu, die Zuschauer in die vergangene Zeit zu versetzen und hilft, die Charaktere besser zu verstehen.“
Reynolds, der fast in jeder Szene des Films auftaucht, nutzte auch für sich die Musik, um die Zeit zurück zu drehen. „Die Vorbereitung diente, um den Meilenstein für jedes Jahr zu finden“, sagt er. „Glücklicherweise habe ich selbst all diese Zeitperioden erlebt, so hatte ich den Bezug dazu. Ich weiß noch genau, was ich 1992 trug und ich erinnere mich an die Musik, die ich damals hörte.“
Der Soundtrack für den Film wurde von Clint Mansell komponiert, der 2007 eine Golden Globe-Nominierung für den Score zu „The Fountain“ erhielt.
„Ich liebe Clints Musik, vor allem, was er für Darren Aronofskys Filme komponiert hat“, sagt Brooks. „Ich freute mich, dass er gerne mit uns zusammenarbeiten wollte. Unsere größte Sorge war, die richtige Struktur und die emotionale Palette der Instrumentation zu finden. Es gibt eine klassische Art von Musik in romantischen Komödien“, fährt der Filmemacher fort. „Großartige Musiker kommen für einen Tag, schauen sich die Komposition an und spielen sie professionell, aber meines Erachtens ohne große persönliche Emotionen, ein. Wir entschieden uns, unsere eigene kleine Band zusammen zu stellen, mit der Hilfe von Ian Broudie, der früher bei The Lightning Seeds war. Die meisten der Musiker haben zuvor noch nie an einem Filmscore gearbeitet. Sie verbrachten einige Tage am Set, um sich mit den Themen vertraut zu machen. Als wir dann soweit waren, brachten sie ein wundervolles und vertrauliches Gefühl für die Musik auf. Das war genau das, was wir uns vorstellten.“
Die Besetzung und der Stab von „Vielleicht, vielleicht auch nicht“ sind gleichermaßen von dem Projekt überzeugt. Reynolds hofft, dass diese Comedy eine breite Zuschauergemeinde ansprechen wird. „Jeder, der selbst Erfahrungen mit zerbrochenen Träumen und brillanten Triumphen in der Liebe gemacht hat, und all den Dingen, die dazwischen liegen, findet sich garantiert hier wieder“, stellt er fest. „Das Leben ist unvorhersehbar und manchmal so chaotisch. Wills Entwicklung zeigt das und er bemüht sich, dagegen anzugehen.“
Für den Regisseur handelt der Film gleichermaßen über einen Vater, der in Scheidung lebt und einer Tochter, die ihm hilft, über die Entscheidungen in seinem Leben nachzudenken. Brooks fasst zusammen: „Durch die Erzählung über seines bisheriges Leben findet er den Weg herauszufinden, wer er wirklich ist, und durch die unerwartete Hilfe durch seine Tochter erkennt er, dass er eine zweite Chance in der Liebe hat.“