Mittwoch | 30. Mai 2012 | 22:37 Uhr
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  • FILMDETAILS | Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?
  • Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?

    Komödie, Krimi | USA 2008
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      • | Produktion: Am Set mit den Coens Brüdern

      • Bei so vielen Stars auf einem Haufen zog der Dreh naturgemäß die Aufmerksamkeit zahlreicher Paparazzi auf sich, aber wie es bei den Coen-Brüdern die Regel ist, liefen die eigentlichen Dreharbeiten glatt und reibungslos ab. Richard Jenkins sagt: „Sie legen den Schauspielern eine sehr große Verantwortung auf: Sie wissen genau, was sie wollen, aber sie wollen auch, dass du etwas eigenes dazu beiträgst.“ McDormand fügt hinzu: „Beim Dreh sind Joel und Ethan immer extrem gut vorbereitet. Sie planen alles bis ins letzte Detail, und das kommt immer auch den Schauspielern zugute. Wir müssen nicht darauf warten, dass sie irgendwelche Entscheidungen treffen. Sie erlauben zwar in einem gewissen Rahmen auch Improvisation, aber die Art und Weise, wie sie ihre Geschichten erzählen, beruht nun einmal nicht darauf, mit welchen spontanen Einfällen ihre Darsteller aufwarten. Und zusammen haben sie es leichter, ihre Vorstellungen anderen verständlich zu machen, weil sie die Diskussion darüber bereits zuvor untereinander geführt haben.“
        Swinton bestätigt: „Sie machen sich das alles schon beim Schreiben klar, so dass sie sich völlig einig sind, wenn es ans Drehen geht. Burn After Reading fühlte sich für mich als Neuling wie ein klassischer Coen-Brüder-Film an. Die Dreharbeiten liefen so mühelos und familiär ab – es war einfach großartig, dabei zu sein und ihren Arbeitsrhythmus live zu erleben. Es war die leichteste Arbeit, die man sich nur vorstellen kann, mal abgesehen von den Lachanfällen, die George und ich zwischen den Takes hatten.“ Swinton und Clooney waren bereits gut miteinander bekannt, da sie unmittelbar zuvor gemeinsam in MICHAEL CLAYTON vor der Kamera gestanden hatten. Für diese Rolle gewann Tilda Swinton einen Oscar.

        Clooney bemerkt: „Wenn ich selber als Regisseur arbeite, versuche ich, alles möglichst genauso zu organisieren wie Ethan und Joel. Ihr Stil ist schlichtweg der einfachste. Sie lassen einen zwar Sachen ausprobieren, aber am Ende läuft es doch immer darauf hinaus, dass man ihren Vorstellungen folgt, einfach weil sie nun mal einen sehr spezifischen Plan verfolgen. Es ist mir noch nie untergekommen, das sie eine Szene hätten proben müssen.“ Clooney weiter: „So ist eine Sache, die ich von ihnen übernommen habe, die Storyboards ins Drehbuch zu integrieren. Wenn man die Storyboards als Teil der Drehbuchseiten hat, die am jeweiligen Drehtag an alle Beteiligten ausgehändigt werden, ist das eine große Hilfe. Und ich habe mir auch gleich ihren Storyboard-Zeichner J. Todd Anderson für alle meine Filme gesichert.“

        John Malkovich, der ebenfalls schon als Regisseur gearbeitet hat, sagt: „Das wichtigste ist, die Coens wissen, wie man Filme macht. Außerdem sind sie alles andere als Kontrollfreaks. Sie wissen einfach, was sie in jeder einzelnen Einstellung zeigen wollen – wie es aussehen soll, wie es in die Story hineinpasst – also verlieren sie nie unnötig Zeit, und die ganze Sache hat dadurch ein unglaubliches Tempo. Sie treiben ihre Schauspieler ganz schön an, aber sie sind auch offen für neue Ideen und hören einem zu. Das ist für jeden Schauspieler ein Geschenk. Man kann richtig an der Figur arbeiten.“ Es sind genau diese Feinheiten bei der Charakterisierung ihrer Figuren, die den Filmen der Coens so viel Esprit und Stilbewusstsein verleihen.

        Frances McDormand sagt: „Was mich an diesem Film von Anfang an fasziniert hat war, dass er von erfolglosen Typen mittleren Alters handelt. George Clooney und Brad Pitt als Loser, das ist wirklich mal etwas neues. Man sieht Tragödien mit solchen Charakteren, und auch Komödien, aber selten eine Kombination aus beidem. Ich finde den Film zum Schreien komisch, aber den Figuren ist eben auch eine gewissen Tragik eigen.“ McDormand fügt hinzu: „Es gibt ja schließlich auch noch eine ganze Menge Leute mittleren Alters, die sich Kinofilme anschauen. Sie werden sich leicht in meine Figur und ihre Weltsicht hineinversetzen können. Linda will eine Generalüberholung ihres Körpers und außerdem den Mann fürs Leben finden, und ist nicht mehr in der Lage, an etwas anderes zu denken.“

        Clooney merkt noch an: „Meinen Figuren geben sie immer eine ganz bestimmte Macke mit. In O BROTHER, WHERE ART THOU? waren es die Haare, in EIN (UN)MÖGLICHER HÄRTEFALL die Zähne und in Burn After Reading ist es ... na, das werden Sie ja dann selbst sehen.“ So viel verrät Clooney dann aber doch: „Meine Figuren in den Filmen von Ethan und Joel nennen wir die ,Idioten-Trilogie’. Als es darum ging, die Kostüme für die Figur auszusuchen, fragte ich Mary Zophres, Kostümbildnerin, ob ich ein Goldkettchen tagen sollte. Und von da an kam eins zum anderen: Ich wusste ganz genau, wie dieser Typ aussehen müsste: hoch geschnittene Hosen, ein bisschen wie ein Nerd eben. Ich habe mich so gut in diese Figur hineinversetzen können, dass ich schon anfing, mir Gedanken zu machen. Aber als ich dann sah, wie Brad Pitt in engen Elastan-Shorts herumhüpfte, wusste ich, dass bei mir alles in Ordnung war.“

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