Mittwoch | 30. Mai 2012 | 22:44 Uhr
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  • FILMDETAILS | Die Kinder der Seidenstraße
  • Die Kinder der Seidenstraße

    Drama, Historie | Australien / China / Deutschland 2008
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      • Für einen Abenteurer ist das Timing perfekt: Als George Hogg, ein junger Brite, Weltenbummler und Oxford-Absolvent, 1937 in China eintrifft, haben die Japaner gerade den Nordosten Chinas besetzt. Als unerschrockener Nachwuchsreporter stürzt er sich ins Chaos und es gelingt ihm, bis in die von Japanern abgeschottete Stadt Nanking vorzudringen. Doch sein abenteuerlicher Streifzug durch die zerbombte Stadt endet mit einem Schock. Hogg wird zufällig Zeuge eines Massakers an Hunderten chinesischen Männern, Frauen und Kindern, die von japanischen Soldaten niedergemetzelt und anschließend auf einem Scheiterhaufen verbrannt werden.

        Entsetzt schießt Hogg zahlreiche Beweisfotos. Kurz darauf verhaften ihn die Japaner und unterziehen ihn einem strengen Verhör. Als sie die Fotos entdecken, ist Hoggs Hinrichtung nur noch eine Frage von Minuten. Aber Hogg wird in letzter Sekunde von einem Trupp chinesischer Widerstandskämpfer, unter dem Kommando des charismatischen Partisanenführers Jack Chen, gerettet. Hogg und Chen freunden sich an.

        Kurz darauf müssen sie hilflos mit ansehen, wie zwei Kollegen von Hogg auf offener Straße ermordet werden. Sie selbst entkommen nur knapp, indem sie in den Fluten des Yangtse Fluss springen. Verletzt und völlig entkräftet retten sie sich ans Ufer, an dem Hogg ohnmächtig zusammenbricht. Tage später erwacht er in einem improvisierten Feldlazarett, in dem sich Lee Pearson, eine amerikanische Krankenschwester, liebevoll um ihn kümmert. Sie schlägt Chen vor, dass Hogg sich an einem Ort namens Huang Shi von seinen Verletzungen erholen soll.

        Als Hogg dort eintrifft, entdeckt er in einem verlassenen, von Ratten verseuchten Schulgebäude sechzig Waisenjungen. Nur eine alte Frau namens Lo San kümmert sich um sie. Shi-Kai, der halbwüchsige Anführer der Jungen, hasst den Neuankömmling auf den ersten Blick und will nichts mit Hogg zu tun haben.

        Gleich in der ersten Nacht wird der Brite von den Kindern angegriffen, und wieder rettet ihm ein fast Unbekannter das Leben: Es ist Lee, die in diesem Augenblick mit medizinischen Vorräten angereist kommt. Hogg will Huang Shi so schnell wie möglich wieder verlassen, um von der Front über das Kriegsgeschehen zu berichten.

        Lee hingegen möchte, dass er bleibt und sich um die Kinder kümmert. Am nächsten Morgen verabschiedet sie sich, um andere Krankenstationen zu besuchen – und überlässt Hogg ungerührt seinem Schicksal. Der macht das Beste aus der Situation und beginnt damit, einen alten Stromgenerator der Schule zu reparieren und ein Basketball-Feld zu bauen. Außerdem besucht er Madame Wang (Michelle Yeoh), eine Freundin von Lee, die in einem nahe gelegenen Städtchen regen Handel betreibt - angefangen mit Lebensmitteln, bis hin zu Opium.

        Madame Wang ist Hogg sofort in stiller Zuneigung zugetan. Er erhält von ihr entscheidende Hilfe. Z. B. legt er mit dem von Frau Wang zur Verfügung gestellten Saatgut gemeinsam mit den Kindern einen Gemüsegarten an, der ihre Not fürs Erste lindert.

        Einige Zeit später trifft Chen in Huang Shi ein. Er warnt Hogg vor dem Herannahen der Japaner und davor, dass chinesische Nationalisten damit begonnen haben, Kinder für die Armee zu rekrutieren. Hogg begreift, dass seine Schutzbefohlenen in Gefahr sind und schmiedet einen Plan.

        Als Lees Hospital von den Japanern bombardiert wird, kehrt sie nach Huang Shi zurück. Sie ist angenehm überrascht, von den Veränderungen die dort stattgefunden haben, und dem Respekt und der Treue der Waisenjungen, die sich Hogg erworben hat, sogar von dem hasserfüllten Shi-Kai. Hogg und Lee entwickeln immer sichtbarer Gefühle füreinander.

        Unterdessen rücken die Japaner näher. Hogg sieht ihre einzige Überlebenschance darin, nach Westen zu fliehen, über die Seidenstrasse, um sich und die Kinder im Dorf Shandan am westlichen Ende der Wüste Gobi in Sicherheit zu bringen.

        Unterstützt von Madame Wang, die sie für ihre strapaziöse Reise mit Handkarren, Vorräten und Eseln ausstattet und Hogg aufopferungsvoll vor dem Gefängnis schützt, machen sich Hogg, Lee, Chen und die Waisenkinder im tiefsten Winter auf den mehr als 1000 Kilometer langen Weg. Unterwegs im unwegsamen Gebirge und endloser Wüste haben sie mit Blizzards und Sandstürmen zu kämpfen, und sie entgehen mehrfach nur knapp dem Tod, als es zu Begegnungen mit japanischen Soldaten und chinesischen Nationalisten kommt.

        Angst und Spannung wachsen, und das beeinflusst auch die Beziehung der drei Erwachsenen. Hoggs Gefühle für Lee wachsen weiter, doch er muss irritiert feststellen, dass auch Chen und Lee etwas verbindet. Gegen Ende ihrer Flucht geraten die beiden Männer aneinander, und Chen enthüllt Hogg Lees tragisches Geheimnis. Schließlich erreichen sie das Dorf Shandan – erschöpft, aber glücklich.

        Tragischerweise verletzt sich Hogg bald darauf und erkrankt an Tetanus. Die verzweifelten Versuche, sein Leben zu retten, schlagen fehl. Als George Hogg tief erfüllt vom Glück seiner erfolgreichen Reise stirbt, ist es, als hinterließe er Lee und „seinen“ Kindern ein Vermächtnis, das sie inspiriert, optimistisch in die Zukunft zu blicken und allen Schwierigkeiten zum Trotz von vorne zu beginnen...

        Am Ende des Films kommen einige von „Hoggs Kindern“ zu Wort. Sie sind heute alte Männer, die sich aber immer noch mit ergreifenden Worten an den Mann erinnern, dessen Mut und Verantwortungsbewusstsein sie ihr Leben verdanken.

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