FILMDETAILS | WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf
WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf
Science Fiction,
Familie,
Animation
| USA 2008
WERBUNG
| Produktion: Erde und Weltall
Das Produktionsdesign von ’WALL•E’ musste eine umfassende Zukunftsvision
liefern – von der verlassenen, vermüllten Erde bis zu dem gewaltigen Raumschiff, das mit Tausenden von Menschen an Bord durch den Weltraum gleitet. Diese Aufgabe war bei Pixar-Veteran Ralph Eggleston in den besten Händen. Er war schon für das grandiose Produktionsdesign von FINDET NEMO („Finding Nemo“, 2003) zuständig, fungierte als Artdirector bei TOY STORY (1995) und DIE UNGLAUBLICHEN („The Incredibles“, 2004) und inszenierte den Kurzfilm „Der Vogelschreck“ („For the Birds“, 2000), der mit einem Oscar® ausgezeichnet wurde. Eggleston arbeitete eng mit drei Top-Artdirectoren zusammen, um die hochgesteckten Ziele für WALL•E zu erreichen: Anthony Christov, Set-Artdirector, Bert Berry, Artdirector für Schattierungen und Farben und Jason Deamer, Artdirector für die Figuren.
„Wir gestalten uns die Welt, wie sie uns gefällt, und zwar von Grund auf.“
Ralph Eggleston, Produktionsdesigner
„Das Produktionsdesign, d. h. wie die Sets und alles andere aussehen sollte, war meiner Meinung nach die schwierigste Aufgabe an dem Film“, sagt Produzent Morris. „Wir benötigten eine Zukunftsvision der verlassenen Erde, und es war ausgesprochen kompliziert, sie mit allen Ecken, Winkeln und Details auszuarbeiten. Das Design der „Axiom“ und des Weltraums waren ebenfalls vertrackt, aber dafür gab es immerhin genügend Recherchematerial, auf das wir zurückgreifen konnten. Ralph und sein Team haben tolle Arbeit geleistet und Welten erschaffen, die mitreißend und unterhaltsam sind und Andrews Geschichte fast wie eigenständige Charaktere wunderbar unterstützen.“
„Das Tolle an Pixar ist, dass wir Animationsfilme drehen, die teilweise wie Special-Effects-Filme und Live-Action-Filme funktionieren“, erläutert Eggleston. „Wir gestalten uns die Welt, wie sie uns gefällt, und zwar von Grund auf. Bei WALL•E war es besonders wichtig, dass die Zuschauer an unsere Welt glauben, andernfalls dürfte es ihnen schwer fallen, sich vorzustellen, dass unsere Hauptfigur wirklich der letzte Roboter auf Erden ist. Deshalb haben wir besondere Sorgfalt auf realistische, detailreiche Kulissen gelegt. Wir erschufen fast 10 Kilometer lange Stadtlandschaften, in denen sich WALL•E bewegen konnte. Sie wurden für die Animation zwar etwas aufgestylt, aber trotzdem gehören sie zu den realistischsten Settings, die wir je bei Pixar erschaffen haben – und künstlerisch gehören sie mit Abstand auch zu den schwierigsten.“
„Licht und Farben waren ebenfalls ausgesprochen wichtig, denn damit sollten die Gefühle von WALL•E unterstrichen und die Zuschauer noch mehr für ihn eingenommen werden“, ergänzt er. „Im ersten Akt verwenden wir sehr romantisches und gefühlvolles Licht. Im direkten Gegensatz dazu steht der zweite Akt mit seiner Sterilität, Ordnung und Sauberkeit. Je mehr sich der Film entfaltet, desto romantischer wird das Licht – langsam, aber bestimmt. Mein Job bestand zu einem Großteil darin, diese unterschiedlichen Ansätze des Art Department während des ganzen Produktionsprozesses durchzuboxen.“
Um sich für die Weltraumbilder zu inspirieren, studierten Eggleston und sein Team die Zukunftsvisionen der NASA-Wissenschaftler der 1950er und 1960er Jahre und die Konzeptionskunst von Disneys Tomorrowland.
„Das gestalterische Konzept von Tomorrowland hat uns massiv beeinflusst“, erklärt Eggleston. „Allerdings gar nichts Spezielles, mehr diese ganzen Eindrücke und Ideen bis hin zu dem berühmten Jet-Pack, dem Raketenrucksack. Die fantastischen Entwürfe aus den Weltraumprogrammen der 1940er, 1950er und 1960er Jahre, die die Gebäude auf dem Mars zeigen, waren auch klasse. Irgendwann um 1978 herum hörten sie dann auf, sich mit so etwas zu beschäftigen, weil sie kein Geld mehr in etwas stecken wollten, von dem sie wussten, dass es sich ohnehin nie realisieren ließ. Wir wollten eine Zukunftsvision designen, die vorstellbar und großartig wirken sollte.“
Das Design der „Axiom“ ist von existierenden Luxusdampfern inspiriert, u. a. auch von Disney-Kreuzfahrtschiffen. Exkursionen nach Las Vegas halfen bei der Lichtgestaltung künstlicher Luxus-Settings.
„Das Originalkonzept für die „Axiom“ stammt von einer Kreuzfahrtlinie“, sagt Eggleston. „Wir designten ein gigantisches Raumschiff, so groß wie eine Stadt, diverse Kilometer lang, mit einem Fassungsvermögen von Hunderttausenden an Passagieren. Weil uns bewusst war, dass das Publikum einen visuellen Orientierungspunkt brauchte, setzten wir das Schiff neben eine Nebelwolke. Wenn man den Nebel zum ersten Mal sieht, erinnert er an einen Berg, auf dessen Gipfel sich etwas befindet, das sich dann als die „Axiom“ entpuppt.“