FILMDETAILS | WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf
WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf
Science Fiction,
Familie,
Animation
| USA 2008
WERBUNG
| Produktion: Computeranimation
„Andrew wollte, dass sich der Look von ’WALL•E’ von dem anderer Animationsfilme unterscheiden sollte“, erinnert sich Produzent Morris. „Denn diese wirken sehr oft, als seien sie in einer Art Computerwelt aufgenommen worden. Unser Film sollte den Eindruck erwecken, als wären Kameramänner mit echten Kameras vor Ort gewesen und hätten das Geschehen tatsächlich gefilmt. Alles sollte echter, wahrhaftiger und filmischer als üblich wirken. Da ich viele Jahre bei ILM gearbeitet hatte, kamen mir sofort einige Kollegen in den Sinn, von denen ich mir wertvolle Hilfe versprach.“
Morris engagierte zwei absolute Koryphäen ihres Fachgebietes: Der siebenfach Oscar®-nominierte Kameramann Roger Deakins, der u. a. die drei Coen-Brüder-Filme NO COUNTRY FOR OLD MEN (2007), O BROTHER, WHERE ART THOU? – EINE MISSISSIPPI-ODYSSEE („O Brother, Where Art Thou?“, 2000) und FARGO – BLUTIGER SCHNEE („Fargo“, 1996) sowie zuletzt DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD („The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford“, 2007) bebilderte, beriet das Team bei der Lichtgestaltung und der Kameraführung. Der berühmte Visual-Effects-Meister Dennis Muren (STAR-WARS-Reihe, TWISTER) – sechsfacher Oscar®-Preisträger für E.T. – DER AUSSERIRDISCHE („E.T. – The Extra-Terrestrial“, 1982), INDIANA JONES UND DER TEMPEL DES TODES („Indiana Jones and the Temple of Doom“, 1984), DIE REISE INS ICH („Innerspace“, 1987), ABYSS – ABGRUND DES TODES („The Abyss“, 1989), TERMINATOR 2: TAG DER ABRECHNUNG („Terminator 2 – Judgement day “, 1991) und JURASSIC PARK (1993) – unterstützte Pixar bei den Visual Effects des Films und den stimmungsvollen Bildern.
„Der minimal unperfekte Look des Films macht ihn umso glaubwürdiger.“
Jim Morris, Produzent
„Roger und Dennis haben viel Zeit für uns geopfert und uns mit ihren Vorschlägen sehr geholfen“, sagt Morris. „Wir besorgten einige von den alten 1970er Panavision-Kameras, deren Modelle schon bei KRIEG DER STERNE („Star Wars“, 1977) benutzt wurden, und machten Probeaufnahmen, um ein Gespür für die Bilder zu bekommen, die ihre Linsen erzeugen. Dabei fielen uns viele technische Dinge auf wie chromatische Abweichungen, zylindrische Verzerrungen und andere kleine Makel, die wir in die computeranimierten Bilder einfließen ließen. Ohne die Ratschläge von Dennis und Roger hätten wir diesen speziellen Look niemals so gut hinbekommen. Ihre Tipps zur Kameraführung, Lichtsetzung und Bildkomposition waren beispielsweise bei der Umsetzung der rauen, grellen und abweisenden Landschaften im ersten Akt des Films sehr hilfreich.“
Morris’ Live-Action- und Visual-Effects-Filmvergangenheit trug ebenfalls viel dazu bei, dass ’WALL•E’ real gefilmt und nicht programmiert aussieht. „Ich erklärte den Technikern, dass sich die Linse einer Kamera rund 90 Zentimeter vor dem Filmmaterial befindet und sich die Perspektiven verändern, wenn man die Kamera schwenkt und neigt. Sie setzten die Infos sofort um und erzeugten Bilder, die realen Filmaufnahmen wirklich sehr ähnlich sahen. Statt einer virtuellen Fläche, die absolut makellos erscheint, wirkte das Resultat eher, als sei ein Kameramann vor Ort gewesen. Der minimal unperfekte Look des Films macht ihn umso glaubwürdiger.“
Kameramann Jeremy Lasky hob den Film schließlich auf eine noch höhere Qualitätsstufe. „Wir entwickelten unsere Kamera- und Lichttechnik dahingehend weiter, dass WALL•E wirkt, als sei alles, was passiert, tatsächlich gefilmt worden. Wir verwendeten Breitwandformat und eine sehr geringe Tiefenschärfe, um dem Bild eine satte Fülle zu geben. Sie werden unscharfe Hintergründe bemerken und einige Einstellungen, die fast wie Aquarell-Kompositionen aussehen. Wir verwendeten auch eine ganze Reihe handgehaltener und Steady-Cam-Einstellungen, besonders im Weltraum, um die Zuschauer davon zu überzeugen, dass sie einem Roboter zusehen, der sich durch eine wirkliche Welt bewegt. Eine der größten Neuerungen bei diesem Film war es für uns bei Pixar, dass es erstmals möglich war, die Lichtgestaltung zu visualisieren, bevor wir drehten, sodass wir eine genauere Vorstellung davon hatten, wie ein Bild im fertigen Film aussehen würde. Früher gab es zu einem so frühen Zeitpunkt keinerlei Licht-Informationen.“
Danielle Feinberg fungierte als Director of Photography for Lighting. Der renommierte Kameramann Roger Deakins (NO COUNTRY FOR OLD MEN, 2007) und Visual-Effects-Legende (und Oscar®-Preisträger) Dennis Muren dienten als Berater.
„Als ich den fertigen Film sah, war das einer dieser magischen Momente, an dem ich dachte: So einen Film habe ich noch nie zuvor gesehen!“, sagt Morris abschließend. „Ich konnte meinen Augen kaum trauen.“