Mittwoch | 30. Mai 2012 | 22:47 Uhr
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  • WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf

    Science Fiction, Familie, Animation | USA 2008
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      • | Produktion: Die Musik

      • Andrew Stanton und Komponist Thomas Newman schwammen bereits mit FINDET NEMO („Finding Nemo“, 2003) gemeinsam auf der Erfolgswelle. Da lag es nahe, dass sie auch für WALL•E wieder zusammenarbeiten würden. Weil der Film seine Geschichte in erster Linie visuell und weniger durch Dialoge erzählt, spielt Musik im Film eine noch viel wichtigere Rolle als sonst, um Stimmung zu erzeugen und die Story zu vermitteln. Newman und Rock-Legende Peter Gabriel arbeiteten an dem Song „Down to Earth“ zusammen, der den musikalischen Epilog des Films bildet.

        Stanton stellt fest: „Es war immer mein Traum, mit Tom zusammenzuarbeiten, weil ich seit langem ein Fan von ihm bin. Ich erinnere mich noch, wie ich ihm bei der Oscar®-Verleihung 2004, an der wir mit FINDET NEMO teilnahmen, von diesem Projekt erzählt habe. Ich sagte, ich hätte eine Idee für einen Film, in dem es um ’Hello Dolly’ und Science-Fiction gehen würde. Ich fragte mich, ob er mich danach noch für voll nehmen würde. Doch dann stellte sich heraus, dass der Score für ’Hello Dolly’ von seinem legendären Onkel Lionel Newman stammt. So blieb irgendwie alles in der Familie.“

        „Eines ist sicher, wenn man mit Tom arbeitet: Das Ergebnis ist alles andere als konventionell“, fügt Stanton an. „Wenn man sich einen herkömmlichen SF-Score von ihm wünscht, liefert er garantiert etwas ab, das im richtigen Moment leicht daran vorbeischlittert. Er drückt jedem Film mit dem Score seinen unverwechselbaren Stempel auf und die Musik klingt trotzdem anders als alles, was man bisher gehört hat. Bei ’WALL•E’ hat er sich wieder einmal selbst übertroffen, so wunderschön, majestätisch und satt klingt die Filmmusik.“


        „In Animationsfilmen wechselt die Stimmung in kurzen Abständen, manchmal innerhalb von Sekunden.“
        Thomas Newman, Komponist


        Stanton bewunderte an Newman besonders, dass er immer den perfekten Ton fand, ob es sich nun um pompöse Weltraumthemen drehte oder um die stillen, intimen Augenblicke zwischen den verliebten Robotern.

        „Tom verstand es fabelhaft, unsere Filmwelt mit seinem Score zu unterstützen“, sagt Stanton. „Im ersten Akt gibt es eine Szene, die WALL•E bei seiner täglichen Arbeit zeigt, die wie ein Uhrwerk abläuft. Die Filmmusik untermalt das Ganze mit fabrikartigem Rhythmus und einem zaghaften Pfeifen, so als würde jemand bei der Arbeit pfeifen. Tom bringt solche Dinge genau auf den Punkt. Und sein einzigartiger Stil aus Overdubs und Abmischung der Orchesteraufnahmen klingt immer anders und frisch. Er ist unheimlich begabt darin, den emotionalen Kern einer Szene herauszuarbeiten. Deshalb kamen wir ausgezeichnet miteinander aus, denn auch mir geht es bei einer Geschichte in erster Linie um Gefühle.“

        Newman ergänzt: „Es ist ein großer Unterschied, ob man einen Score für einen Animationsfilm oder einen Live-Action-Film schreibt. In Animationsfilmen wechselt die Stimmung in kurzen Abständen, manchmal innerhalb von Sekunden. Eben noch gehts sehr gefühlvoll zu, und dann – boom – ist Action angesagt. Bei FINDET NEMO lernte ich, dass es nicht ausreicht, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen, die lange anhält. Animation erfordert permanente musikalische Überleitungen und Wechsel, weil sich die Stimmung ununterbrochen verändert.“

        „Ich neige bei meinen Kompositionen zu wiederkehrenden Mustern, deshalb arbeite ich gern mit Percussionisten oder Gitarristen zusammen, die diese Muster aufgreifen und durch Variationen interessanter machen“, sagt Newman. „Musikalische Phrasen, die sich wiederholen, führen beim Hörer oft zu einer viel intensiveren Wahrnehmung der Musik, weil er sich ganz auf den Klang konzentrieren kann. Mich interessiert an Musik vor allem ihre Fülle und Tiefe.“


        „Tom flog nach London, um mit Peter zu jammen – und es war wie eine wilde, stürmische Romanze.“
        Andrew Stanton, Regisseur und Ko-Autor


        Für den Song „Down to Earth“ engagierte Andrew Stanton einen weiteren seiner musikalischen Helden: Peter Gabriel. Schon mit zwölf Jahren war Stanton ein großer Fan der Rock-Legende. Jetzt wandte er sich an Gabriel, damit er einen Song schrieb, der am Ende des Films eine wichtige Rolle spielen sollte.

        Stanton erinnert sich: „Die Zusammenarbeit mit Peter gehört zu den absoluten Highlights meiner Karriere. Als es um den Schluss unseres Films ging, war mir klar, dass die Story mit einer Art globalem Feeling ausklingen musste. Und wer eignet sich dafür besser als der Mann, der im Westen als Vater der ’Weltmusik’ gilt? Ich konnte es kaum erwarten, ihn mit Tom in einen Raum zu stecken und zu sehen, was dabei herauskommen würde. Tom flog nach London, um mit Peter zu jammen – und es war wie eine wilde, stürmische Romanze. Plötzlich gab es diesen genialen Thomas-Newman/Peter-Gabriel-Song ’Down to Earth’. Das hätte ich mir nie träumen lassen! Peters Songtext scheint so einfach und bringt es doch genau auf den Punkt. Ich war richtig gerührt, als ich ihn das erste Mal hörte, weil er so clever war und so ausgezeichnet passte. Zu wissen, dass er den Song nach einer meiner Geschichten geschrieben hat, bedeutet mir sehr viel.“

        Abschließend sagt Stanton dazu: „Er wirkt wie ein typischer Peter-Gabriel-Song, bei dem Toms Einflüsse spür- und hörbar sind. Tom war sogar so überwältigt von ’Down to Earth’, dass er sich den Score bei einigen der Schlüsselmomente erneut vornahm und einige Song-Elemente einfließen ließ. Der Song fügt sich perfekt in den Score ein und ist zu einem wichtigen Bestandteil des Films geworden.“

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