Mittwoch | 30. Mai 2012 | 22:48 Uhr
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  • WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf

    Science Fiction, Familie, Animation | USA 2008
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      • | Über den Film und Produktion

      • Was wäre, wenn die Menschheit die verschmutzte Erde verließe, und jemand hätte vergessen, den letzten Roboter abzuschalten?

        Das ist die faszinierende wie verrückte Grundidee von WALL-E, dem neuen computeranimierten Geniestreich aus dem Hause Disney/Pixar. Den Zuschauer erwartet eine unbeschreibliche Reise durch Raum und Zeit voller Humor, Herz, Phantasie und viel Gefühl. Mit WALL-E beweisen die Effektzauberer von Pixar einmal mehr ihre Fähigkeit, glaubwürdige Welten zu erschaffen und setzen erneut Maßstäbe, was die Story, die Figuren und die Computeranimation betrifft.

        WALL-E ist die neunte Produktion von Disney und Pixar Animation Studios und der sehnlichst erwartete Nachfolger ihres jüngsten Triumphs RATATOUILLE (2007). Der Film gewann nicht nur einen Oscar® in der Kategorie „Best Animated Feature“, sondern war auch der bestbesprochenste Kinofilm des Jahres 2007 und ein Kassenhit auf der ganzen Welt. Insgesamt spielten Pixars erste acht Filme weltweit atemberaubende 4,3 Milliarden Dollar ein.

        WALL-E ist das jüngste Abenteuer von Regisseur und Autor Andrew Stanton, der für FINDET NEMO („Finding Nemo“, 2003) mit dem Academy Award® ausgezeichnet wurde. Er stieß 1990 als zweiter Animator und neunter Angestellter überhaupt zu Pixar, einem damals noch kleinen, aber aufstrebenden Unternehmen. Stanton schrieb an den Storys der ersten fünf Pixar-Filme mit, führte bei DAS GROSSE KRABBELN („A Bug’s Life“, 1998) Co-Regie, war ausführender Produzent von DIE MONSTER AG („Monsters, Inc.“, 2001) und gewann schließlich den Oscar® für FINDET NEMO.

        Die Produktion von WALL-E übernahm Jim Morris, der während seiner achtzehnjährigen Tätigkeit bei ILM an einigen der bahnbrechendsten Visual Effects der Filmindustrie beteiligt war (STAR WARS: EPISODE I und II, PEARL HARBOR, ABYSS, drei der HARRY-POTTER-Filme, u. a.). Lindsey Collins fungierte als Co-Produzentin.

        Die Originalidee zu WALL-E entstand 1992 bei einem mittlerweile legendären Essen, an dem die Pixar-Pioniere Stanton, John Lasseter, Pete Docter und der inzwischen verstorbene, geniale Story-Erfinder Joe Ranft teilnahmen. Zu der Zeit begann gerade die Produktion ihres ersten Spielfilms TOY STORY (1995) und die Truppe realisierte, dass das nicht ihr letzter Film sein würde. An diesem schicksalhaften Tag diskutierten sie zuerst ihre Ideen für DAS GROSSE KRABBELN, DIE MONSTER AG und FINDET NEMO. Doch bei dem Brainstorming keimte auch ein winziges Ideechen, das einen futuristischen Roboter namens WALL-E betraf. Stanton erinnert sich, wie ihn die Vorstellung fesselte, dass ausgerechnet eine Maschine das Menschlichste war, was im Universum zurückgelassen wurde. Außerdem faszinierte ihn die Idee, dass Alltagsgegenstände nur Kraft ihres Designs große Emotionen auslösen können.

        Die ausdrucksstarken Stimmen der animierten Protagonisten in WALL-E tüftelte der renommierte Sound-Designer und viermalige Oscar®-Gewinner Ben Burtt (E.T. – DER AUSSERIRDISCHE, INDIANA JONES UND DER LETZTE KREUZZUG) aus – der Mann, der dem legendären STAR-WARS-Roboter R2-D2 die „Stimme“ verpasste. Burtt, der Dank dreißigjähriger Erfahrungen im Filmgeschäft als Top-Soundexperte gilt, war von Anfang an in das Projekt involviert. Für WALL-E schuf er eine ganz eigene, visionäre Klangwelt, von den Geräuschen der unterschiedlichen Figuren bis zu der gesamten Ausstattung des Films.

        Burtt erklärt: „Bei meiner Arbeit an 'Star Wars' konnte ich viele Erfahrungen sammeln, was die Laute von Robotern und Aliens angeht, aber WALL-E übertraf alles: Für keinen anderen Film musste ich so viele Geräusche erschaffen. Dabei kam es vor allem darauf an, dass die Stimmen der Figuren auf die Zuschauer nicht menschlich wirken würden. Trotzdem sollte sich das Publikum mit den herzlichen und innigen Charakteren identifizieren, als handelte es sich um echte Personen. Am wichtigsten war es, dass die Stimmen nicht wie Maschinen ohne jegliche Persönlichkeit klangen, oder noch schlimmer, nach einem Schauspieler hinter einem Vorhang, der einen Roboter imitiert. Es war schon verrückt, diese Balance hinzubekommen; einen Sound zu erschaffen, der maschinell klang und gleichzeitig die Wärme und Intelligenz – oder wie ich sagen würde: die Seele – eines menschlichen Wesens ausstrahlte.“

        Wie immer bei einem Pixar-Film standen auch am Anfang von WALL-E ausgiebige Recherchen des Animationsteams. Die Animatoren beobachteten gigantische Müllpressen und andere Maschinen bei der Arbeit, studierten aus nächster Nähe echte Roboter im Studio und sahen sich viele Klassiker an – vom Stummfilm bis zum Sci-Fi-Film – um tiefere Einsichten in cinematografische Ausdrucksmöglichkeiten zu gewinnen. Getreu des Pixar-Mottos, sich so weit es geht an die Wirklichkeit zu halten, designten die Animatoren die Roboter nach ihren speziellen Funktionsweisen. Das bedeutete, dass sich jeder von ihnen möglichst nur so eingeschränkt bewegen durfte, wie es seine Bauweise erlaubte, aber trotzdem eine persönlichkeitsstarke Performance hinlegen sollte. Alan Barillaro und Steve Hunter waren Supervising Animators des Films, während Angus MacLane die Animationsregie übernahm.

        Produktionsdesigner Ralph Eggleston, zu dessen Credits auch DIE UNGLAUBLICHEN („The Incredibles“, 2005), FINDET NEMO („Finding Nemo“, 2003) und TOY STORY (1999) gehören, ließ sich für den Look des Films von NASA-Zeichnungen aus den 1960ern und 1970ern inspirieren, und darüber hinaus von Original-Konzeptzeichnungen zu Disneylands Tomorrowland von Disney Imagineers. Er erinnert sich: „Wir wollten mit dem Look des Films nicht zeigen, wie die Zukunft sein wird, sondern wie sie sein könnte, was auch viel interessanter ist. Das sollte das Design des Films vermitteln. Wir wollten die Figuren und ihre Welt so gestalten, dass die Zuschauer wirklich glauben, was sie sehen. Die Charaktere und ihre Welt sollten absolut real wirken, nicht realistisch aussehen, aber real im Sinne von glaubwürdig sein.“

        Ein hohes Maß dieser Glaubwürdigkeit entstand durch die Art und Weise, wie der Film fotografiert wurde. Jeremy Lasky, Director of Photography for Camera, erklärt: „Der ganze Look von WALL-E ist anders als alles, was es im Animationsfilm bisher gegeben hat. Wir haben uns in einige der essentiellen Sci-Fi-Filme der 1960er und 1970er verbissen, um den Look und die Stimmung unseres Film genau so hinzubekommen. Wir entwickelten unsere Kamera- und Lichttechnik dahingehend weiter, dass WALL-E wirkt, als sei alles, was passiert, tatsächlich gefilmt worden. Wir verwendeten Breitwandformat und eine sehr geringe Tiefenschärfe, um dem Bild eine satte Fülle zu geben. Sie werden unscharfe Hintergründe bemerken, und einige Einstellungen, die fast wie Aquarell-Kompositionen aussehen. Wir verwendeten auch eine ganze Reihe handgehaltener und Steady-Cam-Einstellungen, besonders im Weltraum, um die Zuschauer davon zu überzeugen, dass sie einem Roboter zusehen, der sich durch eine wirkliche Welt bewegt. Eine der größten Neuerungen bei diesem Film war es für uns bei Pixar, dass es erstmals möglich war, die Lichtgestaltung zu visualisieren, bevor wir drehten, sodass wir eine genauere Vorstellung davon hatten, wie ein Bild im fertigen Film aussehen würde. Früher gab es zu einem so frühen Zeitpunkt keinerlei Licht-Informationen.“ Danielle Feinberg fungierte als Director of Photography for Lighting.

        Der Original-Score für WALL-E stammt von dem achtfach für einen Oscar® nominierten Thomas Newman, der mit Stanton bereits an FINDET NEMO („Finding Nemo“, 2003) zusammengearbeitet hat. Rock-Legende Peter Gabriel hat für WALL-E eigens einen Song geschrieben und gesungen.

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