FILMDETAILS | WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf
WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf
Science Fiction,
Familie,
Animation
| USA 2008
WERBUNG
| Produktion: Die Idee von Wall-E
Die Originalidee zu WALL•E entstand 1994 bei einem mittlerweile legendären Essen, an dem die Pixar-Pioniere Andrew Stanton, John Lasseter, Pete Docter und der inzwischen verstorbene, geniale Story-Erfinder Joe Ranft teilnahmen. Zu der Zeit begann gerade die Produktion ihres ersten Spielfilms TOY STORY (1995) und der Truppe wurde klar, dass dies nicht ihr letzter Film sein würde. An diesem schicksalhaften Tag diskutierten sie zuerst ihre Ideen für DAS GROSSE KRABBELN, DIE MONSTER AG und FINDET NEMO. „Damals unterhielten wir uns auch erstmals über einen kleinen Roboter, der allein auf der Erde zurückgelassen wurde“, sagt Stanton. „Es gab noch keine Story, nur dieses ‚Robinson Crusoe‘-Kerlchen und die Idee: Was wäre, wenn die Menschheit die Erde verlassen müsste, und jemand hätte vergessen, den letzten Roboter abzuschalten – und er macht ahnungslos einfach weiter wie bisher?“
Jahre später nahm die Idee Form an – im wahrsten Sinne des Wortes: „Ich dachte darüber nach, wie er tagtäglich auf der Erde seinem Job nachgeht und Abfall zusammenpresst“, erinnert sich Stanton. „Und da kam es mir plötzlich in den Sinn: Wie wäre es, wenn das menschlichste Geschöpf, das im Universum zurückgelassen wurde, ausgerechnet eine Maschine wäre? Das war der Zündfunken!“
Die Science Fiction-Klassiker der 1970er Jahre beeinflussten Stanton bei seiner Vision besonders stark: „Filme wie '2001: Odyssee im Weltraum', ’Krieg der Sterne’, 'Alien', 'Blade Runner' und 'Unheimliche Begegnung der dritten Art' haben mich umgehauen und in andere Welten katapultiert. Ich glaubte wirklich, dass diese Welten irgendwo da draußen existierten“, erklärt er. „Dieses Gefühl habe ich seitdem bei keinem Film mehr gehabt und wollte es unbedingt mit unserem Film wiederbeleben.“
Wie bei jedem Pixar-Film standen auch am Anfang von WALL•E ausgiebige Recherchen des Animationsteams an. Die Animatoren beobachteten gigantische Müllpressen und andere Maschinen bei der Arbeit, studierten aus nächster Nähe echte Roboter im Studio und sahen sich viele Klassiker an – vom Stummfilm bis zum Sci-Fi-
Film – um tiefere Einsichten in cinematografische Ausdrucksmöglichkeiten zu gewinnen. Getreu dem Pixar-Motto, sich so weit wie eben möglich an die Wirklichkeit zu halten, designten die Animatoren die Roboter nach ihren speziellen Funktionsweisen. Das bedeutete, dass sich jeder Roboter möglichst nur so eingeschränkt bewegen durfte, wie es seine Bauweise erlaubte, aber trotzdem eine persönlichkeitsstarke Performance darbieten sollte. Alan Barillaro und Steve Hunter waren Supervising Animators des Films, während Angus MacLane die Animationsregie übernahm.
Produktionsdesigner Ralph Eggleston, zu dessen Credits auch DIE UNGLAUBLICHEN – THE INCREDIBLES („The Incredibles“, 2005), FINDET NEMO und TOY STORY (1999) gehören, ließ sich für den Look des Films von NASA-Zeichnungen aus den 1960ern und 1970ern und von Original-Konzeptzeichnungen zu Disneylands Tomorrowland von Disney Imagineers inspirieren. Er erinnert sich: „Wir wollten mit dem Look des Films nicht zeigen, wie die Zukunft sein wird, sondern wie sie sein könnte, was auch viel interessanter ist. Das sollte das Design des Films vermitteln. Wir wollten die Figuren und ihre Welt so gestalten, dass die Zuschauer wirklich glauben, was sie sehen. Die Charaktere und ihre Welt sollten absolut real wirken, nicht realistisch aussehen, aber real im Sinne von glaubwürdig sein.“
Ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit entstand durch die Art und Weise, wie der Film fotografiert wurde. Jeremy Lasky, Director of Photography for Camera, erklärt: „Der ganze Look von WALL•E ist anders als alles, was es im Animationsfilm bisher gegeben hat. Wir haben uns in einige der essenziellen Sci-Fi-Filme der 1960er und 1970er verbissen, um den Look und die Stimmung unseres Films genauso hinzubekommen.“
Stanton ergänzt: „Wir verbesserten unsere Kameras und unsere Software so lange, bis sie Resultate erzeugten, die ebenso gut von alten Panavision-70-mm-Kameras stammen könnten, die bei den meisten Filmen aus den 1970ern benutzt wurden.“