FILMDETAILS | WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf
WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf
Science Fiction,
Familie,
Animation
| USA 2008
WERBUNG
| Produktion: Die Idee wird umgesetzt
„Das Publikum soll glauben, eine zum Leben erweckte Maschine vor sich zu haben. Je fester es davon überzeugt ist, umso rührender wird die Story.“ Andrew Stanton, Regisseur/Ko-Autor
Das Bild des kleinen Roboters, der einsam auf der Erde Müll sammelt, ging Regisseur und Ko-Autor Andrew Stanton nicht mehr aus dem Kopf, seit diese Idee während eines Mittagessens mit seinen Kollegen 1994 erstmals aufkam. Doch es sollten noch Jahre vergehen, bis ihm dazu eine umwerfende Geschichte einfiel, mit der sich das große Potenzial der Figur voll ausschöpfen ließ.
Dazu Stanton: „Ich war fasziniert von der Einsamkeit dieser Situation und dem unmittelbaren Mitgefühl, das man für die Figur empfindet. Wir möchten immer, dass das Publikum unsere Hauptfiguren ins Herz schließt und mit ihnen mitfiebert. Ich überlegte, wie man eine Figur wie diese unwiderstehlich liebenswert gestaltet, als mir klar wurde: Das Gegenteil von Einsamkeit ist Liebe und Zweisamkeit. Eine Maschine, die sich in eine andere verliebt – das wars! Die Idee begeisterte mich sofort, besonders wenn man die Geschichte in einem Universum ansiedelte, dem der Sinn für die wichtigen Dinge des Lebens völlig abhanden gekommen ist. Das wirkte auf mich ungemein poetisch. Mir gefiel die Idee, dass die Menschheit eine zweite Chance erhält, weil dieser kleine Kerl sich unsterblich verliebt hat. Ich bin wirklich ein hoffnungsloser Romantiker, der sich gern hinter Zynismus versteckt. Mit diesem Film bekenne ich mich öffentlich zu meiner romantischen Ader.“
Mit Jim Reardon als Chef-Storyentwickler stieß ein echter Animationsveteran zu WALL•E. Als Regisseur und Story Supervisor der „Simpsons“ inszenierte er 35 Folgen der Kultserie und war für den Inhalt von fast 150 Folgen verantwortlich. Reardon schrieb zusammen mit Stanton das Drehbuch zu WALL•E.
Reardon erinnert sich: „Anfangs sollte WALL•E eine reine Komödie werden, doch nachdem etwa ein Drittel des Drehbuchs fertig war, hatten wir zusätzlich eine waschechte Liebesgeschichte vor uns. WALL•E ist ein unschuldiger, kindlicher, kleiner Kerl, der unbeabsichtigt den Lauf der Welt ändert. Doch eigentlich dreht sich die Story um EVE. Sie macht die größte Veränderung durch und spielt eine ebenso wichtige Rolle wie WALL•E. Sie sieht sehr geschmeidig, sexy und futuristisch aus, während er ausschließlich für seine Aufgabe konzipiert wurde und rostig, dreckig und unansehnlich ist. Beste Voraussetzungen für eine großartige Romanze, wenn Sie mich fragen.“
Produzent Jim Morris fasst zusammen: „Der Film ist ein Genre-Mix aus Liebesgeschichte, Science-Fiction und Komödie – eine romantische Komödie.“
Besonders ein Einfall brachte den romantischen Stein ins Rollen: Stanton suchte nach einer Möglichkeit, um WALL•Es Persönlichkeit stärker zum Ausdruck zu bringen, als ihm die Idee kam, dafür Songs und Bilder des Filmmusicals „Hello Dolly“ von 1969 zu verwenden. Es ist das einzige Video seiner Sammlung, deshalb sieht er es sich immer und immer wieder an, wodurch seine Funktionsstörung ausgelöst wird und er romantische Gefühle entwickelt.
Stanton erklärt: „Ich hatte lange nach passenden Musical-Elementen für den Film gesucht, als ich auf ’Hello Dolly’ stieß. Das war wirklich das Beste, was passieren konnte. Der Song ’Put on Your Sunday Clothes’ mit seinem „Out There“-Prolog passte thematisch wunderbar zu WALL•E. Gleichzeitig war es natürlich Musik, die man niemals in so einem Film erwarten würde. Das Lied ist ziemlich naiv und wird in ’Hello Dolly’ von zwei Typen gesungen, die nichts über das Leben wissen. Sie wollen die große Stadt erobern und erst umkehren, wenn sie ein Mädchen geküsst haben (’won’t come home until we’ve kissed a girl’). Ein einfacher, vergnüglicher Song, wie für uns gemacht. Als ich dann noch ’It Only Takes a Moment’ fand, war das wie ein Gottesgeschenk. Mit diesem Song konnte ich WALL•Es Neugier auf die Liebe zum Ausdruck bringen.“
It only takes a moment
For your eyes to meet and then
Your heart knows in a moment
You will never be alone again
I held her for an instant
But my arms felt sure and strong
It only takes a moment
To be loved a whole life long...
Auszug aus „It Only Takes a Moment“ („Hello Dolly“, 1969)
Produzent Morris sagt dazu: „WALL•E sehnt sich den ganzen Film über danach, Händchen zu halten. Denn aus ’Hello Dolly’ hat er gelernt, dass man so seine Liebe und Zuneigung zeigt.“
Andrew Stanton ergänzt: „Als ich die Musical-Szene sah, in der die beiden Hauptfiguren Händchen halten, war das für mich wie eine Fügung des Schicksals. Ich habe immer fest daran geglaubt, dass sich mit Animationsfilmen so viele unterschiedliche Geschichten erzählen lassen, wie in jedem anderen Medium. Nur dass sich selten jemand wirklich die Mühe macht, andere Wege zu beschreiten. Deshalb bin ich so stolz, an der Entwicklung von TOY STORY (1995) beteiligt gewesen zu sein, denn damit haben wir viele herkömmliche Erzählkonventionen des Genres gebrochen und erweitert. Und ich bin immer noch der Meinung, dass wir das Ende der Fahnenstange in dieser Hinsicht noch längst nicht erreicht haben. Mir war schon klar, dass wir die Grenzen der Computeranimation mit WALL•E erneut sprengen würden, als der Film noch nicht einmal einen Titel hatte. Ich bin mächtig stolz auf den Film, denn meine Erwartungen wurden tatsächlich erfüllt.“
„Dieser kleine Roboter lehrt die Menschen, wieder menschlich zu sein.“ Lindsey Collins, Ko-Produzentin
Ko-Produzentin Lindsey Collins stellt fest: „Andrews Filme haben einen sehr berührenden Kern, der das Fundament für alles Weitere bildet. Seine Storys sind sehr einfach gehalten und bieten deshalb so große Identifikationsmöglichkeiten. Und obwohl WALL•E eine Produktion gewaltigen Ausmaßes war, trägt er doch Andrews persönliche Handschrift. Er liebt es, von kleinen Figuren zu erzählen, die Großes bewirken. In FINDET NEMO („Finding Nemo“, 2003) geht Marlin auf die Reise und Dorie übt unbeabsichtigt großen Einfluss auf ihn aus, was ihn schließlich verändert.“
„WALL•E wird auf ganz ähnliche Weise eher zufällig zu einem Helden. Er besitzt die Fähigkeit, die Menschen zu berühren. Ausgerechnet er ist ironischerweise das menschlichste Wesen auf dem Planeten. Dieser kleine Roboter lehrt die Menschen, wieder menschlich zu sein. Ich bin mir sicher, dass dieser ironische Twist und die aufrichtigen Gefühle des Films die Zuschauer erobern werden.“