Mittwoch | 30. Mai 2012 | 19:24 Uhr
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  • Ananas Express

    Komödie | USA 2008
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      • | Produktion: Action!

      • „Judd hat gesagt, dass er es nicht mag, Actionfilme zu drehen. Er hat Angst, dass sich jemand dabei verletzen könnte“, sagt die Produzentin Shauna Robertson. „Aber ANANAS EXPRESS – der zunächst anmutet wie eine Komödie mit Actionelementen – stellte sich am Ende als waschechter Actionfilm heraus. Niemand von uns war vorher an einem solchen Film beteiligt, aber wir waren alle bereit, uns dieser Herausforderung zu stellen und wir haben uns richtig darauf gefreut.“

        Rogen hatte keine Angst, sich mit vollem Körpereinsatz in die Arbeit zu stürzen. „Ich liebe Actionfilme“, bekennt der Autor und Schauspieler. „Und auch wenn ich wusste, das ANANAS EXPRESS sehr witzig werden würde, wollten wir uns nicht über das Action-Genre lustig machen – wir wollten einen waschechten Actionfilm drehen. Wir haben alberne Szenen in die Sequenzen eingebaut, um die Comedy zu ihrem Recht kommen zu lassen, aber der Film ist dennoch aufregend und voller Kraft.“

        Und James Franco ergänzt: „Es ist ein Actionfilm mit Hauptfiguren, die das genaue Gegenteil von Actionhelden sind.“

        Franco, der Mann mit der meisten Erfahrung in diesem Genre, sagt, dass die Action von ANANAS EXPRESS zu den aufregendsten Szenen gehört, die er bisher im Laufe seiner Karriere gedreht hat. „Es fühlt sich an, als gäbe es hier mehr Action als in Spider-Man, weil die Art und Weise des Films eine völlig andere ist“, lacht er. „Bei Spider-Man haben wir teilweise anderthalb Monate lang an einer Actionsequenz gedreht. Hier haben wir drei oder vier Tage gebraucht – und auch nicht vor einer Green Screen gefilmt. Die Action ist viel bodenständiger und kraftvoller. Und das fühlt sich für mich mehr wie ein Actionfilm an.“

        Obwohl die Schauspieler für diese Szenen trainierten, achteten sie sorgfältig darauf, sich nicht zu sehr darauf vorzubereiten. „Es war wichtig, dass es so aussieht, als wüssten wir nicht, was wir da tun. Wenn Dale den Anschein erweckt, als fühle er sich wohl dabei, ein Maschinengewehr zu halten, dann ist es nicht mehr witzig“, sagt Rogen. „Also haben wir gesagt: ,Sagt uns einfach nur so viel, wie wir wissen müssen, damit wir uns nicht verletzen. Ich hatte ein bisschen Kampferfahrung durch mein Karatetraining als Kind – gerade so viel, dass ich Gary Cole nicht aus Versehen meinen Ellenbogen ins Gesicht ramme. Wir haben nur genau so viel trainiert wie es nötig war, aber nicht so viel, dass wir in den Actionszenen gut aussehen.“

        Franco formuliert es so: „Wir sind genau die beiden Typen, denen man es am wenigsten zutraut, mit Gefahrensituationen fertig zu werden. Und wir werden ständig in Gefahr gebracht.“

        Rogen überraschte sich selbst am meisten, als die Schusswechselszenen anstanden, die er selbst geschrieben hatte. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich all das wirklich auf die Reihe kriegen würde“, sagt er über seine Actionsequenzen. „Wir haben eine Sequenz geschrieben, in der Dale in ein Feuer laufen muss, um Saul zu retten – ich habe mir nicht vorstellen können, wie ich das machen soll. Aber als wir es gefilmt haben, wurde alles um mich herum angezündet und man sagte mir, ich solle einfach in der Mitte stehenbleiben. Es war alles sicher und ich wurde nicht verletzt – und ich dachte: ,Hey, es ist fast so, als ob sich alles nur in deinem Kopf abspielt.‘“

        „Seth machte es richtig Spaß, wenn irgendwas in Brand gesteckt wurde oder er jemanden verprügeln konnte“, grinst Franco. „Er hat vorher noch nie einen Actionfilm gedreht und es war sehr lustig, ihm dabei zuzuschauen.“

        Gary Hymes, ein altgedienter Stuntkoordinator, der unter anderem an Jurassic Park (Jurassic Park, 1993), Speed (Speed, 1994), The Italian Job (The Italian Job – Jagd auf Millionen, 2003), The One (The One, 2001) mit Jet Li und vielen anderen Filmen gearbeitet hat, bemerkt, dass ANANAS EXPRESS sich in den Actionszenen nicht hinter anderen Genrefilmen verstecken muss. „Als ich gefragt wurde, ob ich an dem Film mitarbeiten wolle, war das Drehbuch noch recht zahm – es gab drei kleine Sequenzen. Aber dann haben wir angefangen, diese Sequenzen auszuschmücken. Sie wurden größer und größer und am Ende stellte sich die Komödie mit ein paar Actioneinlagen als Actionfilm mit Comedy-Elementen heraus.“

        Und der Film stellte sogar Hymes vor eine gewaltige Herausforderung: „Am einfachsten ist Action, wenn sie nicht mit den Charakteren verschmolzen ist. Action um ihrer selbst willen ist die am meisten befriedigende“, erläutert er. „In ANANAS EXPRESS mussten wir sie natürlich aufregend inszenieren, aber auch figurenorientiert – zu was sind diese Charaktere in der Lage und was können sie einfach nicht leisten? Wo ziehen wir die Grenzen? Es dauerte eine Weile, bis wir all das herausgefunden hatten, aber danach war es eine tolle Erfahrung.“

        Auch der Regisseur balancierte dabei auf einem sehr schmalen Grat. „Ich glaube nicht, dass die Stunts ultra-realistisch wirken“, sagt Green. „Aber so übertrieben sie sein mögen – wir wollen den Zuschauern zeigen, dass es lebensechte Typen sind, die in diese absurden Situationen geraten. Diese Jungs sind nicht dafür gemacht, sich in einem Actionfilm zu bewähren – es sind Typen, für die ein Samstagabend darin besteht, an den Fingernägeln zu kauen und dabei einen Joint zu rauchen. Und die finden sich auf einmal in einer Situation wieder, in der sie ein Maschinengewehr halten und eine Horde Bösewichter wegpusten müssen.“

        Die Realität dieser Situationen manifestierte sich bei der Locationsuche. „Als wir die Drehorte besichtigten, konnte ich sehen: ,Ach ja, hier kann ich mit Hilfe eines Drahtseils prima vom Dach springen. Das wird cool‘,“ sagt Seth Rogen. „Wir haben dann mit Gary gesprochen und gefragt: ,Was genau muss ich denn hier machen? Was muss Franco machen? Und was ist denn dabei sicher?‘ Am Ende glaube ich, dass wir viel mehr selbst getan haben als wir uns je vorstellen konnten.“

        Rogen ergänzt, dass Hymes der perfekte Mann war, um diese Sequenzen umzusetzen. „Er ist schon fast überqualifiziert für diesen Film“, grinst der Schauspieler. „Ich habe zum Beispiel ganz stolz gesagt: ,Ich würde dann gern von da oben runterspringen‘, und er antwortete: ,Jaja, in Jurassic Park haben wir etwas ganz Ähnliches gemacht.‘ Und ich: ,Oh, ääh, dann kennst du dich ja aus ...‘.“

        Ein Beispiel für eine Szene, in der die Action viel über die Charaktere verrät, ist, so Hymes, „die Kampfszene zwischen Dale, Saul und Red in Reds Haus. Ich glaube, diese fängt die Charaktere der drei am besten ein. Das Schwierigste für mich war dabei, dass ich an den Monitoren saß und mich zusammenreißen musste, damit ich nicht laut loslachte und den Take ruinierte. Diese Jungs sind so unglaublich witzig.“

        Der Dreh der Autoverfolgungsjagd war ebenfalls eine denkwürdige Erfahrung für alle. „Ich habe bei der Second Unit Regie geführt, die ungefähr einen Block von Davids First Unit entfernt drehte“, sagt Hymes. „Wir mussten also aufpassen, dass wir uns nicht gegenseitig filmten. David wusste genau, was er in Bezug auf die Balance von Action und Comedy von dieser Szene wollte. Er und ich haben alles genau besprochen und auf Storyboards festgehalten und ich wollte mich ganz auf die Action konzentrieren. Rosie saß in dem einen Auto und James Franco in dem anderen – und er konnte nichts sehen, weil die Windschutzscheibe völlig von einem Fruchteis-Drink versaut ist, sein Fuß in einem Loch in der Scheibe feststeckt und wir von außen gefilmt haben, wie er so fährt. Das ist ein tolles Beispiel dafür, wie die Action außerhalb des Autos die Comedy im Inneren des Wagens akzentuiert – und umgekehrt.“

        Perez hatte ein kleines Missgeschick beim Dreh einer Szene, in der sie ihre Waffe abfeuern sollte. „David sagte mir: ,Du fährst im Auto vor, drehst das Fenster herunter, zielst und schießt. Aber du triffst nicht und fährst weiter – dabei schießt du immer noch und triffst einen Fußgänger‘“, erläutert sie die Szene. „Okay. Danach kam der Chefkameramann zu mir und sagte: ,Ich will, dass du in genau diese Richtung schießt.‘ Das war aber genau meine Blickrichtung, die mit einem X auf dem Kamerarahmen markiert war. ,Bist du sicher, dass ich darauf zielen soll?‘ habe ich gefragt. ,Ja, ja! Beeil dich, es wird dunkel!‘ Okay. Action. Die Karre fährt los. Ich kurbele das Fenster runter – und bang-bang-bang! Ich habe die verdammte Kamera getroffen. Aber die Kamera läuft noch. Ich rufe: ,Tschuldigung!‘ und fahre weiter. David und Evan standen hinter der Kamera, drehten durch vor Lachen und riefen: ,Danke, das wars‘!“

        Rosie Perez war es auch, die im Mittelpunkt eines der komischsten Momente der Dreharbeiten stand – einer Szene, die es nicht in den Endschnitt geschafft hat. „Wir haben den Kampf gedreht und haben choreografierte Stunts durchgeführt. Da sagte James: ,Wie wäre es, wenn wir beim nächsten Take etwas improvisieren?‘ Ich antwortete: ,Okay, was möchtest du gern machen?‘ Er sagte: ,Keine Ahnung, folge einfach meinen Bewegungen, mach mit und sag nichts.‘ Also fingen wir an zu kämpfen und auf einmal warf er sich mit seinem ganzen Gewicht auf mich. Und ich musste wirklich strampeln und mit ihm kämpfen. Wir hatten eine Art Wrestling-Kampf und dann warf er mich auf den Bauch und biss mir in den Arsch. James Franco hat mir in meinen verdammten Arsch gebissen! Und das tat richtig weh! Genau in diesem Moment stellte David die Kamera auf Zeitlupe, während ich diesen löwenartigen Schrei vor Schmerz hinausbrülle: ,Aaaauuuuaaahhhhh!‘ David ruft ,Cut!‘, und James sagt: ,Sorry, sorry! Es tut mir Leid!‘ Aber ich habe geantwortet: ,Nein, das war super! Das war wahnsinnig komisch! Aber jetzt bringe ich dich um.‘“

        Aber am Ende waren alle Schauspieler mit sich und den anderen höchst zufrieden. „Wir hatten Glück, dass uns so tolle Schauspieler zur Verfügung standen, die allesamt auch noch richtig gute Athleten sind“, lobt Hymes. „Seth hat ungefähr 80 Prozent seiner Stunts selbst durchgeführt und auch Gary Cole hat eine ganze Menge selbst gemacht. Man arbeitet nur selten an einem Film, in dem die Schauspieler so viele Stunts persönlich absolvieren können.“

        Natürlich heißt das nicht, dass alles ohne Beulen und blaue Flecken vonstatten ging. „Ich habe mir einen Finger gebrochen“, sagt Rogen. „Danny verletzte sich durch einen kaputten Knüppel am Kopf und Franco lief gleich in der ersten Woche gegen einen Baum und musste an der Stirn genäht werden.“

        „Ich glaube, sie wollten mir damit sagen, dass ich zu müde war“, wirft Franco zu seiner Verteidigung ein. „Aber was soll’s. Es war ein ziemlich lächerlicher Stunt.“

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