Geboren am 25. März 1928 in Cleveland, Ohio. Nach dem Studium an der Universität Wisconsin besuchte James Lovell die Testpilotenschule und flog unter anderem für das Naval Air Test Center in Maryland und den F4H „Phantom” Fighter. Im Rahmen der Apollo 11 Mondlandungs-Mission war erErsatzkommandant für Neil Armstrong. 1965 flogen er und Frank Borman auf der Gemini 7 Mission ins All. Die von ihm und Edwin „Buzz“ Aldrin durchgeführte Gemini 12 Mission brachte das Gemini Programm 1966 erfolgreich zum Abschluss. Mit der Apollo 8-Crew, bestehend aus Frank Borman und William A. Anders, war Lovell 1968 der erste Mensch, der den Bereich der Erdanziehungskraft verließ. 1970 flog er mit der Apollo 13 als erster Mensch zum zweiten Mal zum Mond. Als das Sauerstoff- Versorgungssystem ausfiel, gelang es ihm, John L. Swigert und Fred W. Haise in Zusammenarbeit mit dem Kontrollzentrum in Houston, ihre Mondfähre “Aquarius” zum “Rettungsboot” umzurüsten. 1967 bestellte Präsident Lyndon B. Johnson Lovell zu seinem persönlichen Fitnessberater. Bis heute ist der ehemalige Astronaut in diesem Bereich tätig und betreut mehrere Kampagnen zur Förderung eines aktiven, gesunden Lebensstils. Seit Beendigung seiner Raumfahrtkarriere 1973 widmete sich Lovell als Unternehmer mehreren Wirtschaftsprojekten und hält Ehrendoktorate mehrerer Universitäten.
„Wir haben sehr viel über den Mond gelernt, aber viel mehr noch über die Erde. Allein dass man vom Mond aus den Daumen ausstrecken konnte und dann die Erde dahinter verschwand, alles, was du jemals gekannt hast - deine Angehörigen, dein Beruf, die Probleme der Erde selbst – alles hinter deinem Daumen. Dass wir eigentlich völlig unwichtig sind. Aber es zeigte mir auf der anderen Seite, was für ein Glück wir haben, unseren Körper zu besitzen und zu leben und all die Schönheit der Erde genießen zu können.“ (James A. Lovell)
Neil Armstrong
Geboren am 5. August 1930 in Wapakoneta, Ohio. Mitglied des NASA-Vorgängers NACA (National Advisory Committee for Aeronautics). Forschungspilot für viele Hochgeschwindigkeitsflugzeuge, Jets, Raketen, Hubschrauber und Segelflugzeuge. Als Astronaut diente er als kommandierender Pilot bei der Mission Gemini 8, die am 16. März 1966 begann, und führte das erste erfolgreiche Andocken von zwei Weltraumfahrzeugen im Weltraum durch. 1969 findet die erste bemannte Mondlandung der Geschichte mit Armstrong als Kommandanten der Apollo 11 statt. Als erster Mensch landete er auf dem Mond.
„Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit.“ (Neil Armstrong)
Mike Collins
Geboren am 31. Oktober 1930 in Rom. Studium an der Militärakademie in West Point. Nach seiner Pilotenausbildung flog er Kampfjets, arbeitete als Ausbilder und Testpilot. 1963 tritt er der NASA bei. Seine Nominierung als Pilot von Apollo Raumschiffen wurde durch die Apollo 1-Katastrophe vereitelt. Ende 1968 wurde Collins als Pilot der Apollo 11-Kommandokapsel nachnominiert. Der Flug fand vom 16. bis 24. Juli 1969 statt. Während Armstrong und Aldrin mit der Fähre „Eagle“ zur Mondoberfläche hinabstiegen, blieb Collins allein in der Umlaufbahn. Collins war der erste Astronaut, der während eines Raumfluges zwei Mal das Raumschiff verließ. Der Hobby-Handballer und Angler verließ 1970 die NASA und ist Direktor des National Air & Space Museum.
„Die Erde sah so friedlich und ruhig und heiter aus - und gleichzeitig furchtbar zerbrechlich. Es war seltsam, aber mein erster Gedanke bei ihrem Anblick war: Mein Gott, ist das kleine Ding da draußen zerbrechlich.“ (Mike Collins)
Edwin „Buzz“ Aldrin
Geboren am 20. Januar 1930, in Montclair, New Jersey. Studium an der Militärakademie West Point und dem MIT. Teilnahme am Koreakrieg. 1966 verbrachte Aldrin im Rahmen des Gemini Programms 5 1/2 Stunden außerhalb des Raumschiffs – damals ein neuer Rekord. 1969 war er an der ersten Mondlandung beteiligt und betrat nach Neil Armstrong als zweiter Mensch dessen Oberfläche. Insgesamt verbrachte Aldrin 289 Stunden und 53 Minuten im Weltraum, davon sieben Stunden und 52 Minuten außerhalb des Raumschiffs.
„Du bist dann nicht mehr der Durchschnitts Kampfpilot, der dies und das vielleicht gar nicht schlecht gemacht hat, sondern der, der auf dem Mond spazieren gegangen ist. Und das wird man nie wieder los, egal, was man versucht.“ (Edwin „Buzz“ Aldrin)
Alan Bean
Geboren am 15. März 1932 in Wheeler/Texas. Ausbildung und Tätigkeit als Testpilot, bevor er 1963 zur NASA kam. Crewmitglied bei Apollo 12, der zweiten Mondlandung. Im November 1969 erforschten er und Pete Conrad die Mondoberfläche und installierten dort den ersten Stromgenerator. Weitere Einsätze bei Skylab Mission II und beim amerikanisch-russischen Apollo-Sojus-Testprojekt. Insgesamt verbrachte Bean 1671 Stunden und 45 Minuten im Weltraum, davon zehn Stunden und 26 Minuten auf dem Mond und in der Umlaufbahn der Erde. 1981 Austritt aus der NASA, um sich ganz der Malerei zu widmen – motiviert davon, dass er in seinen 18 Jahren als Astronaut Welten entdecken durfte, die noch kein Künstler vor ihm gesehen hat.
„Ich betrachte mich einfach als privilegiert. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht denke: Was habe ich für ein Glück gehabt. Es war wunderbar. Einer musste es tun, und zufällig wurde ich ausgewählt. Einfach klasse.“ (Alan Bean)
Edgar Mitchell
Geboren am 17. September 1930 in Hereford/Texas. Studium unter anderem am MIT. Erfahrung als Testpilot und Ingenieur. Bildete angehende Astronauten in höherer Mathematik und Navigationstheorie aus. Seine Laufbahn als Astronaut begann 1966 bei Apollo 9 und 10. 1971 landete er mit Apollo 14 als sechster Mann auf dem Mond, wo er mit Alan Shepard das Mondgefährt „Antares“ steuerte und Materialproben sammelte. Mitchell kommt insgesamt auf 216 Stunden und 42 Minuten im Weltraum. Er ist Gründungsmitglied des Institute of Noetic Sciences, das sich der Erforschung des menschlichen Bewusstseins widmet, und der Association of Space Explorers. Zu seinen Veröffentlichungen gehören Psychic Exploration: A Challenge for Science (1974) und The Way of the Explorer (1996).
„Eine starke, überwältigende Erfahrung. Und plötzlich merkte ich, dass die Moleküle meines Körpers und die Moleküle des Raumschiffs und die Moleküle in den Körpern meiner Kollegen auch in einer uralten Generation von Sternen enthalten sind. Das war ein überwältigendes Gefühl von Einheit und Verbundenheit, begleitet von einer echten Ekstase, oh my god, wow, yes, eine Erkenntnis, eine Epiphanie.“ (Edgar Mitchell)
Dave Scott
Geboren am 6. Juni 1932 in San Antonio/Texas. Studium in West Point, am MIT und Ausbildung zum Testpiloten. 1966 Gemini 8 Mission mit Neil Armstrong. 1969 Mitglied der Apollo 9 Mission. 1971 dritte Raummission mit der Apollo 15. Er verbrachte 546 Stunden und 54 Minuten im Weltraum, davon 20 Stunden und 46 Minuten außerhalb des Raumschiffs. Er ist einer der drei Astronauten, die sowohl Erdumrundungs- als auch mondgerichtete Apollo Missionen flogen.
„Von all den Science-Fiction-Autoren, die je eine Mondlandung beschrieben haben, hat sich wohl kaum einer vorgestellt, dass die Welt das am Bildschirm mitverfolgen würde.“ (Dave Scott)
John Young
Geboren am 24. September 1930 in San Francisco, California. Pilotenausbildung und Teilnahme am Koreakrieg. 1962 startet er seine Laufbahn als Astronaut. Insgesamt reiste er sechs Mal ins All. Sein erster Flug war 1965 die erste bemannte Gemini Mission, in deren Rahmen Young den ersten Computer auf einem bemannten Raumschiff bediente. Weitere Einsätze auf der Gemini 10 (1966), Apollo 10 (1969), Apollo 16 (1972), STS-1 (1981) und der STS-9 (1983), unter anderem mit dem Deutschen Ulf Merbold. Insgesamt sammelte er über 835 Raumflugstunden. In den 70er und 80er Jahren hatte er außerdem zahlreiche offizielle Verwaltungsämter im Astronaut Office. Bis heute ist er in der technischen Entwicklung tätig, die künftige Besuche auf dem Mond und, auf lange Sicht, dem Mars ermöglichen soll.
John Young über die Fahrt mit dem Rover über den Mond: „Das Beruhigende ist, dass einem da oben keiner entgegenkommt.“ (John Young)
Charles Duke
Geboren am 3. Oktober 1935 in Charlotte/North Carolina. Studium am MIT und der Aerospace Research Pilot School. Ausbildung zum Testpiloten, unter anderem an der deutschen Ramstein Air Base. Als einer der 19 Astronauten wurde er 1966 von der NASA ausgewählt. Sein wichtigster Einsatz war Apollo 16 (1972) mit insgesamt 71 Stunden Aufenthalt auf der Mondoberfläche. 1975 verließ Duke die NASA, um als privater Unternehmer und christlicher Aktivist tätig zu werden.
„Im Kontrollzentrum konnte man die Spannung geradezu knistern hören. Sie war nicht zu sehen, aber zu spüren. Und es herrschte Totenstille.“ (Charles Duke über die Atmosphäre kurz vor der ersten Mondlandung)
Gene Cernan
Geboren am 14. März 1934 in Chicago, Illinois. Ingenieursstudium und Pilotenausbildung. 1963 Beginn der NASA-Laufbahn. Einsätze auf der Gemini 9 (1966 als zweiter Amerikaner im Weltall), Apollo 10 (1969) und Apollo 17 (1972). Cernan hielt sich über 566 Stunden im All auf, davon 73 Stunden auf der Mondoberfläche. Ab 1973 beteiligte sich Cernan an der amerikanisch russischen Apollo-Sojus-Mission und übernahm als Senior Negotiator die Verhandlungen mit der Sowjetunion. Gene Cernan ist der vorerst letzte Mann, der den Mond betrat. Nach Beendigung seiner NASAKarriere war er als Unternehmer in verschiedenen Zweigen der Energiewirtschaft und Raumfahrt tätig.
“Den einen Tag ist man noch Gene Cernan, der junge Marinepilot, und am nächsten Tag ist man ein Nationalheld. Buchstäblich. Und man hat gar nichts dafür getan!“ (Gene Cernan)
Harrison Schmitt
Geboren am 3. Juli 1935, in Santa Rita/New Mexico. Geologie-Studium unter anderem in Oslo und Harvard. Geologische Forschungsaufenthalte in New Mexico, Montana, Norwegen und Alaska. Vor dem NASA-Eintritt arbeitet er für das U.S. Geological Survey's Astrogeology Center in Flagstaff/Arizona. Zu seinen Forschungsgebieten gehörten die Geologie des Mondes sowie die fotografische und teleskopische Kartierung des Mondes. Zur NASA kam er als geologischer Wissenschaftler für die Apollo Missionen, zusätzlich absolvierte er ein Flugtraining. 1972 flog er mit der Apollo 17 zum Mond, auf dessen Oberfläche er 22 Stunden verbrachte. Später war Schmitt hauptsächlich als Verbindungsmann zwischen dem California Institute of Technology, der NASA und diversen Federal Agencies tätig. 1977 vertrat er seinen Heimatstaat New Mexico im US-Senat. Seit 1982 ist Schmitt als Berater und Autor aktiv.
„Das ist so eine Art unerschütterlicher Glaube an die eigene Unfehlbarkeit. Das macht einen Helden aus. Dass man sich unsterblich fühlt und dass es nichts gibt, was man nicht kann.“ (Harrison Schmitt)