„Die Stärke des Drehbuchs liegt in seiner Einfachheit, es gibt keinen unechten Moment,“ sagt Produzent Marco Weber über die erste U.S.-Produktion von Senator Entertainment. „Es fühlt sich natürlich an und sehr real, weil es eine autobiografisch inspirierte Geschichte ist. Sie ist ehrlich und nachvollziehbar. Genauso läuft Familienleben ab.“ Dennis Lees berührendes Familiendrama ZURÜCK IM SOMMER kreist um die großen Themen des Lebens: Schuld, Vergebung, Neuanfang, Liebe, Hass und Hoffnung. „ZURÜCK IM SOMMER ist eine Geschichte über eine Familie“, sagt Regisseur und Drehbuchautor Dennis Lee über sein Spielfilmdebüt. „Die Familie besteht aus Mutter, Vater, Tochter und Sohn. Die Mutter wird am Anfang des Films aus dem Leben gerissen. Für mich sind Mütter wie Bilderrahmen, die ein Bild zusammenhalten. Ohne Rahmen beginnen die Dinge auseinander zu fallen. Die Frage ist, ob eine Familie das Auseinanderfallen erlaubt oder ob jedes Familienmitglied tut, was es kann, um den Zusammenhalt wieder aufzubauen. In diesem Prozess zeigen sich Gefühle und Wahrheiten werden offenbart.“
ZURÜCK IM SOMMER wird aus der Perspektive des jungen Schriftstellers Michael Taylor (Ryan Reynolds) erzählt. Während im Rückblick seine lebhaften Kindheitserinnerungen an das schwierige Verhältnis zu seinem Vater und zwischen seinen Eltern im Mittelpunkt stehen, ist die Gegewart von dem Versuch der ganzen Familie geprägt, mit dem Verlust der Mutter zu leben. Ryan Reynolds, der den erwachsenen Michael spielt, beschreibt die familiäre Situation wie folgt: „Die Figuren sind gezwungen, zusammen zu sein und zu trauern, jede auf ihre eigene Weise. Sie müssen Zeit miteinander verbringen – wie schmerzhaft und unangenehm das auch sein mag. Dabei gilt es Abgründe zu überwinden, die sich über die Jahre zwischen ihnen aufgetan haben. Jede Familie ist auf ihre Art kompliziert und für uns als Schauspieler war es wirklich aufregend, diese Nuancen herauszustellen und zu betonen. Der Film handelt von dem Mythos des perfekten Heims. Für mich ist es eine wirklich wichtige Geschichte.“ Für Regisseur Lee ist der Film ein besonders persönliches Projekt: „Meine Mutter starb vor ungefähr fünf Jahren bei einem Autounfall. Etwas später sah ich YOU CAN COUNT ON ME (2000). Ein großartiger Film, der zeigt, wie eine Familie mit einer Tragödie umgehen kann. Dieser Film und der Tod meine Mutter inspirierten mich, das Drehbuch zu ZURÜCK IM SOMMER zu schreiben.“ Obwohl die Geschichte an den Unfall seiner Mutter und die Bemühungen seiner Familie, mit dem Verlust klar zu kommen, angelehnt ist, ist es Lee sehr wichtig, dass ZURÜCK IM SOMMER nur semi-autobiografisch ist. Besonders sein Vater hat nichts mit der schwierigen Persönlichkeit des Filmvaters Charles zu tun. „Charles basiert nicht auf meinem Vater. Mein Vater ist ein sehr freundlicher Mann, ruhig und gütig.“
Die Figuren und ihre Art, mit Gefühlen und Beziehungen untereinander umzugehen, sind vielschichtig. Lees Liebe für jeden einzelnen Charakter, trotz oder vielleicht auf Grund ihrer persönlichen Schwächen, ließ eine authentische Geschichte wachsen, die jeden ansprach, der an dem Projekt beteiligt war. „Was mich an der Rolle besonders anzog, war die Möglichkeit, jemanden darzustellen, der ein großes Gefühlsspektrum durchlebt“, erklärt Reynolds. „Das kann ich nachvollziehen. Wenn man jemanden verliert, empfindet man im ersten Moment oft gar nichts. Man ist völlig benommen, wie im Schock. Der Schmerz kommt viel später und dann ganz plötzlich, nach zwei Wochen, nach einem Jahr oder nach zwei Jahren. Michael kehrt nach Hause zurück und ist am meisten darüber erschüttert, dass er gar nichts fühlen kann. Er liebt seine Mutter und vermisst sie schrecklich, aber er scheint den Verlust noch nicht zu spüren.“
Emily Watson spielt die erwachsene Tante Jane, die als verwirrter Teenager (gespielt von Hayden Panettiere) einen bedeutsamen Sommer bei Michaels Familie verbrachte und heute im ehemaligen Familienhaus der Taylors mit ihrer eigenen Familie lebt. Nach dem Tod ihrer Schwester Lisa übernimmt sie quasi die Rolle des weiblichen Familienvorstands. Die Tiefe der Geschichte war für Watson ausschlaggebend: „Derartig komplexe Drehbücher sind die Ausnahme. Das Buch zu ZURÜCK IM SOMMER fühlte sich echt an – und außerdem gefiel mir sein unprätentiöser Stil.“ Obwohl die Beziehung zwischen Michael und seinem Vater Charles häufig im Mittelpunkt steht, war es Lee gleichzeitig ein großes Anliegen, die weiblichen Figuren und ihre Geschichte adäquat darzustellen.
„Alle Frauenfiguren haben etwas gemeinsam: Sie müssen ihre Stimme finden. Gleich ob es um Lisa (Julia Roberts), Ryne (Shannon Lucio), Kelly (Carrie-Anne Moss) oder Jane (Emily Watson) geht. Ich habe als Lehrer gearbeitet und meine Frau ist Lehrerin. Wir haben schon oft darüber diskutiert, wie und wann es in dieser Gesellschaft und Kultur geschieht, dass Frauen ihre Stimme verlieren. Beim Unterricht in der siebten Klasse findet man beispielsweise viele schlaue, originelle Mädchen. Dann kommen die Ferien und irgendwas geschieht in diesem Sommer zwischen der siebten und der achten Klasse. Wenn sie zurückkommen, sehen sie plötzlich alle gleich aus und ihre Art zu sprechen ist dieselbe. Sie verlieren ihre Einzigartigkeit. Vielleicht ist das eine Pauschalisierung, aber das geschieht viel zu oft.
In ZURÜCK IM SOMMER findet Lisa ihre Stimme, ihre Identität, erst wieder, als ihre Kinder aus dem Haus sind. Bei Kelly, Michaels Frau, geht es um etwas Ähnliches. Für Tante Jane liegt der Schlüssel in jenem Sommer. Und für Ryne ist es der Tod der Mutter, der sie zwingt, sich wichtige Fragen zu stellen wie: Wer möchte ich sein? Was möchte ich tun? Und nicht: Wer soll ich nach den Wünschen meiner Eltern sein?“