Schauplatz des Drehbuchs ist die Kleinstadt Lockhart in Illinois. Anfänglich gab es die Idee, irgendwo bei Los Angeles einen geeigneten Drehort zu finden. Doch es sollte auf keinen Fall auf einem Studiogelände gedreht werden. Also entschied man sich, in und um Austin, Texas, nach einer geeigneten Gegend zu suchen. „Als ich richtig begriff, was sich derzeit alles in Austin tut und die Qualität der Crews erkannte, die für uns zur Verfügung standen, besiegelte das die Sache endgültig für mich“, erklärt Production Designer Rob Pearson. „So konnte ich mit der Ausstatterin Carla Curry arbeiten, die bei WALK THE LINE (2005) und THE ALAMO (ALAMO, 2004) dabei gewesen ist. Carla und die Leute aus ihrer Truppe, wie der Requisiteur Curtis, waren großartig. Wenn sie zur Arbeit kamen, ließen sie ihre Egos an der Garderobe und waren nur noch an guter Arbeit interessiert. Etwas Besseres kann man sich nicht vorstellen.“
Die Herausforderung war nun, das Familienhaus der Taylors zu finden, das Lees kraftvoller Vision entsprach. Schließlich übernimmt das Haus regelrecht eine Hauptrolle im Geschehen. Selbst ein ausgewachsener Eissturm, der das Team auf der Suche nach Drehorten in Texas begrüßte, konnte die Begeisterung nicht dämpfen.
Die Herausforderung war nun, das Familienhaus der Taylors zu finden, das Lees kraftvoller Vision entsprach. Schließlich übernimmt das Haus regelrecht eine Hauptrolle im Geschehen. Sehr viel der Handlung spielt sich in und um das Haus herum ab, sowohl in der Gegenwart als auch in Rückblenden in die späten 1970er und 1980er Jahre. Am dritten Tag der Drehortsuche folgte das Team einem Hinweis der Texas Film Commission und fand tatsächlich ein Haus in der Kleinstadt Bastrop. Für Parson erfüllte dieses Haus auf ideale Weise verschiedene Anforderungen: „Aus Produktionsperspektive war es perfekt. Es war sowohl groß als auch intim genug. Wir konnten es so fotografieren, dass es nicht zu prachtvoll wirkte, dennoch erwies es sich gleichzeitig als geeignet für die spezifische sozialökonomische Zusammenstellung der Figuren: Es sollte ja das Haus eines Universitätsprofessors und seiner Familie darstellen.“
Das Haus hatte den unschätzbaren Vorteil, dass es bereits eine sehr eigene Ausstrahlung besaß. „Production Design ist ein organischer Prozess, besonders, wenn es sich um einen Film handelt, der hauptsächlich an einem Ort spielt. Es ist ein langsamer Entdeckungsprozess. Dieses Haus brachte so viel mit, mit dem wir arbeiten konnten – das war allen sofort klar. Beispielsweise die Winkel: Man kann in diesem Haus in einen Raum hineingehen und sieht in drei weitere Zimmer. Architektonisch ist jeder Winkel aufregend. Wir haben im CinemaScope-Format gedreht, weil das Haus einen wie von selbst in eine größere Form führt, was nicht alle Innenbereiche tun. Aber hier gab es viele Fenster und viel natürliches Licht. Was mich weiterhin für diese Location begeisterte, war die Tatsache, dass wir alles, was wir für die Produktion benötigen, in der Nähe fanden. Es war einfach ein guter Platz.“
Ein weiteres Plus für das 1920 erbaute Haus war die Tatsache, dass Besitzerin Patricia Orr Professorin an der örtlichen Universität ist und die Ausstattungscrew ihre Bücher und Dekorationsstücke verwenden durfte. Für die Schauspieler waren die Dreharbeiten in Texas und im Heim der Orrs eine sie verwandelnde Erfahrung. Diese Umgebung erleichterte es ihnen, eine Verbindung zu ihren Figuren zu finden. Gleichzeitig schlug diese „natürliche Kulisse“ eine Brücke zwischen filmischer Gegenwart und Vergangenheit.
Willem Dafoe beschreibt den eigenartigen Zauber mit folgenden Worten: „Es war ein wenig merkwürdig, nicht nur das Haus, auch die Stadt ist sehr eigen – man kommt sich ein bisschen wie aus der Zeit gefallen vor. Dieser Ort mit seinen zwitschernden Vögeln und den wunderschönen Bäumen, der Stille, den Veranden und Schaukelstühlen, half die Welt des Films zu erschaffen. Man muss sich vor Augen halten, dass die Geschichte 20 Jahre umfasst. Obwohl wir den Drehort in Texas als Kulisse für eine Vorstadt oder Kleinstadt im mittleren Westen nahmen, hat man das Gefühl in der Vergangenheit zu sein. Das Haus umfasst Gegenwart und Vergangenheit der Geschichte. In der Vergangenheit sind die Kinder klein und meine Rolle so um die 36 Jahre alt. In der Gegenwart – beachten Sie das graue Haar! – ist Charles ungefähr 56, was natürlich meinem eigenen Alter mehr entspricht.“ Auch für die Britin Emily Watson war das Haus der Orrs eine große Hilfe bei der Darstellung der jungen, sorgenvollen amerikanischen Hausfrau Jane. Sie erinnert sich: „Ich habe viel Zeit dort verbracht, einfach, um mich dort wirklich zuhause zu fühlen.“
Trotz dieser idyllischen Schilderungen waren die Dreharbeiten in Texas nicht nur eitel Sonnenschein. Vielmehr musste sich die Crew mit Ereignissen auseinandersetzen, die einer Hollywood-Studioproduktion wohl nie begegnet wären. Neben dem lästigen Kampf gegen Allergene und einer Luftfeuchtigkeit, die sich während der Dreharbeiten auf Rekordhöhe einpegelten, gab es vor allem einen Moment, in dem jedem klar wurde, dass man sich nicht mehr in Los Angeles befand. Das war der Moment, als ein Tornado über das Set fegte. Einer der großen Bäume im Vorgarten wurde sogar von dem Sturm umgerissen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt und auch Haus und Zaun wurden wie durch ein Wunder nicht beschädigt. Die Stadt Bastrop half der Crew bei den Aufräumarbeiten und drei Stunden nach dem Tornado konnten die Dreharbeiten fortgesetzt werden.