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    Thriller | Großbritannien 2008
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      • | Produktion: Der Dreh

      • Als Roger Donaldson das Drehbuch zu BANK JOB von Charles Roven, der seinerzeit Donaldsons Cadillac Man (1990) produziert hatte, zugeschickt bekam, gefiel ihm sofort die Idee, endlich wieder einen Film in England drehen zu können, seinen ersten seit Die Bounty (The Bounty, 1984).

        „Mir gefiel, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt. Es gibt viele interessante Details, die mit dem Einbruch zusammenhängen. Mein Vater wurde in England geboren, ich habe einen britischen Pass, mein Sohn lebt in London. Ich hatte also richtig Lust, einen Film dort zu drehen“, erzählt der in Australien geborene Regisseur. „Einer der tollen Sachen beim Dreh in England ist die großartige Menge an wirklich guten und talentierten Schauspielern. Der Besetzungsprozess ist ein reines Vergnügen. Für mich geht es in dem Film darum, wer mit dabei ist. Die fantastische technische Expertise der Crews darf man nicht vergessen. Ich würde sagen, das war eine der besten Crews, mit der ich jemals gearbeitet habe.“

        Produzent Roven konnte es nicht erwarten, wieder mit Donaldson zu arbeiten: „Es ist großartig. Roger ist der perfekte Regisseur für diesen Film. Er hat so viele unterschiedliche Arten von Filmen in seiner Karriere gemacht. Er hat Thriller gedreht, Charakterstücke, Actionfilme... und er hat wahre Geschichten verfilmt, wahre und herzerwärmende Geschichten wie seine jüngste Arbeit Mit Herz und Hand (The World’s Fastest Indian, 2005). BANK JOB ist ein Film, in dem all seine Stärken zum Tragen kommen, der Elemente von allem, was er bisher gemacht hat,in sich trägt. Er ist spannend, er hat ein beträchtliches Maß an aus dem Leben gegriffenenHumor, und die Figuren sind wirklich interessant.Ein Teil von uns steckt in allen von ihnen.“

        „Ich fand, dass es von vielen verschiedenen Standpunkten her ein interessanter Film werden würde“, gesteht Donaldson. „Es macht mir Spaß, einen Blick darauf zu werfen, was die Gesellschaft ticken lässt. Mich interessierten die wahren Fakten, die Geschichte der Ära, der Zeit und ihrer Politik. Ich bin mit englischem Fernsehen aufgewachsen. Die Briten haben einen ganz bestimmten Sinn für Humor, der mich immer angesprochen hat und den ich sehr gern mag. Die Drehbuchautoren Dick und Ian haben sich genau damit einen Namen gemacht. Ich wiederum, schätze ich, habe meinen Ruf als Experte für Politthriller mitgebracht, mit Filmen wie No Way Out – Es gibt kein Zurück (No Way Out, 1987) und Thirteen Days (2000). Mir gefiel an dem Drehbuch, dass es von echten Menschen und echten Ereignissen inspiriert ist und dass es zur Zeit einer Periode in der englischen Geschichte spielt, die in meinen Augen einzigartig ist. Viele der Figuren in der Geschichte sind einzigartig in Bezug auf die Rolle, die sie in ihr spielen.“

        „Ich persönlich liebe den Aspekt der Recherche“, sagt Donaldson. „Da kann ich mich förmlich darinversenken. Ich habe sämtliche Zeitungen der Zeit studiert, stöberte durch das Nationalarchiv, immer auf der Suche nach Fakten, die seit damals, seit 1971, von niemandem wahrgenommen wurden.“ „Wir lebten damals in London“, berichtetDrehbuchautor Dick Clement. „Wir konnten uns noch an die Schlagzeilen über die Funkgeräte erinnern. Erst als wir mit unseren Recherchen begannen, entdeckten wir, dass die Geschichte sehr schnell komplett von den Medien gekippt wurde. Sie sorgte ein paar Tage für Furore und verschwand dann komplett vom Radar. Natürlich hatte man keine Ahnung von den möglichen Hintergedanken und Zusammenhängen, die sich im Film finden, da ganz viele Aspekte überhaupt erstmals zu Tage gefördert wurden. Wieviel davon tatsächlich exakt so ist, wie es damals war, weiß ich nicht. Das müssen andere Leute entscheiden.“

        Ian La Frenais gefiel die Atmosphäre der damaligen Zeit, die der Geschichte eine ganz eigene, unverkennbare Note gibt. „Viele Einbruchsfilme und Heist-Movies, die heute gedreht werden, sind von High-Tech-geschulten Menschen abhängig, die sich mit Computern in Sicherheitssysteme hacken. In unserem Film geht es um einen altmodischen Einbruch, mit Spitzhacke und Schaufel, sich ins Erdreich graben, Bankmauern durchbrechen und die Schließfächer mit Brecheisen knacken!“

        Clement führt aus: „Es ist faszinierend, dass sich die damalige Geographie bis heute nicht im geringsten verändert hat. Man kann jetzt im Moment die Baker Street besuchen und man wird den Laden finden, von dem aus der Tunnel gegraben wurde. Mitten drin ist immer noch ein kleines Chicken Inn. Vielleicht heißt das heute nicht mehr so, aber es ist immer noch ein Schnellimbiss. Ansonsten sieht es noch genauso aus wie damals.“ „Eine Zeitlang überlegten wir uns, den Film in Australien zu drehen“, sagt Steven Chasman.

        Melbourne sieht europäischen Metropolen sehr ähnlich. Es ist einfach recht teuer, vor Ort in London zu drehen, aber um der Authentizität willen haben wir uns das schließlich geleistet. Die Schauspieler sind sehr gut, die Techniker ebenso. Das hat dem Film gut getan. Und natürlich spielt die Handlung in London, und deshalb haben wir dann auch dort gedreht. Die größte Herausforderung bestand darin so viel wie möglich auf die Leinwand zu packen. Und es hat sich gelohnt, weil es eine ganz fabelhafte Erfahrung war.“

        Szenenbildner Gavin Bocquet war mehr als bereit, sich der Herausforderung zu stellen: „In London Drehorte zu finden, die sich in den letzten 35Jahren so wenig verändert haben, dass sie sich fürunser Unterfangen eigneten, war gar nicht so einfach. Wir mussten 60 bis 70 passende Drehorte finden und hatten nicht allzu viel Geld zur Verfügung. Man muss an einem Strang ziehen, meine Abteilung, der Regisseur, der Kameramann, in unserem Fall Michael Coulter, um herauszufinden und abschätzen zu können, was genau sich an den einzelnen Drehorten drehen ließ.“

        „Als ich eine unserer Drehbuchfassungen überschlug, kam ich auf 76 Drehorte. Das sind ungefähr doppelt so viele wie üblich“, sagt Aufnahmeleiter Giles Edelson. „Ich erinnerte mich an einige Locations, die ich in der Vergangenheit bereits benutzt hatte. Nicht eine davon existiert heute noch – London ist eine einzige riesige Baustelle. Aberschließlich stöberten wir doch einige neue Orte auf, wie den Pigalle Club in Piccadilly. Es ist immer gut,wenn man in einer Location filmen kann, die noch nicht in anderen Produktionen zum Einsatz gekommenist.“

        Gavin Bocquet stimmt dieser Betrachtung zu: „Esbedurfte einer gewaltigen Anstrengung, all die kleinen Flecken in London zu finden, die man als 70er Jahre drehen kann, ohne großartig in die bestehende Struktur einzugreifen. Aber wir haben viel Arbeit in unsere Recherchen über die Ära gesteckt. Wir hatten ziemlich gutes Filmmaterial der BBC zur Verfügung, speziell vom Bankraub selbst, sodass wir uns einen Eindruck davon machen konnten, wie es zwei oder drei Tage danach aussah.“ Er fährt fort: „Roger war es wichtig, die komplette Raubsequenz absolut nahtlos aussehen zu lassen. Eine Herausforderung, weil wir, wie das üblich ist, an verschiedenen Plätzen, teilweise Locations, teilweise in einer Studiohalle, drehen mussten. Wir hatten lange Diskussionen darüber, wie wir die Aufgabe am besten meistern würden. Am Ende ließen wir die Kameras in einer Straße auf einem Außenset in den Pinewood Studios und in drei Sets auf einer Studiobühne in Ealing, darunter den Tunnel und den Keller von Le Sac, laufen. Dazu kam eine weitere Location, der Banktresor, den wir in der alten Bethnal Green Town Hall aufbauten. Wir hatten aber gute Vorlagen zur Referenz, entweder von der BBC oder von Fotos der Polizei, die am tatsächlichen Tatort geschossen wurden. Roger hat die Sequenz in einer Art und Weise zusammengesetzt, dass man als Zuschauer überzeugt ist, der Tresor, der Tunnel, das Grabgewölbe und der Keller von Le Sac befänden sich unter den Läden. Das ist exakt die Illusion, die man erschaffen will. Niemand wird es wirklich zu schätzen wissen, wie viel Mühe es uns gekostet hat, dieses Ziel zu erreichen. Wenn alles so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben, dann wird jeder denken, dass das Gezeigte echt ist.“

        Die Produktion legte im Verlauf ihres zehnwöchigen Drehs eine gewaltige Strecke zurück. Die Drehorte reichen von luxuriösen Wohnungen in Bayswater hin zu Werkstätten im East End, von halbseidenen Pubs und Clubs hin zu illustren Holz vertäfelten Büros, von den Royal Courts of Justice hin zum Historic Naval Dockyard in Chatham. Die Szenen in der Londoner U-Bahn wurden in der stillgelegten Haltestelle in Aldwych gedreht, und an zwei denkwürdigen Tagen belegte die Produktion die Platform One in der betriebsamen Paddington Station in London, inklusive einer echten Lokomotive mitsamt Wagons aus dem Jahr 1971 – das erste Mal in der Geschichte, dass eine Filmproduktion einen eigenen Zug zum Dreh in dem Bahnhof mitgebracht hatte.

        „Die Tatsache, dass man in Paddington selbst und noch dazu auf einem Bahnsteig drehen kann, ist außergewöhnlich“, sagt Hauptdarstellerin Saffron Burrows. „Man konnte Jogginganzüge ins Bild laufen sehen und scheußliche orangefarbene Gepäckstücke – schon erschreckend, wenn das einen Einblick gibt, wie sich unsere Vorstellung von Design entwickelt hat. Man sah also den einen oder anderen realen Passanten, der sich ins Bild verirrte und dann von Leuten der Produktion verscheucht werden musste. Es war wunderbar!“

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