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    Thriller | Großbritannien 2008
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      • | Produktion: Der Look von 1971

      • Kostümdesignerin Odile Dicks-Mireaux bestätigt, dass für den Film viel Aufwand für die Recherchen des Looks der damaligen Zeit betrieben wurde. Neben ihrer Abteilung waren auch die Haar- und Makeup-Abteilung und das Art-Departmentinvolviert. „Uns lagen Filmaufnahmen der damaligen BBC- Nachrichten vom tatsächlichen Bankeinbruch vor, was sehr interessant war – ein blutjunger John Humphrys, der von außerhalb der Lloyds Bank berichtete. Man konnte an der Kleidung der Menschen sehen, dass das, was man gemeinhin mit den 70er Jahre Heist-Movies in Verbindung bringt, tatsächlich nicht viel mit den Seventies zu tun hat. Die ganz normalen Menschen sehen so aus, als würden sie immer noch ein bisschen in den Sechzigern feststecken. Das behielt ich als Maßgabe bei der Arbeit an den Kostümen immer im Hinterkopf. Jeder einzelnen Figur ordnete ich eine berühmte Persönlichkeit der Ära als Referenzpunkt für ihren Look zu.“

        Sie erzählt weiter: „Ich machte mich bei meinen Recherchen ein bisschen mit der Welt der Kleinstverbrecher vertraut. Meine Idee für Jason, mit dem ich mich eingehend unterhielt, war ein Look, der todschick, sauber und den Sechzigern verhaftet sein sollte – und nicht im Geringsten mit den Siebzigern zu tun hatte. Das entspräche seiner Vorstellung, wie ein Mann seiner Klasse aussehen sollte.“

        „Kevins Stil basiert auf David Hemmings und David Bailey“, berichtet Dicks-Mireaux. „Also besorgten wir uns einen Stapel Fotos von 1971 und ein bisschen älter und sahen uns den Look von damals an. Ein bisschen muss man an die Rolling Stones denken, wenn man ihn sieht. Dannys Vorbild wiederum ist George Best. Im Drehbuch gibt es einen kleinen Kommentar, bei dem sie sich über Dannys Klamotten lustig machen. Das passt zu George Best, der auf breite Krawatten und große Krägen stand. Das ergab auch einen guten Kontrast zu dem lässigen Look von Kevin.“

        „Martine basiert auf Jean Shrimpton“, fährt die Kostümbildnerin fort. „Wendy Leather ist dagegen der Cynthia-Lennon-Typ, viel mehr Sixties als Martine es ist, die immer mit der aktuellsten Garderobe ausgestattet ist, weil sie Zugriff zu den neuesten Schnitten hat und immer nach dem letzten Schrei bekleidet ist. Sie war ein Model, ist es also gewohnt, immer verkleidet zu sein – man weiß nie genau, wer sie ist und was für ein Spiel sie spielt. Das war ein wichtiger Aspekt ihrer Garderobe. Ein bisschen musste ich bei ihr auch an Jane Birkin denken, ein passendes Image für sie, wie ich finde. Und bei Ingrid, die für Terry arbeitet, hatte ich Cilla Black oder Lulu im Hinterkopf.“

        Generell meint sie: „Mit diesen Maßgaben haben wir mit unserer Arbeit angefangen. Von Roger kam der Hinweis, es mit der damaligen Ära nicht zu sehr zu übertreiben. Man sollte sie eher spüren als sehen, die Aufmerksamkeit sollte nicht zu sehr auf die Zeit gelenkt werden. Gleichzeitig warfen wir auch einen Blick auf die Mode von heute – gerade im Moment lassen sich gewisse Elemente aus den 60er und 70er Jahren in der Mode nicht von der Hand weisen. Wenn man sich dann also der Zeit von damals zuwendet, muss man immer vor Augen haben, was dem Publikum von heute an der damaligen Mode gefallen könnte und was es gerne sehen will.“

        Farben spielten eine wichtige Rolle, erklärt Szenenbildner Gavin Bocquet: „Was den Look des Films anbetrifft, war es Roger besonders wichtig, dass ein bodenständiger, eher kantiger Eindruck entsteht. Wir wollten kein sommerliches, leichtes Feeling, und das arbeiteten wir mit unserem Farbschema heraus. Die Töne sind gedeckt und wir setzten auf tertiäre Farben, wie man sie in den 60er Jahren immer wieder entdecken kann. Manchmal erlaubten wir uns grelle Kontraste wie das ‚Chicken Inn’ mit seinen strahlenden und hellen Farben. Aber im Grunde haben wir versucht, rein farblich einen stark geerdeten Film zu machen.“

        Für Kostümdesignerin Dicks-Mireaux ging es darum, der eigenen Welt der jeweiligen Figur mit ihrer Garderobe Ausdruck zu verleihen: „Da gibt es also die Clubwelt und all diese Cocktailkleider. Die Bedienungen sind auffällig gekleidet, man sieht Abendanzüge, alles ist kristallen. Dann bewegt man sich zu der Andre-Deutsch-Party, der Welt von Michael X, von Vanessa Redgrave, mit ihren gewagten und helleren Farben. Wir haben sorgfältig darüber nachgedacht, wie man die Geschichte ganz klar erzählen kann, weil wir über ein großes Ensemble verfügen und man schnell den Überblick verliert, wenn nicht alles ganz spezifisch dargestellt wird.

        Die Polizisten tragen bei mir beispielsweise cremefarbene Hemden, während ich die Agenten des MI5 ganz absichtlich in weiße Hemden steckte – man kann sie durch diesen subtilen Unterschied also bereits unterbewusst auseinander halten. Es ist einfach eine endlose Abfolge grauer Männer in Anzügen und Jacken und Hosen, und man muss sein Möglichstes tun und Wege finden, wie man es für das Publikum einfacher macht, den Einzelnen jeweils der richtigen Gruppe zuzuordnen.“

        Dank ihrer Rolle als ehemaliges Model erhielt Saffron Burrows einen ganz eigenen unverkennbaren, aber klar nach der jeweiligen Situation aufgeschlüsselten Stil: „Sie hat einen ‚Heathrow-Ankunftshalle- Look’. Dann hat sie einen Look für die Clubs, sie hat einen Hochzeitslook und einen Andre-Deutsch- Look – gewisse Stile mussten einfach sein. Im Club trägt sie beispielsweise Haute Couture, ein Outfit, wie es von Lanvin geschneidert sein könnte. Hat Klasse und ist sehr schick.“

        Sie meint zudem: „Saffron hat auf eigene Faust David Bailey aufgesucht und sich mit ihm über die Models der Zeit unterhalten und gefragt, ob sie, als Mädchen aus dem East End, einen durchgängigen Look tragen sollte. Oder ob sie als jemand, der Zugriff auf die neuesten Schnitte hat, eher dazu neigen würde, ständig neue Looks zu adaptieren. Er meinte, dass sie das machen könnte, wenn sie wollte. Wenn man all diese Kleider geschenkt bekommt, dann zieht man sie auch an. In der Hochzeitsszene trägt sie also einen grünen Hosenanzug aus Samt, nach dem Vorbild von Bianca Jagger – Frauen trugen damals mit Vorliebe Hosen. Darunter hat sie eine wunderschöne Chiffonbluse angezogen, die Kopie eines Originals von Ossie Clark, die wir für Saffron ein bisschen umgearbeitet haben. Ihr Outfit am Flughafen basiert auf einem Foto von Twiggy, wie sie in Heathrow ankommt. Darauf trägt sie weite Leinenhosen und ein sehr locker sitzendes Top. Und wenn sie in der Bank loszieht, um die Perlen einzusammeln, tut sie das in einem französisch anmutenden Look – Navy mit cremefarbenem Flanell, ziemlich schick.“

        Der Mantel, in dem man Saffron Burrows gegen Ende des Films immer wieder sieht, gehört ihrer Mutter und stammt tatsächlich aus der Periode, in der der Film spielt. Es ist ein besonders langer Mantel von Biba, und sie sieht fantastisch darin aus. „Meine Mutter trug ihn, als sie mit mir schwanger war“, bestätigt Saffron. „Es war total lieb, weil Odile auf Ideen wie diese total abfuhr. Es war ganz wunderbar, sich solche Sachen einfallen zu lassen und so viele originale Kleidungsstücke wie möglichzu benutzen.“

        „Wir finden Originale und kopieren sie, speziell für Saffron, eigentlich für alle Mädels“, sagt Odile Dicks-Mireaux. „Für sie haben wir ziemlich viele Teile hergestellt. Die Männer hatten etwas mehr Glück. Ein paar Stücke haben wir für sie gemacht, ein paar haben wir aufgestöbert. Das war ziemlich gut. Wenn man sich die Anzüge von Stephen, Danny, Lew Vogel und Terry ansieht, wird man feststellen, dass sie allesamt grundlegend verschieden sind. Sie haben diesen ganz besonderen Look. Und wir benutzten viel Mohair-Stoff, der original aus der Zeit stammt. Alle Anzüge wurden aus originalen Stoffen geschneidert. Das ist ein großer Vorteil. Und die Männer haben es sehr genossen, sie zu tragen. Die Nähe zu der Ära, in der unser Film spielt, gab ihnen ein ganz unmittelbares Gefühl für ihre Figuren und die Zeit.“

        Die Männerfrisuren der frühen 70er Jahre spielten ebenfalls eine wichtige Rolle, wie Haar- und Makeup-Designerin Kirstin Chambers betont: „Viele der Schauspieler, die für den Film besetzt wurden, hatten ausgesprochen moderne Haarschnitte. DerStil ist völlig anders, die Länge ist völlig anders.Vielen mussten wir also Perücken und Bärte anpassen – Koteletten und Schnauzer, das gehört alles mit dazu. Wenn die Silhouette und die Form passen, dann wirkt das Wunder: Man wird geradewegs in die damalige Zeit transportiert. Gemeinsam mit der Garderobe bekommt der ganze Look auf diese Weise seinen entscheidenden Schliff.“

        Sie erklärt weiter: „Der Look muss grundsätzlich ziemlich natürlich wirken. Obwohl der Film eigentlich im Jahr 1971 spielt, haben wir uns auf einen Look geeinigt, der eher den späten Sechzigern entspricht. Bei den Mädchen bedeutet das, dass falsche Wimpern und stark betonter Lidschatten für den für die Ära typischen Smokey-Eyes-Effekt zum Tragen kamen. Aber für all die verschiedenen Typen haben wir dennoch jeweils einen eigenen spezifischen Look gefunden. Martine ist viel mehr auf der Höhe der Zeit. Sie sieht aus, wie man es als typisch für 1971 empfinden würde und ist viel glamouröser und eleganter. Sie hat die Wimpern und benutzt Liner – und sie hat natürlich ein ohnehin ziemlich fantastisches Gesicht. Im Gegensatz dazu steht Dave Shillings Mutter, die unauffällig aussieht und vom Aussehen her eher an die frühen 60er Jahre erinnern würde. Ihr Look ist natürlich und sie benutzt viel weniger Makeup.“

        BANK JOB wurde mit den fortschrittlichsten High-Definition-Digitalkameras gedreht. Und das stellte das Produktionsteam vor ein paar interessante Herausforderungen. Kirstin Chambers erklärt: „Das Bild ist deutlich schärfer als auf Film. Also fällt Makeup viel stärker auf, man kann bei Perücken die Knüpfung ausmachen. Selbst Haar sieht superecht aus.“ Für Regisseur Roger Donaldson hat die neue Technologie aber auch deutliche Vorteile: „Dies ist der erste Film, den ich mit HiDef gedreht habe. Und natürlich gehört HiDef die Zukunft. Man hat die einzigartige Gelegenheit, schon während des Drehs genau zu sehen, wie das fertige Resultat aussieht. Es ist nicht ganz einfach, mit der Technologie zu arbeiten, aber mitzuverfolgen, was man macht, wie bei der digitalen Fotografie, das ist ein klares Plus. Unser Kameramann Michael Coulter ist wirklich talentiert, er hat bei ein paar großartigen englischen Filmen das Licht gesetzt. Ich glaube, dass es ihm nicht anders geht als mir und er die Herausforderung genießt.“

        „Offenkundig hat sich die Technologie in den letzten fünf oder zehn Jahren stark durchgesetzt. Ich habe bereits an einigen Hi-Def-Filmen gearbeitet“, berichtet Ausstatter Gavin Bocquet. „Viel ändert sich dadurch nicht. Als negativen Aspekt könnte man nennen, dass die Tiefenschärfe viel länger ist als üblich und Objekte viel schneller in den Fokus rücken. Man muss also aufpassen, wie man Gegenstände in mittlerer und weiter Entfernung bearbeitet. Wir arbeiten in einer Welt der Illusion, also arbeiten wir eigentlich so, wie man das fürs Theater gelernt hat. Und natürlich ist es offensichtlich, dass man vorsichtig sein muss, wenn die Dinge näher kommen und in feineren Details zu sehen sind.“

        Er meint weiter: „Der Vorteil ist, dass man beim Dreh einen Monitor verwendet, auf dem das Bild kristallklar ist. Also kann jeder in jeder Abteilung vor Ort mitverfolgen, was gedreht wird. Wenn man ein Problem entdeckt, lässt es sich sofort bewältigen. Früher war es so, dass das Monitorbild sehr unscharf war, also musste man auf erste stumme Filmkopien warten, um sich ein genaues Bild zu machen. Und dann war es meistens zu spät, etwaige Fehler zu korrigieren. Ich würde also sagen, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen.“

        Die Schauspieler standen durch den Dreh auf HiDef vor völlig anderen Herausforderungen. Saffron Burrows sagt: „Es gibt Aspekte an HiDef, die ich mag. Aber die Tatsache, dass die Digitalkamera gnadenlos ist, ist nicht unbedingt etwas, das mir als Schauspielerin zusagt. Sie ist nicht so gnädig wie das menschliche Auge. Das menschliche Auge konzentriert sich auf etwas und lässt alles darum etwas unscharf wirken. HiDef ist dagegen nicht im Geringsten wie der Pinsel eines Malers oder das Auge eines Fotografen. Es ist einfach klinisch klar. Ich vermute, dass es auch Vorteile gibt – unter anderem, dass Roger nach Drehschluss nachts nach Hause gehen konnte, wusste, dass alle Aufnahmen scharf sind, und dann gut schlafen konnte. Also ist es offenkundig, dass digital der Weg der Zukunft ist. BANK JOB war mein zweiter Film mit HiDef – und was mir gefällt, ist die Geschwindigkeit, mit der sich arbeiten lässt. Das ist eine tolle Sache.“

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