FILMDETAILS | Ich habe den englischen König bedient
Ich habe den englischen König bedient
Drama
| Slovakei / Tschechoslowakei 2006
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| Über die Produktion
Regisseur Jirí Menzel sieht es als eine Ehre an, Hrabals berühmtesten Roman ICH HABE DEN ENGLISCHEN KÖNIG BEDIENT verfilmt zu haben. Über dreissig Jahre waren beide Landsmänner befreundet, seit den Dreharbeiten zu LIEBE NACH FAHRPLAN (Oscar 1968). Menzel lag vor allem daran, den Erzählstil des Schriftstellers durch eine spezifische Filmsprache zu vermitteln: „Ich zähle es zu meinem größten Verdienst, ICH HABE DEN ENGLISCHEN KÖNIG BEDIENT in seiner ganzen Komplexität und seinem Blick auf die moderne Welt und einen Ausschnitt des 20. Jahrhunderts in der Lebensgeschichte eines Mannes auf die Leinwand gebracht zu haben. Mein wichtigstes Ziel hieß, dieser Geschichte getreu Hrabals lyrischer und zugleich unsentimentaler Reaktion auf diese Welt eine cineastische Stimme zu geben.“
Diesen Prozess beschreibt Julia Jentsch (als Sudetendeutsche Liza): „Menzel weiß genau, was er will und probt so lange, bis er genau das bekommt, was er will… manchmal war er wie ein kleiner Junge…“ Das Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele lobt die Liebe und Leidenschaft des Regisseurs zum Film und seinen ausgeprägten Humor: „Gerade dieser Humor macht den Film so besonders“. Julia Jentsch drehte erstmals in tschechischer Sprache: „Das war spannend und hat mir Spaß gemacht, war aber auch ein wenig anstrengend mit den ganzen Lauten, die wir in der deutschen Sprache nicht haben.“ Besonders faszinierte sie, dass Menzels Film „durch das Betrachten erzählt, nicht nur durch Dialoge“ und dass die Hauptfigur, die davon träumt, Millionär zu werden, „wie ein Gemälde beschrieben wird“.
Für die Hauptdarstellerin ist ihre Rolle als Liza in ICH HABE DEN ENGLISCHEN KÖNIG BEDIENT nicht mit ihren anderen Rollen, wie Sophie Scholl oder Antigone zu vergleichen: „Dieser Film steht ganz für sich selbst“. Die 30jährige möchte die Filmfigur Liza nicht verurteilen: „Sie war jung und in gewisser Weise sehr naiv, sie gehört zu den Menschen, die sich haben anstecken lassen durch die Euphorie der Hitlerjugend. Diese Begeisterung erschreckt heute, aber war weit verbreitet. Die meisten waren Mitläufer und leisteten keinen Widerstand wie Sophie Scholl. Wenn die Aussage eines Films für mich stimmt, übernehme ich gerne so einen Charakter. Man ist ein Teil dieser Geschichte, steht mal auf der Seite derer, die man bewundert, mal auf der Seite von zwiespältigen Figuren. Aber vor einer Schwarzweißzeichnung sollten wir uns hüten. Ich habe mich schon sehr intensiv mit der Figur befasst.“
Durch Streit um die Urheberrechte verzögerte sich die Realisierung um Jahre. Die Dreharbeiten fanden an 66 Tagen von März bis Juni 2006 an verschiedenen Orten in Tschechien statt, in Prag, Harrachov, Liberec und Vejprty.