„Ich habe diese coole Idee für einen Zombiefilm. Ich weiß noch nicht genau, was darin wirklich passieren wird, aber er soll von einem Arzt-Ehepaar in einem Krankenhaus handeln."
(Robert Rodriguez)
Als Robert Rodriguez vor einigen Jahren begann, die ersten Ideen zu PLANET TERROR niederzuschreiben, wollte er ein totes Genre wiederbeleben. Das visionäre Allround-Talent ist ein großer Fan von Zombie- und Horrorfilmen „Es hatte schon so lange niemand mehr einen Zombiefilm gedreht“, gibt Rodriguez als Motivation für PLANET TERROR an. Doch Rodriguez war es nie genug, das Genre einfach nur wiederzubeleben. Der Ausnahmeregisseur hatte immer den Anspruch, den Zombiefilm zu erweitern und ihn mit modernen Elementen zu erzählen. Ihm schwebte ein Film vor, der sehr viel Wert auf die Figuren setzt, ein atemloses Tempo vorlegt und völlig überzeichnet sein sollte. Trotz einer zwischenzeitlichen Schreibblockade und anderer Projekte, verlor er diese Idee nie aus den Augen.
Greg Nicotero, Rodriguez’ langjähriger Mitarbeiter
und Freund, erinnert sich an den verzögerten Reifeprozess des PLANET TERROR-Drehbuchs: „Als wir SPY KIDS (Spy Kids, 2001) drehten, es mag auch schon bei THE FACULTY (Faculty – Trau keinem Lehrer, 1998) gewesen sein, sagte Robert, ‘Ich habe diese coole Idee für einen Zombiefilm. Ich weiß noch nicht genau, was darin wirklich passieren wird, aber er soll von einem Arzt-Ehepaar in einem Krankenhaus handeln. Und es soll eine großartige Szene vorkommen, die ein Mädchen auf einer Straße zeigt, und jedes Mal, wenn ein Wagen sie passiert, sieht man Zombies als Silhouetten näher und näher auf sie zukommen’.“
Rodriguez gab Nicotero die ersten dreißig Seiten
seines Drehbuchs, das diese Szenen bereits enthielt. „Ich habe es gelesen und fragte, ‘Wie geht es weiter?’. Und Robert antwortete: ‘Ich habe keine Ahnung’.“ „Ich bin damals nie über diese dreißig Seiten hinausgekommen“, gesteht Rodriguez, „und dann kam plötzlich auch noch diese regelrechte Zombiefilm-Welle.“ 28 DAYS LATER (28 Days Later, 2002), DAWN OF THE DEAD (Dawn of the Dead, 2004), LAND OF THE DEAD (Land of the Dead, 2005) und SHAWN OF THE DEAD (Shawn of the Dead, 2004) stürmten die Kinos und weckten mit ihrem frischen und ungewöhnlichen Ansatz den Appetit des Publikums auf fleischgierige Monster. Die Filme entmutigten Rodriguez nicht – im Gegenteil: Sie verstärkten seinen Wunsch und beflügelten seine Kreativität zu einfallsreichen Höhenflügen. In den Jahren danach lebte er jedoch ersteinmal seine kindliche Vorstellungskraft mit der SPY KIDS-Trilogie aus und widmete sich dem Mega-Hit SIN CITY (Sin City, 2005) – all diese Filme bewiesen, dass Rodriguez in der Lage ist, Fantasy-
Welten zu erfinden und sie auf die Leinwand zu bannen.
Anschließend floss seine ganze Kreativkraft wieder in das Drehbuch von PLANET TERROR. Er war entschlossen, es mit „Dingen zu füllen, die ich in anderen Filmen noch nicht gesehen hatte. Dabei ging es mir vorrangig um die Figuren.“
Zu den Einwohnern seiner anonymen, texanischen Kleinstadt gehören ein grillsüchtiger Ladenbesitzer, ein stoischer, argwöhnischer Sheriff, ein Go-Go-Girl mit MG-Beinprothese, eine Spritzen schleudernde Ärztin, ein mysteriöser Held auf einem Mini-Motorrad und psychotische, eineiige Babysitter-Zwillinge.
PLANET TERROR ruft mit diesen Figuren ungläubiges Staunen hervor und überrascht das Publikum immer wieder. Wie in SIN CITY (Sin City, 2005) mixen sich auch hier verschiedene Geschichten, bis sie auf schier unfassbare Art und Weise eskalieren.
Obwohl sich Rodriguez zu einer frischen und radikalen Erzählweise geradezu verpflichtet fühlt, hat PLANET TERROR seine Wurzeln im klassischen Kino weit vor der Grindhouse-Ära. Die Dialoge zwischen Wray und Cherry beispielsweise wurden, wie ihre Liebesgeschichte, durch den Film Noir inspiriert. Die politische Paranoia und die Spionage-Elemente zitieren Filme wie INVASION OF THE BODY SNATCHERS (Die Dämonischen, 1978), KISS ME DEADLY (Rattennest, 1955) und andere kulturelle
Überbleibsel der McCarthy-Ära. Als Nicotero das Script zu PLANET TERROR erneut erhielt, ahnte er gar nicht, dass Rodriguez wieder an dem Projekt arbeitete: „Wer hätte das gedacht? Ich bekomme dieses Drehbuch, lese es und denke, ‘Hey, da ist ein Arzt und seine Frau’, und dann komme ich zu der Szene mit Tammy auf der Straße und denke,
‘Das habe ich doch schon mal gelesen…’“ „Man sollte meinen, in einem Zombiefilm laufen nur Leute vor Zombies davon“, witzelt Michael Biehn, der Hague spielt „aber bei uns haben die Figuren darüber hinaus alle eine starke Beziehung zueinander. Die Charaktere sind wirklich erstklassig ausgearbeitet. Ich glaube, deshalb funktioniert es auch so ausgezeichnet – und natürlich weil es ein ziemlich durchgeknallter Film geworden ist.“
„Ich fragte Robert, ‘Wie bist du auf die Idee gekommen, Cherry ein Maschinengewehr-Bein zu verpassen?’ Er antwortete: ‘Nun, ich stand im Stau…’ (Rose McGowan) Rose McGowan, die Cherry spielt, war von dem ungewöhnlichen Drehbuch und seinen scharfsinnigen, witzigen Dialogen schwer
beeindruckt. Sie konnte sich auch überhaupt nicht vorstellen, wie es jemandem in den Sinn kommen kann, eine Figur mit einer Maschinengewehr- Beinprothese auszustatten. (Das Bild von McGowan mit der Prothese ist auf der Comic-Con 2006 als Teaser-Poster sofort zum Kultobjekt geworden.) „Ich fragte Robert, ‚Wie bist du auf die Idee gekommen, Cherry ein Maschinengewehr-Bein zu verpassen?’ Er antwortete: ‚Nun, ich stand im Stau…’, und da brach seine Erklärung auch schon ab. OK, ich stehe auch manchmal im Stau, und es passiert mir nicht oft, dass ich dabei an ein Maschinengewehr als Bein denke. Aber vielleicht liegt das auch einfach an mir.“
Um die beeindruckende und abwechslungsreiche
Besetzung von PLANET TERROR zusammen zu stellen, schaute sich Rodriguez seine Lieblingsfilme und TV-Sendungen an, und rekrutierte frühere Mitstreiter, Freunde und Verwandte. Marley Shelton, Bruce Willis und Quentin Tarantino haben mit dem Regisseur bereits vorher zusammengearbeitet. Dazu kamen Stars, die Genre-Enthusiasten ein Begriff sind: Naveen Andrews aus „Lost“, Rose McGowan aus „Charmed – Zauberhafte Hexen“, Michael Biehn, der beispielsweise in THE TERMINATOR (Terminator, 1984), ALIENS (Aliens – Die Rückkehr, 1986) und THE ABYSS (Abyss – Abgrund des Todes, 1989) mitgespielt hat, und Jeff Fahey, Star aus THE LAWNMOWER MAN (Der Rasenmähermann, 1992) und BODY PARTS (Body Parts, 1991). Tom Savini, Kult-Maskenbildner des Horrorfilms, spielt Deputy Tolo. Rebel Rodriguez, Rodriguez’ Sohn, spielt Tony, und Elise und Electra Avellan, Rodriguez’ Nichten, geben ein eindrucksvolles Debüt als die
Babysitter-Zwillinge. Gemeinsam mit Freddy Rodriguez und Stacy Ferguson wirkt PLANET TERROR durch diese fabelhafte Truppe echt, glaubwürdig und furchtbar beängstigend.
McGowan hat bereits in SCREAM (Scream – Schrei!, 1996) und THE DOOM GENERATION (Doom Generation, 1995) allen die Show gestohlen und als Paige in der TV-Serie „Charmed – Zauberhafte Hexen“ eine weltweite Fangemeinde aufgebaut. Sie war nur allzu bereit, mit ihrer Rolle in PLANET TERROR neues, schauspielerisches Terrain zu erkunden. Ihre Filmfigur Cherry ist ein emotionales Wrack. Gleich in ihrer ersten Szene des aufwendig per Digitaltechnik zerkratzten Films taucht sie heulend auf der Bühne des Go-Go-Clubs auf. „Sie ist ziemlich down, mit sich und ihrem Leben total unzufrieden. Die Dinge laufen nicht gerade gut für sie.“
„Wray, den Freddy Rodriguez spielt, ist eine mysteriöse Figur. Man weiß weder, wer er ist, noch woher er kommt.“ (Robert Rodriguez)...
Ihre Stimmung verbessert sich nicht gerade, als
sie auf ihren Ex-Freund Wray trifft, der von Freddy Rodriguez gespielt wird. Aber damit ist die miese Nacht längst nicht vorbei: Ihr Bein, auch für eine Ex-Tänzerin nicht ganz unwichtig, wird bei einem Angriff der Sickos abgerissen. Danach geht die Party richtig los: „PLANET TERROR ist ein irrer Trip“, sagt McGowan. „Ich weiß nicht einmal, wie ich es richtig beschreiben soll. Cherry ist eigentlich ein normales Mädchen, dessen Leben etwas aus dem Ruder läuft, und plötzlich muss sie das ganze Universum retten.“
Die meiste Zeit der Produktion pendelte McGowan zwischen Austin, Texas und Los Angeles, Kalifornien hin und her, weil sie dort parallel die letzte Staffel von „Charmed – Zauberhafte Hexen“ drehte. Als die Serie im Kasten war, widmete sie ihre volle Aufmerksamkeit Cherrys Abenteuer. Zu McGowan stieß Freddy Rodriguez, der seit seiner Emmy-nominierten Rolle in der HBOSerie
„Six Feet Under – Gestorben wird immer“ ein gefragter Schauspieler ist. In PLANET TERROR gibt er als Wray sein SF- bzw. Actionfilm-Debüt. Er spielt einen taffen Einzelgänger dubioser Herkunft. „Wray ist eine ziemlich mysteriöse Figur“, sagt Rodriguez. „Der Film spielt in Texas, aber so wie Wray aussieht, wie er redet und sich benimmt, stammt er ganz klar nicht von dort. Man weiß weder, wer er ist, noch woher er kommt. Er ist so was wie ein Einzelgänger. Aber je länger der Film dauert, umso unterschiedlichere Facetten gibt Wray von sich preis und enthüllt Stück für Stück seine Identität.“
McGowan war über die Wahl ihres Schauspielpartners
extrem glücklich: „Freddy spielt die Figur sehr abgründig und er trifft ihren Kern genau. Er ist sehr konzentriert und wirklich eine coole Sau, selbstbewusst bis zum Gehtnicht- Mehr.“
Marley Shelton, die gemeinsam mit Josh Hartnett in der brillanten Eröffnungsszene von SIN CITY (Sin City, 2005) spielte, kehrte für den Part der Dr. Dakota Block in die Troublemaker Studios zurück: „Ich bin Anästhesistin, und mein Mann und ich führen eine grässliche Beziehung“, sagt Shelton über ihre Rolle. „Unsere Ehe ist total emotionslos – eine Kalter-Krieg-Ehe. In der Nacht, in der der Film spielt, bin ich im Begriff, meinen Mann, gespielt von Josh Brolin, zu verlassen.“ Wie Cherry ist auch Dakota bereit, alles dafür zu tun, die Kontrolle über ihr Leben zurück zu erlangen. Außerdem wird Dakota ebenfalls von ungewöhnlichen, körperlichen Fehlfunktionen geplagt: „Das Komischste an meiner Figur ist, dass sie in der ersten Hälfte des Films die Kontrolle über ihre Hände verliert. Amüsanterweise kann ich mit meinem Handgelenk tatsächlich ziemlich bizarre Bewegungen
ausführen. Ein blöder Verrenkungstrick. Dakotas Frustration darzustellen, hat mir viel Spaß gemacht. Sie ist eine Ärztin, deren Leben den
Bach runtergeht. Eigentlich eine effiziente und starke Persönlichkeit, die alles unter Kontrolle
hat, doch nun geht diese Kontrolle verloren. Sie kann weder sich selbst noch ihren Sohn beschützen,
und davonrennen kann sie auch nicht.“
„Mir stößt im Film eine miese Sache nach der anderen zu, und ich bin auf der Flucht. Doch dann kommt mein großer Comeback-Moment und ich
feuere meine Nadelknarre ab und wirbele damit in altmodischer Westernmanier herum.“ (Marley Shelton)...
Aber Shelton sieht Dakotas Probleme nicht als reine Plot Points oder Gimmicks an. Sie spielt sie respektvoll, glaubwürdig und menschlich: „Dakota entwickelt sich während dieses Höllenritts prächtig. Je schrecklicher und traumatischer die Dinge sind, umso entschlossener und entfesselter reagiert sie. Dadurch findet sie zu sich selbst zurück und darüber hinaus kann sie frische Bande zu ihrem Vater und ihrem Sohn knüpfen.“
Ganz besonders gefällt Shelton die Entwicklung
ihrer Figur zur gnadenlosen Heldin: „Ich trage einen Geheimvorrat an Injektionsnadeln in meinem Hüfthalter bei mir. Und als meine Hände endlich wieder einsatzfähig sind, habe ich keine Skrupel, mich damit gegen den bösen Vergewaltiger zu verteidigen, der von niemand anderem als Quentin Tarantino gespielt wird“, sagt Shelton. „Mir stößt im Film eine miese Sache nach der anderen zu, und ich bin auf der Flucht. Doch dann kommt mein großer Comeback- Moment und ich feuere meine Nadelknarre ab und wirbele damit in altmodischer Westernmanier herum, wie es mein Vater Quick Draw
Earl McGraw tun würde.“ Tarantino- und Rodriguez-Fans werden sich an Earl McGraw (gespielt von Michael Parks) sicher aus FROM DUSK TILL DAWN (From Dusk Till Dawn, 1996) und KILL BILL (Kill Bill, 2003/2004) erinnern. In PLANET TERROR hat Parks einen Cameo-Auftritt mit Marley Shelton.
Dakota Block gehört zum gemeinsamen Film-
Universum von Rodriguez und Tarantino wie Apple Zigaretten und Chango Bier. Sie nahm diese Ehre verdammt ernst. „Diese Nadel-Szene zeigt, dass Earl seine Tochter gut trainiert hat. Sie hat’s voll drauf. Sie kann mit einer Knarre herumwirbeln, was sie vermutlich bereits mit 6 gelernt hat. Ich hatte vor dieser Wirbelnummer unheimlichen Bammel. Monatelang habe ich geübt, und natürlich lässt Robert es viel cooler aussehen, als es in Wirklichkeit war. Darin ist er brillant“.
Josh Brolin spielt Dr. William Block, Dakotas argwöhnischen und herrischen Ehemann. Er hat viele gemeinsame Szenen mit Shelton, die von Brolins Charme sehr angetan war: „Unsere Figuren hassen sich – wir haben es aufeinander abgesehen, kämpfen miteinander, sind gewalttätig. Aber Josh ist der großmütigste Kerl, den es gibt. Er ist so charismatisch und witzig. In den Drehpausen hatten wir einen Mordsspaß miteinander.“
„Josh Brolin spielt ein chauvinistisches Schwein – und hat hervorragende Arbeit geleistet.“ (Marley Shelton)...
Neben ihrem Herumgealber schätzt Shelton an Brolin, wie pflichtbewusst und leidenschaftlich er sich mit der Rolle auseinandersetzte, um darin so authentisch wir möglich zu wirken.. „Er hat für den Part über 12 Kilogramm zugenommen. Er spielt diesen grüblerischen Texaner mit Bierbauch – ein verrückter Typ und ein übellauniges, chauvinistisches Schwein noch dazu. Er hat hervorragende Arbeit geleistet und kommt in dem Film witzig, bedrohlich und furchteinflößend zugleich rüber.“
Brolin und Rodriguez, der ihm die Rolle auf den
Leib geschrieben hat, kennen sich schon seit Jahren. Aber Brolin hatte keine Ahnung, wie außergewöhnlich das Projekt und wie einfallsreich der Plot werden würde. Als er das Drehbuch zu PLANET TERROR gelesen hatte, war er begeistert: „Bei so einem Riesenspaß wollte ich unbedingt
dabei sein“ Seine Rolle war ursprünglich eher klein, bis Rodriguez und Brolin sie weiterentwickelten und gemeinsam ausarbeiteten. „Josh trug zu der Zeit einen Bart und die ganze Figur basiert praktisch darauf, wie er beim Vorsprechen reinkam“, sagt Rodriguez. „Man weiß nicht, dass er ein Bösewicht ist, bis zu der Szene, in der er sein wahres Gesicht zeigt. Man findet ihn eigentlich ganz sympathisch, bis man merkt, dass er den Verstand verloren hat – und das geschieht noch bevor er sich in einen Zombie verwandelt! Er ist irre und brandgefährlich, bevor er sich ansteckt – gefährlicher als irgendjemand sonst, weil er verrückt ist und wahnsinnig eifersüchtig auf seine Frau, die ihn betrogen hat.“
„Dad, werden heute ein paar Zombies erschossen? Töten sie heute Zombies? Wessen Blut wird fließen?“ (Michael Biehns Sohn beim Setbesuch)..
Michael Biehn spielt Hague, einen Kleinstadt-
Sheriff, der sich mit Wray verbünden muss, um die Zombies zu erledigen. Biehn ist seit fast dreißig Jahren im Filmgeschäft tätig und musste sich in Filmen wie THE TERMINATOR (Terminator, 1984), ALIENS (Aliens – Die Rückkehr, 1986) und THE ABYSS (Abyss – Abgrund des Todes, 1989) schon oft gegen eigenartige Kreaturen wehren. Für seine Rolle des stoischen und tapferen Hague bekam er neben seiner Gage noch eine ganz besondere Belohnung: Die Begeisterung seines Sohnes, der ihn am Set besuchte.
„Mein Vierzehnjähriger wollte unbedingt die Zombies und Explosionen sehen. Er bettelte, ‘Dad, werden heute ein paar Zombies erschossen? Töten sie heute Zombies? Wessen Blut wird fließen?’ Er war völlig aus dem Häuschen. Die Figur von Hague wurde Biehn ebenfalls auf den Leib geschrieben und erst richtig ausgearbeitet, als seine Besetzung sicher war. Rodriguez kommentiert: „Die Rolle war erst halb fertig, als ich Michael getroffen und gecastet habe. Danach hatte ich ihn beim Schreiben immer im Hinterkopf.
Es war wie bei Quentin und Zoë, die in DEATH PROOF – TODSICHER eine wichtige Rolle spielt. Konzentriert man sich auf eine bestimmte Person, kann man die Rolle perfekt auf sie zuschneiden“.
Jeff Fahey spielt Hagues Bruder J.T., der „in der glücklichen Lage ist, Besitzer und Chef des besten Barbecue-Lokals von ganz Texas zu sein! Während des ganzen Schlamassels, sucht er nach dem perfekten Saucen-Rezept“, sagt Fahey. „Das ist das Einzige, was ihn interessiert. Und als er es fast gefunden hat, bricht plötzlich die Hölle los.“
„Das Tolle an dieser Figur war für mich, dass ihm bei diesem ganzen Wahnsinn nur eines durch den Kopf geht – diese Barbecue-Sauce“. „In meinen ersten beiden Filmen bin ich gestorben. Ich denke: Aller guten Dinge sind drei.“ (Stacy Ferguson von den „The Black Eyed Peas“)...
Stacy Ferguson, besser bekannt als Fergie von der erfolgreichen Hip-Hop-Band The Black Eyed Peas, spielt Tammy. Deren verhängnisvolle Reise endet abrupt, als ihr Volvo in der falschen Straße liegen bleibt. Als Ferguson PLANET TERROR drehte, war sie gleichzeitig auf Welttournee und spielte ein neues Album ein. Doch um bei diesem Film dabei sein zu können, richtete sie ihre Termine nach dem
Produktionsplan aus und nahm die extremen Anstrengungen in Kauf. So hetzte sie beispielsweise nach Luling, Texas, um eine Szene mit Jeff Fahey zu drehen, nachdem sie gerade ein
ausverkauftes Konzert mit den Black Eyed Peas in Dallas gespielt hatte.
Tammy ist Fergusons dritte große Kinorolle, wobei PLANET TERROR einen eigenartigen Hattrick markiert: „Als Kind spielte ich im Horrorfilm MONSTER IN THE CLOSET (Überfall im Wandschrank, 1987) mit und starb darin. In meinem zweiten Film POSEIDON (Poseidon, 2006) kam ich ebenfalls ums Leben, und in diesem Film auch. Aller guten Dinge sind drei.“
Mit Felix Sabates hat Ferguson augenblicklich einen neuen Fan hinzugewonnen. Denn der wurde zum „coolsten Vater in der Welt“ gekürt, nachdem er seinen Töchtern den Black-Eyed-Peas-Star vorstellte: „Fergie ist ein Schatz. Meine Töchter kamen hierher und durften mit in Stacys Garderobe. Sie war wirklich ganz reizend zu ihnen. Da hatte sie bei mir natürlich sofort einen Stein im Brett“. Sabates war perfekt in seiner Rolle, dabei ist er gar kein Schauspieler – er arbeitet normalerweise als Augenarzt in Kansas City, als Notfallarzt in Houston und ist außerdem HNO-Arzt. In Rodriguez’ SPY KIDS 2: THE ISLAND OF LOST
DREAMS (Spy Kids 2 – Die Rückkehr der Superspione, 2002) hatte er bereits einen Kurzauftritt, in dem er sich quasi selbst spielte.
„In Panik erschießt er schon mal den Falschen.“ (Robert Rodriguez übe Deputy Tolo)...
„Mein tollstes Filmerlebnis waren die ersten fünf Tage, die ich mit Rebel zusammengearbeitet habe, bei den Dreharbeiten zu THE ADVENTURES OF SHARK BOY AND LAVA GIRL IN 3D (Die Abenteuer von Sharkboy und Lavagirl in 3-D, 2005)“, sagt Rodriguez über die Besetzung seines Sohnes als Tony. „Als ich diesen Part geschrieben habe, war Rebel noch ein kleiner Junge, der mich sehr inspirierte und mit seinem Topfschnitt an das Kind aus THE SHINING (Shining, 1980) erinnerte. In solchen Horrorfilmen tragen Kinder immer diese altmodische Frisur und sehen alle gleich aus“.
Tom Savini, der die Zombie-Effekte von George A. Romeros Horrorklassikers DAWN OF THE DEAD (Zombie, 1978) erschaffen hat, porträtiert Deputy Tolo. Obwohl er in erster Linie als Horror-Maskenbildner bekannt ist, konnte Savini schon oft sein schauspielerisches Talent unter Beweis stellen.
„Wir haben die Figur gemeinsam ausgearbeitet“, sagt Rodriguez. „Tolo ist für einen Sheriff etwas zu kriegsneurotisch. Seine Waffe sitzt ziemlich locker und in Panik erschießt er schon mal den Falschen. Er kann sich zwar auch als Held beweisen, aber nicht die ganze Zeit wie in FROM DUSK TILL DAWN (From Dusk Till Dawn, 1996). Toms fantastische Bandbreite dürfte viele überraschen.“
Nicotero, Savinis früherer Schützling, kommentiert: „Er ist ein toller Schauspieler. Ich war am Set dabei, als er seine große Szene hatte, in der er einen Finger verliert. Ich war so stolz auf ihn. Als wir morgens um sechs vom Set nach
Hause fuhren, saß er vorn im Wagen, ich hinten, und da habe ich ihm einfach nur auf die Schulter geklopft.“
Die Rollen der Babysitter-Zwillinge hat Rodriguez für seine Nichten Electra und Elise Avellan geschrieben. Er unterhielt sich einmal mit ihnen über ihren Babysitter-Job und scherzte, dass sie es damit vielleicht einmal in einen seiner Filme schaffen würden. Zum Glück für die Kinder in ihrem Dunstkreis, verbindet Elise und Electra mit den megaaggressiven Figuren in PLANET TERROR nichts. „Ich wette, dass alle Eltern, die uns jemals beschäftigt haben, sich fragen werden, ‘Sind das nicht unsere Babysitter vom letzten Jahr?’“, scherzt Elise. Und Electra ergänzt: „Führen die sich etwa so auf, sobald wir aus dem Haus sind?“
„Vermutlich habe ich viele Fans auf der Welt, die gar nicht wissen, das ich eigentlich Regisseur bin, weil sie mich nur als Schauspieler aus Roberts Filmen kennen.“ (Quentin Tarantino über seinen Cameo-Auftritt)...
Cameo-Auftritte von Bruce Willis, der für Rodriguez bereits in SIN CITY (Sin City, 2005)
vor der Kamera stand und Quentin Tarantino,
der in FROM DUSK TILL DAWN (From Dusk Till Dawn, 1996) mitspielte, runden die PLANET TERROR-Besetzung ab. Tarantino erhielt sogar die Gelegenheit, mit zwei seiner Stars aus DEATH PROOF – TODSICHER zu spielen: Marley Shelton und Rose McGowa. Tarantino fühlte sich geehrt. Der Part des Vergewaltigers Nr.1 unterstreicht einmal mehr die
Originalität von Rodriguez’ Drehbuch, findet Tarantino. „Das ist es, was in Roberts Filmen so oft vorkommt und mir so gut gefällt: Zwei der gefährlichsten und abartigsten Figuren in PLANET TERROR, die eine tödliche Gefahr für die Helden darstellen, gehören gar nicht zu den Infizierten. Es ist einmal der Arzt, den Josh Brolin spielt, und der Vergewaltiger Nr.1. Der wird im dritten Akt des Films sogar zum Hauptbösewicht.“ „Ich glaube nicht, dass Quentin für die Rolle ursprünglich vorgesehen war“, sagt McGowan. „Er war bei den Leseproben dabei und dabei so gut – heimtückisch und lustig zugleich – dass er spontan mit dem Part betraut wurde.“ „Vermutlich habe ich viele Fans auf der Welt, die gar nicht wissen, dass ich eigentlich Regisseur bin, weil sie mich nur als Schauspieler aus Roberts Filmen kennen“, scherzt Tarantino.