Donnerstag | 31. Mai 2012 | 09:30 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Datenbank > Filmdetails > Filminfos
  • FILMDETAILS | Slumdog Millionär
  • Slumdog Millionär

    Drama, Komödie, Romanze | Großbritannien / USA 2008
    WERBUNG
      • | Produktion: Das Casting

      • Um Darsteller zu finden, die überzeugend auf Englisch spielen konnten und darüber hinaus auch den drei Altersstufen 7, 13 und 18 entsprechen, weiteten Boyle und Colson ihre Suche von England auf die USA, Kanada und Indien aus. Dabei fanden sie die indische Casting-Agentin Loveleen Tandan: „Ihr Aufgabenbereich erweiterte sich zunehmend, sie musste nicht nur die Kinder finden, sondern auch übersetzen und zusammen mit mir Regieanweisungen geben“, erzählt Boyle. „Sie hat mich in das vielschichtige kulturelle Leben Indiens eingeführt und gelegentlich sogar die Regie der Second Unit übernommen, die uns durch die Stadt folgte. Sie wurde zu einer richtigen Co-Regisseurin, ohne die ich den Film niemals hätte machen können.“

        Boyles Probleme, seinen erwachsenen Jamal zu finden, hatten vor allem mit dessen Aussehen zu tun. Beim Casting in Mumbai, Kalkutta, Delhi und Chennai erwiesen sich die meisten Kandidaten als zu alt, und vor allem hatten sie die völlig falsche Statur: „Die jungen Typen in Mumbai sind alle ausgesprochen muskulös und trainiert“, erzählt Boyle. „Wenn sie in der indischen Filmindustrie etwas erreichen wollen, müssen sie gestählte Körper haben, darum gehen sie alle regelmäßig ins Fitnessstudio. Doch ich wollte einen ganz normalen Typen und keinen Muskelprotz, der aussieht wie ein Held.“

        Allerdings war es nicht Boyle, der Dev Patel fand, sondern seine Tochter: „Caitlin ist ein großer Fan der Serie „Skins“, sie machte ihre Mutter, die das Casting in England leitete, auf Dev Patel aufmerksam. Ich selbst hatte zwar ein paar Folgen von „Skins“ gesehen und mochte die Serie auch, doch an Dev Patel dachte ich erst, als sie es vorschlug. Durch ihn bekamen wir den Antrieb zu einer wesentlich jüngeren Besetzung, denn ursprünglich sind wir davon ausgegangen, dass wir die Teens von 18-Jährigen spielen lassen – das hätte bedeutet, dass Jamal im letzten Akt, in der Fernsehshow, in den Mittzwanzigern wäre. Doch mir war es wichtig, dass er das alles schon mit 13 durchmacht, denn das ist das Extreme und Inakzeptable und ausgesprochen Indische an der Geschichte. In der kurzen Lebenspanne zwischen 7, 13 und 18 passiert so viel, was sonst ein ganzes Leben füllt.“

        Der Großteil der Schauspieler kommt aus Mumbai, Patel war einer der wenigen, die von London aus besetzt wurden: „Er ist sozusagen der Fisch, der aus dem Wasser geholt wird“, sagt Colson. „Er ist sehr liebenswert und sympathisch und hat eine ungeheure Unschuld, die man auch Optimismus nennen könnte. Obwohl ihm die schrecklichsten Dinge zustoßen, bewahrt er seine Herzensgüte und Unschuld.“ „Ich bin zu fünf Auditions gegangen, und nach jeder einzelnen hatte ich das Gefühl, dass ich die Rolle nicht bekommen würde“, erinnert sich Patel an den Besetzungsprozess. „Ich ging mit Tränen in den Augen nach Hause. Irgendwann war ich dann mit meiner Mutter zum Einkaufen verabredet, sie weinte, als sie mir erzählte, dass sie gerade einen Anruf der Produktion bekommen hätte. Ich war unglaublich aufgeregt, geradezu unter Schock. Ich konnte es kaum glauben und wollte unbedingt Danny anrufen, um mich zu versichern, dass das tatsächlich stimmte, dass nicht irgendjemand mir da womöglich einen Streich spielte.“

      • | Userwertung

      Wertung: 5.5/10 (6 votes)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN