Drama,
Komödie,
Romanze
| Großbritannien / USA 2008
WERBUNG
| Hintergrund: „Wer wird Millionär?“ made in In
Das Quiz „Wer wird Millionär?“ hat im Film eine starke Präsenz. Die live ausgestrahlte Show wurde im Mai 2000 in Indien lanciert und hat sich dort schnell zu einer riesigen Sensation entwickelt. Der höchste Preis beläuft sich hier auf 20 Millionen Rupien. Ursprünglich wurde die Show von der Bollywood-Legende Amitabh Bachchan präsentiert, zuletzt sogar von dem Kassenstar Shah Rukh Khan. Auch Anil Kapoor, der im Film den fiktiven Moderator Prem Kumar spielt, ist ein großer Bollywood-Star und spielt in den großen Bollywood-Blockbustern meist die Bösewichte. „Ich bekam eine SMS-Nachricht, in der ein guter Freund mir von dem Film erzählte. Danny Boyle und ich begannen daraufhin, E-Mails auszutauschen, doch ich habe das Ganze nicht besonders ernst genommen. Als ich dann Danny Boyles Namen vor meinen Kindern erwähnte, waren sie beide sofort total begeistert: ‚Dad, er hat „Trainspotting“ gemacht und „The Beach“! Er ist ein fantastischer Regisseur! Geh mal hin, triff ihn und finde wenigstens heraus, um was es geht!‘ Dann haben sie das Skript geschickt, mein Sohn las es und drohte mir anschließend, dass er ausziehen würde, wenn ich die Rolle nicht annehme.“
Kapoor konnte sich gut in einige der Charaktereigenschaften von Prem Kumar einfühlen, da er selbst mal mit kleinen Rollen angefangen hatte. „Dieser Typ kommt auch aus den Slums und wird zu einem riesigen Star unter den Moderatoren, er arbeitet für die bekannteste Show des Landes, er ist nicht nur Moderator, sondern auch Produzent und kontrolliert alles. Auch ich habe mich ganz langsam hochgearbeitet und kann mich sehr gut mit ihm identifizieren. Er hat keine Moral, ihm geht es allein darum, seine Machtstellung zu verteidigen.“
Bei der Arbeit mit Boyle, in einem Projekt, das von außerhalb Indiens kommt, konnte Kapoor unglaublich viel lernen: „Ich hatte nie das Gefühl, dass er ein Ausländer ist; es war wunderbar zu sehen, wie er das Team führt und jeden dazu bringt, sein Bestes zu geben. Wir Inder neigen zu übertriebenen Reaktionen und Grimassen. Wenn ich falsch lag, sagte er einfach nur: ‚Nimm Dich zurück‘. Er leitete mich immer wieder an und ließ mir dennoch Freiheiten, er war immer offen für meine Ideen und Instinkte. Was ich auch vorschlug, er hat es angenommen. Bei indischen Filmproduktionen ist es ausgesprochen selten, dass ein Regisseur dieser Art der Interpretation zustimmt.“ Für den indischen Schauspieler war es faszinierend zu sehen, wie wunderbar Boyle und sein Team ihre Vision von Indien auf die Leinwand brachten: „So wie Anthony und Boyle das gemacht haben, kann man Indien in SLUMDOG MILLIONÄR wirklich riechen: Das hat noch kein ausländischer Regisseur jemals so eingefangen. Selbst indische Filme wurden noch nie an solchen Schauplätzen gedreht.“