Drama,
Komödie,
Romanze
| Großbritannien / USA 2008
WERBUNG
| Director´s Statement
Ich hatte immer ein besonderes Faible für Geschichten über außergewöhnliche Lebenserfahrungen. „Lebe lieber ungewöhnlich“ ist sozusagen das Motto meiner Filme, die immer wieder extreme Lebenserfahrungen ausloten, wie Drogensucht oder Mord, den Weltuntergang oder auch die existenzielle Einsamkeit im Weltraum. SLUMDOG MILLIONÄR macht da keine Ausnahme. Das ist die Geschichte eines Jungen, der in der extremsten Stadt der Welt lebt, in Mumbai, und dort unter dem Einfluss der extremsten Erfahrung steht, die wir kennen: der romantischen Liebe. Von indischen Regisseuren sagt man, sie handeln mit Träumen, und mit diesem Film möchte ich das Nonplusultra aller Träume erschaffen: Ist es möglich, dass ein Junge, der nichts hat, das unerreichbare Mädchen bekommt, eine unerreichbare Menge Geld gewinnt und dann ins Happy End tanzt?
Nach klassischen Regeln ist SLUMDOG MILLIONÄR eine Komödie (ein Film, der glücklich endet), doch vor allem ist es eine Liebesgeschichte. Es ist aber auch eine Lebensgeschichte, eine Entwicklungsgeschichte im Sinne von Dickens, mit einem Helden, der von der Kindheit zum jugendlichen Erwachsenen eine unglaubliche Reise durchmacht. Wir alle lieben mitreißende Erzählungen, die eine ungeheure Tragweite haben und sich in großem Maßstab entfalten, voller Abenteuer und Gefühle, die durch die Drehungen und Wendungen des Schicksals befeuert werden. Jamal ist ein moderner Oliver Twist, und ich möchte, dass seine Geschichte von Zuschauern auf der ganzen Welt gesehen und gefeiert wird, als wäre sie nur eine überhöhte und intensivere Version ihres eigenen Lebens, mit all ihren Dramen und Triumphen.
Es heißt immer, in Mumbai finde das Leben nur jetzt und hier statt, und ich wollte diese verrückte Energie, ihre Schwingungen und das Rauschhafte dieser Stadt einfangen. Nahezu alle Filme, die hier gedreht werden, entstehen in der relativen Schutzzone der Studios. Doch wir haben unseren Film an realen Schauplätzen gedreht, um die Schönheit und die Hässlichkeit und die schiere Unvorhersehbarkeit dieser sich in rasender Geschwindigkeit wandelnden Megastadt zu zeigen, dieser „Stadt im immerwährenden Maximalzustand“.
Im Kontrast zu der Energie und der dynamischen Kraft dieser Straßenszenen gibt es die merkwürdige Ruhe der Polizeiverhörszenen. Während der Polizeiinspektor, gespielt von Irrfan Khan, versucht, das Geheimnis des unglaublichen Erfolges zu lösen, den dieser Junge hat, kann die Geschichte noch einmal Atem schöpfen. Zuletzt gibt es noch den eisig künstlichen Glamour von „Wer wird Millionär?“, dieser größten, prächtigsten und kultigsten Gameshow der Welt, die im Film von einem der größten Bollywood-Stars – Anil Kapoor – moderiert wird. Aber was will dieser Junge, der sich überhaupt nicht für Geld interessiert, in dieser Show? Und warum kennt er alle Antworten?