Donnerstag | 31. Mai 2012 | 09:33 Uhr
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  • Milk

    Drama, Biografie | USA 2008
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      • | Produktion: Die Crew

      • Cleve Jones, dem Black das Skript zu lesen gab, fand es „wundervoll“: „Es hatte eine einfache, klare Struktur, aus der Harveys Stimme deutlich hervortrat; ich konnte ihn in den Worten, die Lance geschrieben hatte, ganz klar hören.“ Jones weiter: „Ich sagte zu ihm: Wenn du fertig bist, dann habe ich auch einen Regisseur für dich, ich sagte ihm aber noch nicht, wen ich meinte. Mir war aber klar: Wenn mein Freund Gus [Van Sant] die Regie übernimmt, dann wird der Film auch tatsächlich von Harvey handeln – und nicht vom Regisseur.“ Jones hielt Wort, und Blacks letzter Drehbuch-Entwurf wurde zu Van Sant nach Portland geschickt. Nach zehn Tagen erhielt Black einen Anruf: Es war Van Sant, der zu ihm sagte: Lass’ uns diesen Film machen!“

        Van Sant erzählt: „The Times Of Harvey Milk“ hatte eine sehr hohe Messlatte gesetzt, aber ich fand, eine Dramatisierung des Stoffes würde die Geschichte angemessen fortführen. Ich kannte die Geschichte schon ziemlich gut und sah die Schwierigkeiten, sie nachzuerzählen: die vielen Aspekte von Harveys Leben und die vielen Geschichten, die sich bei ’Castro Camera’ begegnen. Aber als ich Lances Drehbuch bekam, sah ich, dass er es geschafft hatte, einen roten Faden hinein zu bringen; ein straffes Drehbuch, das viel von den politischen Auseinandersetzungen und weniger über das alltägliche Leben der Hauptfiguren erzählte.“

        Black war schon länger mit den Produzenten Dan Jinks und Bruce Cohen befreundet, die für „American Beauty“ mit einem OSCAR® ausgezeichnet worden waren. Beide hatten in ihrer Jugend die Ereignisse verfolgt; Jinks’ Vater war damals Chefredakteur der „San Jose Mercury-News“, die intensiv über Milks Wahlkampagnen und seine politischen Erfolge berichtete. Jinks sagt: „Ich hatte irgendwo gelesen, dass Lance ein Drehbuch über Harvey Milk geschrieben hatte und dass Gus Van Sant als Regisseur an Bord war. Ich rief ihn also an, um ihm zu gratulieren, und er sagte: ’Übrigens, wir haben noch keinen Produzenten – hättest du Lust?’ Und ich sagte: ’Machst du Witze? Und wie ich Lust hätte!’“

        Cohen fügt hinzu: „Wir wurden immer aufgeregter, als wir das Drehbuch lasen, weil wir merkten: Endlich wird es diese Heldengeschichte ins Kino schaffen, mit einem tollen Skript und dem perfekten Regisseur. Und es wäre einfach großartig, wenn wir helfen könnten, dass die Geschichte erzählt wird. Die Geschichte ist intim, aber sie hat gleichzeitig auch epische Breite.“

        In dieser Phase des Projekts stieß die neugebildete Produktions- und Finanzierungsgesellschaft Groundswell Productions dazu. Michael London, der Gründer und Leiter von Groundswell (OSCAR®-nominiert für „Sideways“), ließ sich von der Fülle historischer und biographischer Details im Drehbuch überzeugen.
        London sagt: „Das Drehbuch von Lance sprach mich auch auf ganz persönlicher Ebene an. Ich bin in der Bay Area aufs College gegangen und habe dort viele weitere Jahre verbracht. Mir war bewusst, wie sehr Harvey Milk und seine Community zum damaligen Bild der Stadt gehörten. Er war ein außergewöhnlicher amerikanischer Held.“

        Je weiter das Projekt fortschritt, desto mehr dachten die Beteiligten an Sean Penn als Darsteller der Titelrolle. Van Sant kannte den Oscargewinner Penn persönlich und schickte ihm das Drehbuch zu. Penn, der selbst seit einigen Jahren in der Gegend von San Francisco lebt, meldete sich sogar noch schneller als Van Sant zurück: Schon eine Woche später trafen sich Black und Van Sant mit ihm. Penn wollte sicher gehen, dass die Filmemacher mit Milks persönlicher Geschichte so faktentreu umgingen wie mit seinem politischen Engagement.

        Black gibt zu: „Wir konnten vorher nicht einschätzen, wie risikobereit ein solcher Darsteller sein würde. Aber Sean strengte sich mächtig an, damit alles so echt wie nur möglich erschien. Er besteht auf Genauigkeit, und im Lauf der Arbeiten hat er sich Harvey Milks Charakter und seine Denkweise vollkommen angeeignet.“ Van Sant beschreibt es so: „Sean ist noch von der alten Schule, was die Intensität betrifft, mit der er eine Figur auf die Leinwand bringt.“ Penn selber merkt dazu an: „Ich hatte hier ja nicht nur ein außerordentlich gutes Drehbuch als Richtschnur, es gab ja auch jede Menge Archivmaterial. Ich habe mich in Harvey Milks Persönlichkeit verliebt, von dessen Geist ich auch einiges in meinem eigenen Rollenverständnis als Schauspieler wieder finde. Und Gus Van Sant ist ein Regisseur, der einfach keine schlechten Filme macht, und so hat man als Schauspieler großes Vertrauen.“ Endgültig stand die Produktion, als Focus Features einstieg und den weltweiten Vertrieb übernahm.

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