FILMDETAILS | Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft
Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft
Familie,
Drama
| USA 2009
WERBUNG
| Produktion: Die wahre Geschichte
Anfang der 20er-Jahre gab es nur noch etwa 30 reinrassige Akita-Hunde in Japan, einer davon war der Rüde Hachiko. Sein Herrchen, Professor Hidesaburo Ueno, lebte in einem Vorort von Tokio und unterrichtete an der Universität in der Stadt Landwirtschaft. 1924, Hachiko war ein knappes Jahr alt, nahm er den Hund zum ersten Mal mit zum Bahnhof Shibuya, wo er jeden Morgen mit dem Pendlerzug nach Tokio fuhr und jeden Spätnachmittag zurückkehrte. Hachiko gewöhnte sich an, ihn täglich auf dem Bahnhofsvorplatz abzuholen. Doch ein Jahr später, im Mai 1925, erlitt Professor Ueno an der Universität einen Herzinfarkt. Er kam in die Notaufnahme und starb kurz darauf. Hachiko wartete an diesem Tag vergeblich auf die Rückkehr seines Herrchens.
Zunächst wurde der Hund von Uenos Verwandten in der Stadt aufgenommen, doch er lief regelmäßig fort und kehrte täglich zur selben Zeit an den Bahnhof Shibuya zurück, um dort zu warten. Ein früherer Gärtner von Professor Ueno, der in der Nähe des Bahnhofs wohnte, kümmerte sich schließlich um Hachiko. In den ersten Jahren reagierten die Fahrgäste und Bediensteten eher unwirsch auf den Streuner, der da jeden Tag auf dem Vorplatz saß. Doch als sich herumgesprochen hatte, dass dies der Hund des verstorbenen Professors war, der noch immer auf die Rückkehr seines toten Herrchens wartete, waren die Menschen gerührt und begannen, Hachiko zu umsorgen. Ein neuer Bahnhofsvorsteher richtete ihm 1928 einen Ruheplatz ein, ein Metzger in der Nähe fütterte ihn.
Einer der ehemaligen Studenten von Professor Ueno erkannte Hachiko wieder und begann, sich für das Tier und seine Rasse – Akitas sind eine Art Spitz – zu interessieren. Er recherchierte und fand heraus, dass Akitas eine der ältesten japanischen Hunderassen sind – und nahezu vom Aussterben bedroht. Seine Veröffentlichungen führten dazu, dass der Akita 1931 zum „Naturdenkmal“ Japans erklärt wurde, als erste von sieben typisch japanischen Hunderassen. Die Ausfuhr aus Japan war bis 1945 sogar verboten. Gleichzeitig erlangte der treue Hachiko landesweite Berühmtheit.
Im April 1934 wurde Hachiko, der seit nunmehr fast zehn Jahren jeden Spätnachmittag am Bahnhof saß und wartete, eine Bronzestatue errichtet. Der Hund selbst nahm noch an der Zeremonie teil. Ein Jahr später, am 8. März 1935, starb Hachiko. Sein Tod wurde landesweit in den Zeitungen gemeldet. Seine Überreste befinden sich heute ausgestopft im National Science Museum im Tokioter Bezirk Ueno. Im ganzen Land galt Hachikos unbedingte Treue und Beharrlichkeit fortan als beispielhaft, viele Lieder und Kinderbücher erzählten von ihm.
Während des Krieges wurde Hachikos Statue zur Herstellung von Kriegsgütern eingeschmolzen. Doch Ende der 40er-Jahre wurde Takeshi Ando, der Sohn des ursprünglichen Bildhauers, von einem Verein zur Wiedererrichtung der Hachiko-Statue beauftragt, eine neue Form zu gießen. Im August 1948 wurde das Denkmal eingeweiht und steht noch heute am Shibuya-Bahnhof, der mittlerweile einer der lebendigsten Tokios ist und inmitten eines beliebten Shopping- und Kneipenviertels liegt. Der westlichste der fünf Hauptausgänge heißt „Hachiko-guchi“, „Hachiko-Ausgang“. Jedes Jahr am 8. April treffen sich Hunderte von Hundeliebhabern mit ihren Tieren am Hachiko-Ausgang, um des treuen Akitas zu gedenken. Auch in Hachikos Geburtsstadt Odate wurde 2004 vor dem Akita-Hundemuseum auf dem Original-Podest eine ähnliche Statute wie am Shibuya-Bahnhof errichtet.
Hachikos Geschichte wurde als „Hachiko Monogatari“ erstmals 1987 in Japan verfilmt. Der Spielfilm, der das Leben Hachikos recht frei und hochemotional von seiner Geburt bis zum Tod nachdichtet, wurde zu einem landesweiten Blockbuster und markierte den letzten großen Erfolg des Studios Kinema Kenkyu-jo.
Inferno Distribution entschloss sich, die Geschichte Hachikos zu verfilmen. Produzent Bill Johnson erzählt, das Drehbuch habe ihn sofort überzeugt: „Mir war klar, dass das Thema des Films – Treue, Hingabe und bedingungslose Liebe – eine Menge Leute ansprechen würde.“ Johnson mag dabei an die Kinozuschauer gedacht haben, doch zunächst schlug das Projekt natürlich vor allem die Schauspieler in seinen Bann.
Für Jason Alexander etwa, der den grummeligen, doch gutherzigen Bahnhofsvorsteher spielt, steht HACHIKO in einer Reihe mit anderen Tierfilm-Klassikern. „Tiere opfern sich für die Liebe“, sagt er. „Sie haben diese große Würde und diesen Edelmut, den man bei Menschen so oft vermisst. Hachikos Geschichte hat eine wirklich tiefgehende Message, doch sie drängt sich nicht auf. Es ist eine ganz ruhige, kleine Story, die bei aller Vielschichtigkeit und Intelligenz doch ganz schlicht erzählt ist. Dieser Hund hat kein besonders abenteuerliches Leben. Da geht es um einen Mann, der den Hund zu sich nimmt und ihm sein Herz schenkt, und der Hund erwidert diese Gefühle. Es geht nicht um Heldentaten. Hachiko rettet weder jemandem das Leben noch zieht er irgendwen aus einem brennenden Auto. Es gibt keine großen Momente. Es geht nur darum: ‚Ich habe dich gefunden. Ich verstehe dich. Und ich widme dir mein Leben, ohne ein großes Getue darum zu machen.‘ Ich muss sagen, dass mich das derzeit wirklich tief bewegt.“
Auch Tagawa fiel es nicht schwer, sich von Hachiko ansprechen zu lassen. „Man könnte sagen, dass ich selbst auf gewisse Art auf dem Bahnhofsvorplatz sitze und auf etwas mehr Menschlichkeit warte“, sagt der Schauspieler. In einer Szene entziffert Ken, Parkers Professoren-Kollege an der Universität, das japanische Schriftzeichen für „Acht“, „hachi“, am Halsband des Akita-Welpen. „Hachi“ hat im Japanischen nicht nur eine numerische Bedeutung, sondern ist – ähnlich wie die liegende Acht in der westlichen Mathematik – auch das Symbol für Unendlichkeit: Und endlos ist auch Hachikos Treue.
Joan Allen gesteht, dass sie „schlicht die Fassung verlor “, als sie das Drehbuch zum ersten Mal gelesen hatte. „Wir leben in einer Welt, in der sich alles so rasend schnell bewegt. Je älter man wird, desto rascher verfliegt die Zeit. Man hetzt herum und versucht, möglichst viel zu erledigen, doch es bleibt nie genug Zeit, immer ist man schon wieder unterwegs. Ich denke, das ist die wunderbare Lektion dieser speziellen Geschichte: Nimm dir Zeit, tritt einen Schritt zurück und widme dich den Leuten, die dir wichtig sind, ganz und gar. Nicht alles in unserer Gesellschaft lässt sich einfach wegwerfen. Dieser Hund etwa hört nicht einfach auf und macht etwas anderes. Er wartet weiterhin auf das, was er liebt.“
Richard Gere schließlich sagt, Hachikos Warten spreche etwas in ihm an, „wofür es eigentlich keine Worte gibt. Man fühlt es eher, im tiefsten Inneren seines Herzens: diese Ahnung, dass es im Grunde keinen Anfang und kein Ende der Liebe gibt; dass die Sehnsucht, die uns antreibt, das ganze Universum ausfüllt. Das, wovon diese Geschichte erzählt, bleibt letztendlich ein Mysterium. Es lässt sich nicht mit Worten einfangen.“