Die Ära Ceausescu (1965 bis 1989) ging als besonders düstere Zeit in die Geschichte Rumäniens ein. Der Diktator Nikolai Ceau_escu (* 26. Januar 1918 in Scornice_ti; † 25. Dezember 1989 in Târgovi_te) und seine Frau Elena errichteten ein tyrannisches Regime, bei dem sie am Ende fast allein die Macht im Staat fest in Händen hielten. Brutalität und Menschenverachtung prägten die Ceausescu-Diktatur, das Leben der Bevölkerung war von Armut, Elend und Angst geprägt.
Aus kleinen Verhältnissen auf dem Land stammend, brachte eine Funktionärs-Karriere in der Kommunistischen Partei den gelernten Schuhmacher ins Amt des stellvertretenden Landwirtschaftsministers, dann des stellvertretenden Verteidigungsminister und Chef der Obersten Politischen Direktion der Volksarmee. 1955 wurde Ceausescu ins Politbüro aufgenommen und zehn Jahre später zum Ersten Sekretär des ZK der PMR gewählt. Kurz darauf übernahm er zusätzlich das Amt des Vorsitzenden des Staatsrates. Ceau_escu distanzierte sich vom Kurs der Sowjetunion und näherte sich der sowjetfeindlichen Volksrepublik China an. Während des Prager Frühlings weigerte er sich, rumänische Truppen gegen die Aufständischen einzusetzen.
1966 wurde ein Gesetz zur Förderung von Kinderreichtum und das Verbot auf Abtreibung erlassen - ein Sozialexperiment zur Förderung von Volk, Heimat und Nation. Erst im Frühling 1990 wurde international bekannt, dass die kommunistische Führung überall im Land Kinderheime für Behinderte und Kinder Not leidender Eltern eingerichtet hatte, die wegen ihrer menschenunwürdigen Bedingungen „Kinder-GULAGs“ genannt wurden.
Auf einer Reise nach China und Nordkorea bewunderte Ceau_escu den dort praktizierten Personenkult und begann, ihn auf Rumänien zu übertragen.
Am 28. März 1974 übernahm er das Amt des rumänischen Präsidenten und forcierte den Aufbau einer stalinistischen, konsequent auf seine Person ausgerichteten Diktatur. Von Hofdichtern ließ er sich als „glorreiche Eiche aus Scornicesti“, „Sohn der Sonne“ oder „Genie der Karpaten“ feiern. Die Geheimpolizei Securitate schaltete Gegner und politische Opposition rigoros aus. Bukarest war mit einem System von Tunneln unterzogen, das der Securitate jederzeit Zugriff auf Oppositionelle ermöglichte. Wichtige Ämter ließ er mit Familienmitgliedern besetzen, besonders seine Frau Elena erlangte erheblichen Einfluss.
Als Michael Gorbatschow 1985 Generalsekretär der KPdSU wurde und Reformen einleitete, reagierte Ceausescu mit Ablehnung.
In Rumänien führte die rücksichtslose Industrialisierung zum Niedergang der Wirtschaft und der Landwirtschaft: Die Arbeiter erhielten keine Löhne mehr, elektrischer Strom musste rationiert werden, die Lebensmittelversorgung brach zusammen. Um die Staatsschulden abzubauen, wurden fast alle Lebensmittel für den Export bestimmt.
1989 waren viele rumänische Unternehmen bankrott. In der verarmten Bevölkerung machte sich zunehmend Unmut breit, Ceausescu geriet zunehmend unter Kritik. Vor allem das „Dorfzerstörungs-Programm“, bei dem Dörfer zwangsweise zusammengelegt und in Industrie-Komplexe umgewandelt werden sollten, brachte die Menschen auf. Am 21. Dezember 1989 wurde Ceausescu bei einer Rede ausgebuht, einen Tag später das Parteigebäude gestürmt. Ceausescu und seine Frau wurden auf der Flucht von Soldaten der rumänischen Armee verhaftet. Am 25. Dezember wurden Nikolai und Elena Ceau_escu von einem Militärgericht im Schnellverfahren ohne rechtmäßigen Prozess zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde noch am selben Tag vollstreckt, drei Soldaten bildeten das Exekutionskommando.