Was wir als farbige Klammer in PERSEPOLIS erleben, eine Episode, die in den Büchern ausgespart blieb, hat sich tatsächlich so zugetragen: An einem Freitag, jenem Tag, an dem von Paris aus die Flugzeuge gen Teheran aufbrechen, in die Heimat, in die Marjane Satrapi unter den herrschenden Machtverhältnissen wohl nie mehr zurückkehren kann. Das Heimweh sei einfach zu groß gewesen, erzählt ihr Co-Regisseur Vincent Paronnaud, weswegen sie zum Flughafen Orly aufgebrochen sei mit dem festen Wunsch, die zweite Heimat Frankreich wieder zu verlassen. Mit verweinten Augen habe sie zugesehen, wie ihre Möglichkeiten davonflogen und sei geblieben. Ein Glücksfall, zumindest für die Welt des Films. Der hat die junge Iranerin mit PERSEPOLIS einen der ästhetisch und inhaltlich wohl wertvollsten Filme aller Zeiten geschenkt. Basierend auf der von Satrapi verfassten Comicvorlage, die seit Erscheinen des ersten Bandes in Frankreich vor sieben Jahren weltweit Millionen Leser begeistert und ganz in der Tradition von Art Spiegelmans „Maus“ auch eine neue Sichtweise auf Lebensgeschichte wirft.