Donnerstag | 31. Mai 2012 | 10:04 Uhr
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  • Schmetterling und Taucherglocke

    Drama, Biografie | Frankreich / USA 2007
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      • | Anmerkungen des Regisseurs

      • Jean- Dominique Bauby: „War ich blind und taub zugleich, oder brauchte ich erst ein Unglück
        um mir über meine wahre Natur klar zu werden?“
        (Zitat aus dem Film „Schmetterling und Taucherglocke“)

        fragt Jean-Dominique Bauby sich selbst - und uns alle. Bringt einen erst das Locked-In-Syndrom zu wahrem Bewusstsein und Mitgefühl?

        Mein Vater starb mit 92 Jahren und er war in seinem Leben niemals wirklich krank. Mehr als sechzig Jahre war er glücklich mit meiner Mutter verheiratet. Die meisten Menschen würden sofort mit ihm tauschen wollen. Aber gerade, weil er niemals krank gewesen war, war er gänzlich unvorbereitet und hatte schreckliche Angst vor dem Tod. Am Ende seines Lebens lebte er mit meiner Frau und mir, aber ich vermochte nicht, ihm seine Angst zu nehmen. Dass er so sehr am Leben hing, hat mir gezeigt, dass das Leben nicht nur aus Schmerz, Sexchaos und Nichtigkeit besteht. Es muss mehr geben.

        Als Jean-Dominique Bauby noch ein funktionierendes Mitglied der Gesellschaft war, arbeitete er als Journalist. Doch er war eigentlich nicht mehr als ein Texter, dessen Arbeit seinem sozialen Erfolg entsprach. Seine Lähmung und seine Wiedergeburt als ein Auge – er nannte diesen Blickwinkel „den Schmetterling“ brachten ihn dazu, ernsthaft nach dem Leben und dessen Widersprüchen zu suchen. Dabei vollendete er ein Werk, das bei jedem Leser einen tiefen Eindruck hinterlässt.

        Er schreibt: „Mein Leben war eine Verkettung verpasster Gelegenheiten... die Frauen, die man nicht geliebt hat, die Glücksmomente, die man vorüberziehen ließ. Ein Rennen, dessen Ausgang man kennt, aber bei dem man unfähig ist, den Gewinn einzustreichen...“ Er zeigt uns einen nach innen gewandten Blick in das Leben. Sein Werk ist eine Chance bewusster zu werden.

        Und so ist seine Geschichte eigentlich auch unser aller Geschichte, denn wir alle werden irgendwann mit Tod und Krankheit konfrontiert. Aber wenn wir genau hinschauen, können wir auch dort Sinn und Schönheit finden.

        Dieser Film soll ein Werkzeug sein, so wie das Buch von Jean-Dominique Bauby. Ein Werkzeug zur Selbsthilfe, um zu lernen, mit dem eigenen Tod umzugehen. Das habe ich mir erhofft. Deswegen habe ich diesen Film gemacht.

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