Donnerstag | 31. Mai 2012 | 15:09 Uhr
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  • Das Hundehotel

    Familie, Komödie | USA 2008
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      • | Produktion: Das Genie und seine Meisterwerke

      • Aus den Hinterlassenschaften des leer stehenden Hauses bastelt der elfjährige Bruce in DAS HUNDEHOTEL voller Erfindungsreichtum verschiedene Gerätschaften, um den Hunden die Langeweile des Eingesperrtseins zu vertreiben. „Niemand zuvor wusste Bruce’ Können wirklich zu schätzen. Im Hotel aber sichert er sich die Anerkennung und Aufmerksamkeit all dieser Kinder“, verdeutlicht Freudenthal.

        Der Oscar-nominierte Special Effects Coordinator Michael Lantieri wurde hinzugezogen, um die cleveren Maschinen zu bauen, die die Hunde beruhigen und beschäftigen sollen. „Zwei Aspekte interessierten mich an diesem Projekt: die Möglichkeit, all diese erstaunlichen Gimmicks zu bauen, und meine persönliche Liebe zu Hunden“, gesteht Lantieri. „Mir ist es immer wichtig, mit meinen Gerätschaften zum Fluss der Geschichte beizutragen – und hier ist das absolut der Fall!“

        Für die apportiersüchtige Georgia erfand der Künstler die ultimative Wurfmaschine, die die Hündin selbst bedienen und ihren Spaß dabei haben kann. Dabei durchlief das Gerät zwei Modellphasen. Der erste Entwurf bestand in einem simplen Federmechanismus, der einen Ball mit einem Löffel abwirft, die zweite Stufe ist schon etwas kniffliger. „In diese Maschine sind Fahrradteile und die Hand einer Schaufensterpuppe integriert. Die Räder drehen sich mit der montierten Hand, die dann wiederum den magnetisch an der Hand befestigten Ball abwirft – und schon geht die fröhliche Jagd nach dem Ball los!“ freut sich Lantieri. „Manches klingt beim Durchlesen ganz einfach. Auf der Leinwand muss aber das Timing stimmen, das Gewicht des Balles und der Moment des Abwurfs aus der künstlichen Hand genau berechnet sein.“

        Neben der Aufgabe, die Maschinen zum Laufen zu bringen, musste das Effekte-Team die Geräte auch so gestalten, als entsprängen sie dem Gehirn eines begabten Elfjährigen. „Jede Erfindung musste so aussehen, als hätte Bruce sie zusammengebastelt. Glücklicherweise bewegt sich mein Team oftmals auf dem Niveau von Elfjährigen…“ erklärt Lantieri schmunzelnd.

        Zu guter Letzt sollten die Einzelteile der Apparaturen auch möglichst in einem verlassenen Hotel zu finden sein. „Viele Meetings haben wir damit zugebracht, uns zu überlegen, was man in einem verlassenen Hotel vorfinden könnte – in der Wäscherei, der Küche und dem Lager. „Wir suchten natürlich nach Gegenständen, die man nicht mehr im Laden bekommt, die aber durchaus im Speicher neben der verstaubten Weihnachtsdekoration, Hotelutensilien und anderem Gerümpel überdauern konnten.“

        Für den Border Collie Shep und seinen unbeirrbaren Hüte-Trieb ersinnt Bruce einen speziell ausgestatteten Raum. In diesem „Hüte-Zimmer“ schwebt Shep im siebten Himmel. Dort überwacht er Schafe aus Angler-Leine, Topflappen, Wattebäuschen und Schaumstoff, die man auf zerlegten ferngesteuerten Autos befestigt hatte. Diese Aufgabe gefiel Lantieris Team ganz besonders. „Beim Drehbuch-Lesen sprangen mir als erstes Schafsmarionetten in den Sinn. Als wir sie aber fernsteuern konnten, haben wir sie sofort in der Werkstatt ausprobiert. Dabei haben wir uns aufgeführt wie im Kindergarten!“

        „Michael Lantieri ist schon oft für den Oscar nominiert gewesen“, erzählt Produzent Gordon. „Mir gefällt der Gedanke daran, wie er auf der Verleihung im Smoking erscheint, aber am nächsten Tag doch wieder mit seinem Team in der Werkstatt die ultimativen Kinderträume verwirklicht. Mich beruhigt auch, dass er und sein Team zwar 18 Jahre lang die Wohnungen ihrer Eltern verwüstet, aber jetzt endlich ein kreatives Ventil in der Filmindustrie gefunden haben. Sie sind allesamt echt kluge Kids!“

        Zur Ausstattung des „Anklopf“-Raums sammelte Lantieri zahlreiche verschiedenfarbige Türen aus unterschiedlichen Stil-Epochen. Luftdruck, Federn und Gummibänder brachten Stiefel dazu, an die Tür zu klopfen. „Ich finde diesen Raum mit am witzigsten“, freut sich Lantieri. „Ich weiß dank meines eigenen Hundes, wie verrückt sich Hunde aufführen können, sobald jemand läutet oder an der Tür klopft. Es war eine helle Freude, die Reaktion einer ganzen Hundemeute auf viele gleichzeitig angeklopfte Türen zu beobachten. Vollkommene Anarchie, aber absolut lustig!“

        Auch für die Befriedigung eines der häufigsten Hunde-Hobbies ersinnt Bruce einen besonderen Raum. „Wir wissen alle, dass Hunde gerne ihren Kopf während der Fahrt aus dem Fenster strecken“, erzählt Shuler Donner. „Also wurstelt Bruce ein bisschen im Keller herum und fördert eine Menge praktischer Dinge zutage. Und schon können die Hunde dank alter Autotüren, einem Projektor und einigen strategisch platzierten Ventilatoren ihre Fahrt genießen.“

        Cooper, die englische Bulldogge, die alles anknabbert, bekommt einen umgebauten Verkaufsautomaten. Bruce füllt die Maschine mit Schuhen und anderen Kau-Utensilien, so dass Cooper nur noch auf einen Hebel treten muss und ein neues Spielzeug heraus fällt.

        Damit die Tiere ihr Futter bekommen, auch wenn die Kinder keine Zeit haben, erfindet Bruce einen Futterapparat, der zu bestimmten Zeiten sechs Näpfe füllt. Friday aber findet dank seiner Klugheit und seines unstillbaren Hungers schnell heraus, wie er die Maschine manipulieren muss, um jeder Zeit fressen zu können.

        Als das Hotel immer neue „Gäste“ beherbergt und die Kinder scharenweise Streuner von der Straße auflesen, baut Bruce einen riesigen Fütterapparat, um die Neuankömmlinge satt zu bekommen. Diese zweite Maschine besteht aus zwei langen Förderbändern mit Schüsseln, die von einem Spielzeugzug über die große Essenstafel gezogen und dabei mit Futter gefüllt werden. Auch bei diesem Gerät musste Lantieri extrem auf das Timing achten.

        „Wochenlang grübelten wir über den Fütterapparat nach, überlegten uns die Farben, die Anzahl der Schüsseln, den geeigneten Tisch und einen Zug, der genug Kraft hatte, um all die Näpfe herauszuziehen. Schritt für Schritt arbeiteten wir uns vor, bis das Endergebnis nun puristisch und elegant aussieht und dennoch von einem Elfjährigen stammen könnte.“

        Jeder Napf musste mit der richtigen Menge Futter gefüllt werden – keine einfache Sache, wenn das Ganze aus einem riesigen Behälter oberhalb durch verschiedene Kammern, ein Schneckengewinde und Klappen in verschiedene Dosen und schlussendlich in die Näpfe fallen muss. Nach der Fertigstellung machte man die Hunde mit dem Apparat vertraut. „Wir brauchten einige Zeit, um die Hunde an die Geräusche und die Vorgänge der Maschine zu gewöhnen“, erinnert sich Lantieri. „Außerdem musste der erste Hund am Tisch lernen, alle 50 gefüllten Schüsseln an sich vorbeiziehen zu lassen, ohne gleich rein zu hauen. Als wir das geschafft hatten, waren wir echt stolz auf uns.“

        Für die Aufnahmen der zahlreichen Hunde-Actionsequenzen zog man ein Second Unit hinzu. Das Team durfte daraufhin an manchen Tagen mit bis zu 60 Hunden arbeiten, erzählt Clark. „Die mussten einige wirklich abgefahrene Sachen drehen. Natürlich war es auch ein Riesenspaß, aber an manchen Tagen klingelten ihnen die Ohren. Schließlich umgaben sie nicht nur 60 Hunde, sondern auch deren 60 Trainer. Man kann sich den Lärmpegel ungefähr vorstellen.“

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