Thriller,
Action,
Science Fiction,
Mystery
| USA 2008
WERBUNG
| Produktion: Der Big Apple wird zerquetscht
Eines der ersten Anzeichen der zerstörerischen Kraft des Monsters gibt es am Anfang des Filmes. Die jungen Freunde verlassen Robs Party, um zu schauen, was die Unruhe draußen zu bedeuten hat, und werden vom Kopf der Freiheitsstatue begrüßt, der ihnen buchstäblich vor die Füße fliegt.
Diese Einstellung beendete schon den zweiminütigen Teaser, der 2007 seine Premiere vor Michael Bays Blockbuster „Transformers” hatte. Der Trailer zeigt Partyszenen, den Kopf der Freiheitsstatue und andere Bilder der Zerstörung, die alle noch vor den eigentlichen Dreharbeiten aufgenommen wurden.
„Die Sequenz mit dem Kopf der Freiheitsstatue war eine mutige Entscheidung des Studios”, erklärt Burk, aber der Trailer hinterließ tatsächlich sofort einen bleibenden Eindruck bei Genrefans. „Die Reaktionen waren genau so, wie wir sie uns erhofft hatten”, erinnert sich Abrams. „Niemand hatte von dem Film gehört. Wir haben noch nicht einmal den Titel eingeblendet. So etwas hatte die MPAA noch nie erlebt.”
Der Titel des Filmes entstand aus dem Decknamen für das Projekt. Die Produzenten wollten nicht, dass Informationen über den Film zu früh veröffentlicht werden. „Wir wollten einen Film machen, über den man eben nicht schon früh alles weiß und den man noch entdecken kann, so wie wir Filme während unserer Jugend noch entdecken konnten”, sagt Abrams.
Das Interesse am Film – basierend ausschließlich auf dem Trailer und ein paar Gerüchten – war bemerkenswert, um es vorsichtig auszudrücken.
„Ich hätte nicht mit diesem Ausmaß an Neugier und intensiver Spekulationen gerechnet”, sagt der ausführende Produzent Clark. „Die Fans versuchten mit allen Mitteln, sich an den Set zu schmuggeln und Fotos zu schießen oder Videos aufzunehmen. Es war eine intensive Zeit. Die Leute scheinen wirklich ziemlich interessiert an J.J. und Allem, was er macht.”
Es war John Fogelman, einer von Abrams’ und Burks Agenten, der den Vorschlag machte, das Projekt „Cloverfield” zu nennen, weil er das Wort „Monster” einfach in zu vielen Mail-Korrespondenzen gelesen hatte. „Cloverfield”, nach einer Straße in der Nähe von Abrams Büro in Los Angeles benannt, wurde zum Spitznamen für das Projekt. „Wir hätten allerdings nicht gedacht, dass dieser Spitzname tatsächlich zum Titel werden würde”, erinnert sich Abrams. „Wir hatten sogar einen anderen Titel: ‚Greyshot’. Das ist Name der Brücke, unter der sich Rob und Beth am Ende des Filmes im Central Park verstecken, und diesen Titel wollten wir auf der Comic-Con bekannt geben. Zu dieser Zeit war aber ‚Cloverfield’ schon durchgesickert und die Fans kannten den Film unter diesem Namen. Also entschieden wir uns, es bei ‚Cloverfield’ zu belassen.”
Die schockierenden Aufnahmen vom Kopf der Freiheitsstatue wurden auf dem Studiogelände von Paramount gedreht und von Hammerhead Productions mit Spezialeffekten versehen. Diese Einstellung, die auch im Film verwendet wurde, erhielt noch Detailverbesserungen durch Double Negative. Die Szene ist Abrams’ Hommage an John Carpenters „Die Klapperschlange” von 1981, der auf seinem Originalposter ein ähnliches Motiv zeigte. „Ich war als Kind völlig begeistert von dem Film”, sagt er, „aber mich hat es damals wirklich geärgert, dass die Posterszene mit dem Kopf der Freiheitsstatue mitten in New York im Film nicht zu sehen ist. Das war für mich immer eines der verrücktesten und erschreckendsten Bilder. Ich wollte es unbedingt in unserem Film haben.”
So schwer es war, einem fiktionalen 25 Stockwerke hohen Monster ein reales Aussehen zu verleihen (was für Reeves entscheidend für den Erfolg es Filmes war), so viel größer war die Herausforderung für Tippett Studio und Double Negative, realistisch aussehende Szenen der Zerstörung für ein Publikum zu erschaffen, dem die sich die Wirklichkeit der einbrechenden Türme des World Trade Centers fest ins Bewusstsein gebrannt hat.
Vor einigen Jahren hatten nur wenige Menschen eine Vorstellung davon, wie ein in sich zusammenfallendes Gebäude wirklich aussieht. „Heute”, so Michael Ellis, „haben fast alle Menschen eine ziemlich genaue Vorstellung davon.”
„YouTube”, merkt Leven an, „hat auch in dieser Hinsicht der visuellen Referenzen die Anforderungen an unsere Arbeit verändert.”
Für das Zusammenfallen der Gebäude arbeiteten die beiden Effektteams unermüdlich daran, Reeves ‚realistische’ Vorstellungen zu verwirklichen. „Wir haben einzelne Etagen als Modell errichtet und dann das Gebäude Schicht für Schicht zerstört”, erklärt Leven. „Angefangen haben wir mit der Glasfront außen und sind dann weiter ins Innere vorgedrungen. Wir haben teilweise sogar Inneneinrichtungen gebaut, um zu sehen, wie sich diese Form der Zerstörung auf sie auswirken würde. Es war extrem zeitaufwändig, aber wir habe es alle geliebt. Es ist der Traum eines jeden kleinen Jungen – Dinge in die Luft jagen!”
Besonders schwierig waren die „verwackelten” visuellen Effekte, die aussehen als hätte man sie mit einem simplen Camcorder im Rennen aufgenommen. Durch die sprunghaften Bewegungen wurde die korrekte Platzierung der Effekte oder der CGI-Charaktere zu einer Herausforderung. „Normalerweise passiert die Anpassung der Effekte an die Frame-Sprünge bis zu einem gewissen Grad automatisch”, sagt Ellis. „Aber viele der Einstellungen waren einfach zu komplex. Es war eine gigantische Aufgabe. Wir hatten Leute, die die einzelnen Einstellungen Frame für Frame angepasst haben. Zoom-Einstellungen sind immer schwierig anzupassen, aber diese teilweise wild zuckenden Aufnahmen waren extrem schwierig – keine sanften vorhersehbaren Bewegungen, sondern die Kamera war gleichzeitig überall.”
Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten, die vom Monster zerstört werden, gehört die 125 Jahre alte Brooklyn Bridge, die vom Schwanz des Monsters zerschlagen wird. Eine 15-Meter lange Sektion der Brück wurde in den Downey Stages in Downey, Kalifornien, aufgebaut, umgeben von einem 360-Grad Green Screen, der als Platzhalter für die Hintergrundaufnahmen von der echten Brücke diente. Eine Horde von Statisten, die die New Yorker darstellten, die in Panik versuchen zwischen den abgestellten Autos vor dem Monster zu flüchten, hatten ihre eigenen Autos auf der „Deck”-Ebene der nachgebauten Brücke geparkt, um das „Blickfeld” auszufüllen.
Während die Filmemacher für so viel Spannung und Realismus wie möglich sorgen wollten, war ihnen natürlich trotzdem bewusst, welche Erinnerungen diese Bilder wachrufen könnten. „In vielerlei Hinsicht”, so Reeves, „ist das Monster vielleicht auch eine Metapher für die Zeit in der wir leben und den Terror, dem wir überall begegnen. Es war wichtig, diese Gefühle anzusprechen, ohne sie auszuschlachten oder sie nicht Ernst genug zu nehmen. Es war wichtig, diesen Gefühlen mit Respekt zu begegnen.”