Donnerstag | 31. Mai 2012 | 15:11 Uhr
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    Komödie | Deutschland 2007
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      • „Die Legende besagt, als Gott die Erde aufteilte, kamen die Abgesandten meines Dorfes so spät, als bereits alles Land vergeben war. Da meine Vorfahren aber so fröhlichen Gemüts waren, schenkte Gott ihnen den Landstrich, den er für sich reserviert hatte, und zog in den Himmel.“
        (Drehbuch „Absurdistan“)

        Irgendwo zwischen Europa und Asien liegt ein Dorf, abgeschieden und einsam. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Provinz abwechselnd von Persern, Tartaren, Osmanen und Seldschuken erobert. Doch seit dem Untergang des Sowjetimperiums fühlt sich keine Regierung mehr für das Dorf verantwortlich. Es ist auf keiner Landkarte verzeichnet und für den Rest der Welt einfach in Vergessenheit geraten. Hier leben Aya und Temelko.

        Befreundet seit ihrer Kindheit gelten sie als einander versprochen. Ayas sternenkundige Großmutter (Nino Chkheidze) weissagt dem Pärchen den besten Zeitpunkt für die erste Liebesnacht: „Wenn die Sternenbilder Jungfrau und Zentaurus sich treffen.“ Und noch einen Hinweis gibt die weise Alte: Sollten beide zuvor ihre Körper in Wasser baden, werden sie das einzigartige Gefühl des schwerelosen Fliegens empfinden.
        Dass der Termin noch vier Jahre entfernt liegt, nehmen die Liebenden zwar schweren Herzens, aber erwartungsfroh zur Kenntnis. In dieser Zeit wird die Wasserzufuhr des Dorfes immer spärlicher, die die Vorfahren durch den Bau einer Rohrleitung aus den Bergen gesichert hatten. Dieser Bau ist eine der Heldentaten in der Dorfgeschichte, mussten doch etliche Männer bei der Montage des Rohres in einer Berghöhle ihr Leben lassen. So auch Ayas Vater. Ihre Mutter stürzte sich vor Kummer in die Tiefe. Aya wuchs bei ihrer Großmutter auf.

        Die jungen Männer des Dorfes werden zum Studium in die Stadt geschickt, damit sie sich später um die Wasserversorgung kümmern können. Doch sie kommen gar nicht wieder und die Quelle läuft nur noch tröpfchenweise. Nur Temelko kehrt wie versprochen zurück ins Dorf. Der heiß ersehnte Termin der ersten Liebesnacht mit Aya steht unmittelbar bevor. Temelko hat große Pläne, er will nicht nur Aya mit seiner Liebe zum Fliegen bringen, sondern im ganzen Dorf ein neues Zeitalter einläuten und jedes Haus mit einem eigenen Wasseranschluss versorgen. Zu seinem Kummer stößt er bei der Dorfbevölkerung auf taube Ohren – und handgreiflichen Widerstand gegen „neumodische“ Neuerungen.

        Temelko findet bald heraus, dass das Rohr, das die Quelle in der Höhle mit dem Dorf verbindet, an unzähligen Stellen leck ist. Die Reparatur ist für einen Menschen allein nicht zu bewältigen, außerdem muss Temelko seine Nacht mit Aya vorbereiten. Doch wie soll er das Bad, das der Liebe vorhergehen soll, arrangieren? Ihm kommt eine gewagte Idee: Er bohrt das Rohr an und leitet alles übrig gebliebene Wasser in ein Bassin – eine gigantische Badewanne für ihn und seine Liebste. Mit einer eigens konstruierten Seilbahn entführt er sie zu seinem Schwimmbassin. Doch Aya gibt sich ihm nicht etwa glückselig hin, sondern beschimpft ihn als egoistisch. Sie kann unmöglich mit ihm baden, während das Dorf auf dem Trockenen bleibt. Sie verlässt ihn mit der Forderung, er dürfe sie erst berühren, wenn er dafür gesorgt hat, dass der Brunnen wieder gefüllt ist.

        In der Tat hat Temelkos Tat üble Folgen: Der Brunnen trocknet völlg aus, kein Tropfen mehr quillt aus dem Rohr. Temelko ist unglücklich und ratlos.

        „Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen: Wasser, mäßig genossen, ist unschädlich.“ (Mark Twain)

        Trotz der Bitten der Frauen hat keiner der Männer etwas unternommen, um die Dürre abzuwenden. So greifen die Frauen schließlich zu einem drastischen Mittel. Sie treten in den Streik: Ohne Wasser – kein Sex. Sie bauen eine Grenze quer durchs Dorf und werfen die Männer aus den Ehebetten. Zurückkommen dürfen die Kerle erst, wenn wieder Wasser im Brunnen sprudelt.

        Grenzkontrollen zwischen Frauen- und Männergebiet, Spione, Verkleidungen, Entführungen, Geheimnisse und Vorwürfe: Ein irrwitziger Kampf der Geschlechter beginnt, in dessen Verlauf sich die Ereignisse in dem einst beschaulichen Dörfchen auf absurde Weise überschlagen. Ebenfalls in die Kampfhandlungen verwickelt sind Sexhefte, eine Wanderhure, eine Menge ungewöhnlicher Waffen, die große Liebe und eine Prise Poesie. Ob Temelko mit seinem lebensgefährlichen Tauchgang in der Berghöhle das Wasser ins Dorf zurückbringt und das Herz von Aya neu erobern kann? Die Sterne stehen jedenfalls günstig. Noch ...

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