FILMDETAILS | Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe
Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe
Komödie,
Romanze
| Deutschland 2008
WERBUNG
| Gernot Gricksch über die Dreharbeiten
Leander Haußmann zählt zu den wenigen Regisseuren, die gern den Autor am Set haben. Weil er nämlich chronischen Ideen-Schluckauf hat. Die Einfälle rattern nur so aus ihm heraus. Gern verändert er Szenen noch in letzter Minute. Und er diskutiert nonstop. So war ich also an mehr als der Hälfte der Drehtage vor Ort, den Laptop unter dem Arm, eifrig umschreibend, neue Dialogvarianten ausspuckend und kleinere Handlungsänderungen einfügend.
Ich gestehe: Ich mutierte zum Set-Junkie. Ich fand es wahnsinnig interessant. Und weil ich ein bißchen eitel bin, wollte ich auch mal als Statist durchs Bild laufen. Leander teilte mir eine Rolle zu, ließ mich in einen schicken Nadelstreifenanzug stecken und ich schrieb mir sogar tollkühn einen eigenen Satz ins Drehbuch: „Die Fähigkeit zu lieben – das ist es doch, was uns von den Bolschewisten unterscheidet“. Die Szene verselbständigte sich dann allerdings und wuchs beträchtlich: Der Typ, der ziemlich gen Ende des Films hysterisch den fiktiven Regisseur Heinz Fritteur anschreit – das bin ich. Tom Schilling sagte, er wäre von meinen darstellerischen Fähigkeiten sehr beeindruckt gewesen. Ich glaube aber, das war ein Scherz.
Meine absolute Lieblingsszene ist die Tanzszene im Wasserspiel-See von „Planten und Blomen“. Als die geprobt wurde, hatte ich meine Familie dabei. Mein 11-jähriger Sohn stand auf der Wiese und betrachtete den Pulk kostümierter Tänzer, der auf einer aufwändig gebauten Unterwasser-Bühne herumwirbelte, die ganze Technik, die vielen Leute hinter den Kulissen. Dann drehte er sich zu mir um und sagte: „Ey, Papa. Das alles hier findet nur statt, weil du dir irgendwann mal eine Geschichte ausgedacht hast. Das ist doch cool, oder?“
Ja, ist es!