FILMDETAILS | Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe
Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe
Komödie,
Romanze
| Deutschland 2008
WERBUNG
| Sven Regener über die Musik im Film
Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe war nicht die erste Gelegenheit für Element of Crime, mit Leander Haußmann zusammenarbeiten zu dürfen: Zu seinem Film NVA steuerten wir Aufnahmen von „My Bonnie Is Over The Ocean“ und „It‘s All Over Now, Baby Blue“ bei und in Herr Lehmann hört man irgendwo „Nervous and Blue“, einen Song von unserem 1987er Album „Try To Be Mensch“; vor allem aber schrieben wir im Jahre 2000 einige Songs für Leanders Peter-Pan-Inszenierung am Schauspielhaus Bochum, und wenn ich es richtig verstanden habe, so war es vor allem die Erinnerung an diese schöne Zusammenarbeit, die ihn auf die Idee brachte, uns anzuheuern für das Schreiben von Songs für seinen neuen Film, Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe, der nicht nur einen sehr langen Titel, sondern auch eine sehr komische und bewegende Handlung hat und uns auf Anhieb sehr gefiel.
Große Vorgaben hat Leander nicht gemacht, nur in der für ihn typischen, nicht gerade kleingeistigen Weise darauf hingewiesen, dass er Songs erwarte, die dem Film eine unverwechselbare Note geben und sich unmittelbar auf die Handlung des Films beziehen, so wie man es von den großen Hippiefilmen der 70er Jahre kenne, also zum Beispiel von Die Reifeprüfung, Alice‘s Restaurant, Harold and Maude, Pat Garrett and Billy The Kid usw. Als wir ihm dann gerade sagen wollten, dass wir das erst einmal ausprobieren müssten und nichts versprechen könnten usw. usf., hatte er schon abgeschaltet oder war schon wieder zu einem anderen Termin oder so, Leute, die ihn kennen, werden wissen, was ich meine, gelten ließ er das jedenfalls nicht, und wenn man für Leander arbeiten darf, hat man ja sowieso keine Wahl.
Und da sind sie nun: Vier Songs sind es geworden, in denen alles erwähnt und behandelt wird, was in dem Film wichtig ist: Liebe, Drama, Wahnsinn und der Mond über Altona, außerdem Fleischmühlen, lesbische Schwestern, grünes Blut, Eppendorf, der Dalai Lama, Panzerfäuste, Sonntagsessen, Biker, Popos, Haarschnitte und Landungsbrücken. Außerdem drei Instrumentals, bei denen David Young endlich mal zeigt, wer hier auf der Gitarre der Fingerpicking-Meister aller Klassen ist, und ansonsten getrommelt, geblasen, gezimbelt und gedengelt wird, daß es nur so eine Hippiepracht ist.
Wir wissen nicht, ob der Film durch unsere Songs und Instrumentals schöner geworden ist, oder lustiger, oder trauriger. Oder alles drei. Das kann keiner mehr beurteilen, weil sie jetzt untrennbar dazugehören. Und das macht uns stolz und froh.