FILMDETAILS | Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe
Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe
Komödie,
Romanze
| Deutschland 2008
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| Bluefolk, russische Lichtgestalten und echte Popst
Fragt sich jemand, warum in einem Robert-Zimmermann-Film keine Musik von Bob Dylan zu hören ist? Leander Haußmann, dessen musikalische Bildung mit Bob Dylan anfängt und aufhört, hat sofort verstanden, dass das nicht geht.
Also gibt es für diesen Film Originalmusik von Element of Crime. Die machen etwas anderes, als was sie sonst machen: sie beschreiben genau das, was wir sehen. Normalerweise führt das schnell zu schlimmer Langeweile, aber wie die Band da vor sich hin rumpelt und kurze, absurde Zusammenfassungen über gerade Gesehenes und Geschehenes pflückt, das will man nicht mehr vermissen und gibt dem Film einen ganz eigenen, wilden Klang. Im amerikanischen würde man das vielleicht „Bluefolk“ nennen.
Und es gibt in ROBERT ZIMMERMANN eine weitere Lichtgestalt zu entdecken: Vladimir Vissotski. Ein russischer Liedermacher, dessen Text und Musik von einer Wärme, Klarheit, Würde und Schönheit ist, dass es einem das Herz zerreißt. Wir haben ihn eines Abends in Leander Haußmanns Plattensammlung entdeckt und er hat uns nicht mehr losgelassen.
Andächtig hörten wir dem, wie Leander ihn nannte, „russischen Bob Dylan“ zu, und Sven Regener konnte uns glaubhaft versichern, an Vissotskis Beerdigung hätten damals mehr Menschen teilgenommen als an der Lenins. Von Vissotski gibt es im Film 2 Lieder („Weißer Walzer“ und „Boxer“, die Titel wurden vom Pläne Verlag eingedeutscht!), und ich sollte unbedingt noch erwähnen, dass der junge Mann, den Robert Zimmermann im Beat Club trifft, wirklich der echte Sohn von Art Garfunkel ist, soviel Zeit muss sein!
Alles in allem hören eigentlich alle Beteiligten in dem Film andere Musik: Tiefschwarz, Amos, Lexy und K. Paul, Vissotski, Rossini, indische Lounge-Musik - und weil das wie im richtigen Leben ist, funktioniert das auch. Über allem hängt Element of Crime wie eine rote Sonne in einem Sommerhimmel.
Wie sagte meine Freundin Anne nach einer Vorführung: „Der Feelgood Film des Jahres 08!“ Ich habe diesen Ausdruck noch nie zuvor gehört, stimme aber gerne zu.