Donnerstag | 31. Mai 2012 | 15:25 Uhr
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  • Wilde Unschuld

    Drama | USA 2007
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      • Basierend auf dem Tatsachenroman „Savage Grace“ erzählt „Wilde Unschuld“ die Geschichte der Industriellenfamilie Baekeland um Barbara Daly Baekeland und ihren Mann Brooks Baekeland sowie deren gemeinsamen Sohn Tony.

        1907 erfand der in die USA ausgewanderte Belgier Leo Hendrik Baekeland einen neuen Werkstoff: Aus Phenol und Formaldehyd ge-lang ihm die Herstellung einer Substanz, die er Bakelit nannte.
        Zusammen mit einem befreundeten Unterneh-mer gründete Baekeland 1909 die Bakelite Cor-porate, die Bakelit in großen Mengen herstellte. In Deutschland entstand parallel die Bakelite Gesellschaft mbH in Berlin.

        Seine revolutionäre Erfindung war von Anfang an ein riesiger Erfolg. Zu Beginn der 30er Jahre gab es bereits mehrere hundert Presswerke und Hersteller des Kunststoffes. Bakelit wurde vor allem zur Herstellung von Telefonen, Lichtschalter- und Steckdosen-Gehäusen, Haus-halts- und Küchengeräten, Ziergegenständen, Modeschmuck, Waffenbeschlägen und Büroartikeln verwendet. Noch bis in die frühen 60er Jahre spielte der Vorgänger des Plastiks eine entscheidende Rolle als moderner Werkstoff. Den Geschäftssitz hatte die Gesellschaft aus Berlin in die tiefste Provinz verlegt – in das sauerländische Letmathe (heute ein Stadtteil von Iserlohn). Produziert wurden in Duisburg und in der Nähe von Kassel.

        Seine Erfindung bescherte Leo Baekelands Firma Millionengewinne und machte ihn zu einem der reichsten und angesehensten Industriellen Amerikas. Nach Streitigkeiten mit seinem Sohn verkaufte Leo Baekeland seine Firma Bakelite Corporate 1939 für mehrere Millionen Dollar und setzte sich zur Ruhe. Er starb fünf Jahre darauf.


        Ende April 2005 wurde die Bakelite AG von Borden Chemical Inc. gekauft. Das Unternehmen ging in der Hexion Specialty Chemicals Inc. auf.

        Der Reichtum der Familie und das gesellschaftliche Ansehen in der New Yorker Gesellschaft waren ausschlaggebende Gründe für Barbara Daly, den Erben des Bakelit-Imperiums Brooks Baekeland zu heiraten. Regisseur Tom Kalin beschreibt Barbaras Persönlichkeit so: „Als sie ein Teenager war, beging ihr Vater Selbstmord. Er wurde von Barbaras Bruder gefunden, der später, möglicherweise absichtlich, mit dem Auto tödlich verunglückte. Wie viele andere schöne Frauen ihrer Generation, die kein Geld hatten, sah sie ihre Chance in einer reichen Heirat. In den 1940ern galt Barbara als eine der zehn schönsten Frauen New Yorks. John Jacob Astor umwarb sie, und sie ging für kurze Zeit nach Hollywood, um einen Screen-Test mit Dana Andrews zu machen. Sie besaß eine unbekümmerte Ausstrahlung, die für Frauen damals selten war, und darin bestand auch ihre Anziehungskraft auf Brooks. Ihre Schwäche war ihr Narzissmus, dem eine tiefe Unsicherheit zugrunde lag, und ihre Obsession, einer gesellschaftlichen Oberschicht anzugehören. Ihre Fähigkeit, sich selbst ständig neu zu erfinden, erforderte Kraft und Phantasie, aber sie offenbarte auch ihre Angst, demaskiert zu werden als jemand, der nicht gut genug ist für seine Umgebung. Ihre Sehnsucht nach Liebe, sei es die von Brooks oder ihres gemeinsamen, 1947 geborenen Sohnes Tony, machte sie verletzlich und beherrschte ihr ganzes Leben.“

        Als Brooks seine Frau schließlich für eine jüngere Geliebte verließ, vertiefte sich das Verhältnis zwischen der narzisstischen Barbara und ihrem Sohn Tony, der zum Ersatz für ihre sozialen und emotionalen Bedürfnisse geworden war. Obwohl bei Tony Anzeichen von Schizophrenie festzustellen waren, weigerte sich sein Vater, für eine psychiatrische Behandlung aufzukommen. Die labile psychische Verfassung Tonys wurde zur tickenden Zeitbombe - und aus der immer unbedingter werdenden Intimität von Mutter und Sohn erwuchs schließlich die Saat einer spektakulären Tragödie...

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