Greg Mooradian, Produzent bei der Produktionsgesellschaft Maverick Films, las „Bis(s) zum Morgengrauen“, bevor der Teenroman zu einem weltweiten Phänomen wurde, tatsächlich sogar, bevor er überhaupt auf den Markt gekommen war. „Es gehört zu meinem Job, dass ich ständig neue Stoffe suche, und das weltweit“, erzählt Mooradian. „Ich lese viele Manuskripte noch vor ihrer Drucklegung. Als ich dieses auf meinem Schreibtisch vorfand, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Dieses Szenario eines Mädchens, das sich in einen Vampir verliebt, überraschte mich total. Und das Buch erfüllte alles, was man sich auch von ihm versprochen hatte.“
Dabei war es nicht die Exotik der Geschichte, die Mooradian anziehend fand, sondern vielmehr ihre Allgemeingültigkeit. „Es gibt tausende von Vampirfilmen“, so Mooradian, „aber dieser unterscheidet sich von seinen Vorgängern durch die Lovestory. In dieser Geschichte ist Vampirismus einfach eine Metapher für junge Lust, für dieses Gefühl ‚Ich will dich, aber ich kann dich nicht haben.’ Ich hielt das für eine wunderbare Metapher, um die Sehnsucht von Teenagern auszudrücken. In dieser Geschichte verhält es sich wie bei jedem jungen Mädchen, das die Gelegenheit zum Date mit einem Jungen hat, den ihre Eltern tauglich zum Ausgehen finden. Aber dann taucht da dieser andere Junge auf, der geheimnisvoll und düster wirkt, ständig über etwas nachzugrübeln scheint. Und der Wunsch ist so übermächtig, die Geheimnisse dieses Jungen zu erfahren, herauszufinden, wer und was er ist – in diesem Fall eben ein Vampir. Und diese Enthüllung geschieht an einem Punkt, an dem das Mädchen nicht mehr zurückkann, wie auch immer die Konsequenzen aussehen mögen.“
„Bis(s) zum Morgengrauen“ ist Stephenie Meyers erster veröffentlichter Roman. Diesen hat die Autorin mittlerweile mit drei weiteren Bänden fortgesetzt und zeigt keine Anzeichen dafür, dass sie ihr bisheriges Tempo reduzieren möchte. „Als Buch-Debütantin hatte ich keine Vorstellung davon, was man als normal bezeichnet. So geht es mir noch immer. Ich hatte keinerlei Erwartungen. Man sprach mich erstmals auf eine mögliche Verfilmung an, als das Buch noch nicht einmal erschienen war. Bevor es in den Regalen stand, habe ich nicht erwartet, irgendetwas darüber zu hören, wenn überhaupt.“ Trotz ihrer enormen Erfolge und ihrer Produktivität als Autorin sieht sich Meyer erst als Mutter, dann als Schriftstellerin. „Dieses Buch zu schreiben, war eine sehr persönliche Erfahrung für mich“, erzählt Meyer. „Die erstaunliche Resonanz überraschte mich, noch immer bin ich beeindruckt davon, wie sich Leser in diesen Figuren verlieren, welche Bedeutung das Buch für sie hat. Ich bekomme E-Mails, in denen mir Menschen gestehen, das mein Buch tatsächlich ihr Leben verändert habe.“
Meyer, die englische Literatur studierte und Absolventin der Brigham Young University in Provo, Utah, ist, erklärt, dass ihr die Idee für das Buch durch einen Traum gekommen sei. „Als ich aufwachte, wollte ich wissen, wie es weitergehen würde. An diesem ersten Tag schrieb ich zehn Seiten. Als ich schließlich die letzte erreichte, war niemand mehr überrascht als ich selbst, dass ich tatsächlich ein Buch beendet hatte.“ Als Meyer dieser Eröffnung weitere Bände folgen ließ, schlug Greg Mooradian Summit Entertainment vor, aus der Saga eine Filmreihe zu machen. Das innovative Konzept und die faszinierenden Charaktere machten das Buch zu einem idealen Kandidaten.
„Die Idee einer übernatürlichen Fantasygeschichte als Hintergrund für eine große tragische Lovestory war einfach eine großartige Kombination“, erklärt Produzent Wyck Godfrey. „Nimmt man den Bestseller-Erfolg der Buchreihe hinzu und die Tatsache, dass Fans sich diesen Figuren bereits sehr verbunden fühlen, ergibt sich daraus ein wirklich gutes Fundament, um das alles einem Publikum vorzustellen, das vielleicht noch nie von „Bis(s) zum Morgengrauen“ gehört hat. Sobald dieses Publikum den Film sieht, davon bin ich überzeugt, wird es ähnlich reagieren wie all die Leute, die bereits die Bücher kennen“.
„Gefahr spielt eine große Rolle in diesem Film“, fährt Godfrey fort. „Und darüber hinaus gibt es diese Aufregung, die ein Teenager spürt, wenn er etwas Verbotenes tun kann. Damit kann man sich identifizieren, das kennt man – und nicht nur Mädchen. Auch Jungs werden entdecken, dass es hier Gefahr, Action- und Thrillerelemente gibt und, dass es einfach cool ist, ein Vampir zu sein.“ Für die ausführende Produzentin Karen Rosenfelt war das Faszinierende der „Romeo-und-Julia“-Touch dieser Geschichte wie auch die konstant aufrechterhaltene sexuelle Spannung. „Meiner Ansicht halten wir uns doch alle für Bella“, gesteht die ehemalige Chefin der Produktionsabteilung von Paramount Pictures. „Sie ist eine echte Identifikationsfigur, sehr zugänglich. Wir empfinden uns doch alle als Außenseiter gegenüber der In-Gruppe und wollen das Gefühl haben, dass wir aus der Reihe tanzen und unseren eigenen Impulsen folgen.“