Unmittelbarer Ausdruck der Begeisterung für „Bis(s) zum Morgengrauen“ sind über 350 Websites, auf denen sich Fans austauschen und ihre Liebe zu der Buchreihe kommunizieren. Für diese Anhängerschaft ist das Buch Kult, was die Suche nach geeigneten Darstellern zu einer heiklen Aufgabe machte. „Besucht man die Websites, die die Fans eingerichtet haben, erkennt man, dass jeder einzelne Leser den Film schon zwanzigmal selbst besetzt hat“, erzählt Greg Mooradian. „Wir haben uns ihre Vorschläge angeschaut und trafen die Entscheidung, dass wir es niemals allen würden recht machen können. Deshalb mussten wir unseren Instinkten folgen. Die Schauspieler, auf die wir uns schließlich einigten, verkörpern diese Figuren in unseren Augen am besten.“
„Wir haben ewig gebraucht, um diesen Film zu besetzen“, gesteht Mooradian, „aber als wir Bella und den Cullen-Clan gefunden hatten, war das der Durchbruch. Ich war sprachlos, als ich sie alle zusammen eine Szene spielen sah. Nicht, weil ich erwartet hatte, dass sie nicht harmonieren würden. Im Gegenteil. Aber ich habe so viele Jahre mit diesem Buch gelebt, dass ich einfach hin und weg war, als ich sie alle zusammen vor mir sah.“
Eine Schauspielerin für Bella zu finden, hatte höchste Priorität. „Wir erwarteten von einem jungen Mädchen, die ganze Last eines Franchises auf den Schultern zu tragen“, zeigt sich Mooradian verständnisvoll. „Eine unglaubliche Aufgabe. Wir mussten jemanden finden, der äußerlich unseren Vorstellungen entsprach, der aber auch darstellerisch in der Lage sein würde, all diese Nuancen ausspielen zu können. Die Liste möglicher Kandidatinnen war kurz. Kristen Stewarts Arbeit spricht eigentlich für sich. Wenn man es aus dieser Perspektive betrachtet, war es fast einfach, sich für sie zu entscheiden. Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten von TWILIGHT - BISS ZUM MORGENGRAUEN war Stewart erst siebzehn, hatte aber schon mit Jodie Foster in PANIC ROOM („Panic Room“, 2002), mit Emile Hirsch in INTO THE WILD („Into The Wild“, 2007) und mit Dennis Quaid in COLD CREEK MANOR - DAS HAUS AM FLUSS („Cold Creek Manor“, 2003) vor der Kamera gestanden.
Stephenie Meyer war von dem Jungstar auf Anhieb beeindruckt. „Kristen hat schon eine erstaunliche Anzahl von Filmen gedreht“, so Meyer. „Diese Erfahrung zahlte sich hier aus, denn Bella durchlebt Dramatisches. Kristens unglaubliche Verletzlichkeit ist einfach perfekt für die Rolle der Bella.“ Die so gelobte Darstellerin kannte die Buchreihe nicht, als sie für den Film vorsprach: „Plötzlich aber sah ich überall etwas, was auf „Bis(s) zum Morgengrauen“ hinwies. Ich dachte nur, wie konnte das alles an mir unbemerkt vorübergehen. Alle meine Bekannten hatten das Buch gelesen.“ Dass sie jemanden verkörpern musste, der für eine ganze Generation eine literarische Ikone darstellte, schreckte Stewart nicht: „Ich möchte, dass jeder glücklich ist. Jeder wird die Dinge etwas anders sehen. So viele Mädchen sind besessen von den Büchern, möchten Bella sein. Das macht alles etwas schwierig. Ich hoffe aber, und das wirklich von ganzem Herzen, dass jeder zufrieden sein wird.“
Für Stephenie Meyer war die Besetzung von Edward die schwerste Aufgabe: „Er muss das ganze Spektrum ausfüllen, muss schön, gefährlich, angsterfüllt und intelligent sein. Viele Jungs sahen gut aus, aber es war nichts Gefährliches an ihnen. Bei anderen war es genau umgekehrt. Rob Pattinson jedoch erfüllt beide Kriterien.“
Für Produzent Wyck Godfrey war es ebenso wichtig, dass es auf der Leinwand zwischen beiden Stars knisterte: „Kristen und Rob sprachen gemeinsam vor, und da wurde allen klar, dass dies die richtige Paarung war. Im Grunde war Edward über fast hundert Jahre eine Art Schlafwandler, dann tritt Bella in sein Leben. Ein Aspekt der Schönheit dieser Geschichte ist es, Edward dabei zu beobachten, wie er wiedererweckt wird, als Bella in seinem Leben auftaucht. Die Chemie ist einfach wunderbar zwischen unseren beiden Hauptdarstellern.“
Für Rob Pattinson, der in zwei HARRY-POTTER-Filmen als Cedric Diggory vor der Kamera stand, kommt Edwards Anziehung auf Bella aus dem Nichts und völlig unerwartet: „Aus seiner Perspektive betrachtet, hat er absolut nichts zu bieten“, erklärt der junge Schauspieler. „Sein ganzes Leben lang war er fixiert auf den Wunsch, menschlich zu sein oder zu sterben. Und dann erscheint Bella in seinem Leben und zerstört jede Stabilität, die er für sich erschaffen hatte. Zu Beginn lässt er sich auf die Beziehung ein, um sich selbst zu testen. Aber als er sie näher kennen lernt, wird ihm bewusst, dass dieses Mädchen ihn irgendwie wieder zum Leben erweckt hat.“
Pattinson arbeitete hart daran, sich nicht von der Aufgabe beeindrucken zu lassen, eine so populäre Figur zu verkörpern. „Es bedeutet immer zusätzlichen Druck, wenn viele Leute eigene Ansichten zu einem bestimmten Thema oder Punkt haben. Jeder Leser des Buchs hat seine ganz individuellen Erwartungen an den Film. Das macht einen als Darsteller etwas vorsichtig, wie man eine Figur dann anlegt.“