Der Cullen-Clan, dem die Eltern Carlisle und Esme, sowie die „adoptierten“ Kinder Rosalie, Emmett, Jasper, Alice und Edward angehören, ist einzigartig in der Kultur der Vampire. Vor 300 Jahren jagte Carlisle Vampire. Während er einen Angriff führte, wurde er gebissen und in einen Vampir verwandelt. „Carlisle hasste so sehr, was er geworden war, dass er sich zwang, kein menschliches Blut zu trinken“, beschreibt Peter Facinelli die von ihm gespielte Figur. „Er entdeckte, dass er von Tieren leben konnte - das ist ungefähr so, wie wenn ein Mensch sich von Tofu ernährt. Nicht so schmackhaft, aber man kann damit leben.“
Und Greg Mooradian fügt hinzu: „Im Unterschied zu anderen Vampiren sehen die Cullens ihren Zustand als Fluch an – ein Fluch allerdings, den sie zu meistern gelernt haben. Wenn sie ihr Leben auf diese bestimmte Weise führen, zusammenleben und sich damit gegenseitig überwachen können, gelingt ihnen das.“ Elizabeth Reaser, Ashley Greene, Kellan Lutz, Jackson Rathbone und Nikki Reed verkörpern die restlichen Mitglieder des Cullen-Clans. Jeder der Darsteller war sich der Verantwortung bewusst, so populäre Charaktere zum Leben zu erwecken.
„Ich bin eine Leserin“, gibt Reaser zu, die durch die Hitserie „Grey’s Anatomy“ bekannt wurde und im Film Esme Cullen verkörpert. „Manchmal geistern Ideen durch meinen Kopf. Wenn sie Eingang in einen Film finden, kann das fürchterlich oder erstaunlich sein. Man hofft einfach, dass die Leute sich darauf einlassen.“ Als Ashley Greene, Alice Cullen im Film, vorsprach, gab es noch kein fertiges Drehbuch. So besorgte sie sich den Roman: „In eineinhalb Tagen hatte ich ihn gelesen, als Vorbereitung für mein Vorsprechen. Ich kann verstehen, warum die Leute so fanatisch auf das Buch reagieren. Es ist eine tolle Reihe und dieser Film der erste Vampirfilm, der sich mehr auf die Lovestory als auf Töten und Chaos konzentriert.“
Trotz der enormen Popularität des Buchs hatte Kellan Lutz, bekannt aus der Teenserie „90210“, keine Ahnung, auf was er sich eingelassen hatte, als er seine Zusage für die Rolle des Emmett gab. „Ich empfinde es als Segen, dass Stephenie Meyer Emmett so angelegt hat, wie er jetzt eben ist, und ich so geboren wurde, wie ich jetzt bin. Ich muss wirklich nicht viel dafür tun, um Emmett zu verkörpern. Das Publikum und die Fans werden das mögen und erkennen, dass ich in gewisser Weise Emmett bin. Zugegeben, Superkräfte habe ich nicht, ich kann keine Bäume hochlaufen oder ähnlich verrückte Sachen machen. Aber im wirklichen Leben bin ich ein Witzbold, ich liebe es Spaß und eine so große Familie mit Brüdern und Schwestern zu haben.“
Jackson Rathbone, der zuvor unter anderem in den Serien „The Cleaner“, „O.C., California“ („The O.C“) und „Beautiful People“ vor der Kamera gestanden hat, porträtiert den zerrissenen Jasper, ein weiteres Mitglied der Cullen-Familie. „Mich interessieren schon immer Charaktere, die mich in puncto Psyche und Persönlichkeit Extremgrenzen erfahren lassen“, sagt Rathbone. „An Jasper reizte mich dieser Aspekt von Wut, wenn man alle natürlichen Instinkte und Antriebe unterdrücken muss. Füllt man einen ikonischen Charakter mit Leben aus, hat man die Verantwortung, der Vorstellungskraft gerecht zu werden. Ein Großteil der Arbeit ist bereits erledigt, durch Stephenie Meyer, und alles lässt sich bereits in den Büchern finden.“
Wie Sarah Clarke (DREIZEHN, 2003) und Ned Bellamy (DOGTOWN BOYS, 2005) hat auch Nikki Reed bereits mit Catherine Hardwicke gearbeitet. Der Jungstar feierte sogar sein Filmdebüt mit DREIZEHN, verfasste mit der Regisseurin das Drehbuch und wirkte später auch in Hardwickes Skateboarddrama DOGTOWN BOYS mit. „Das ist ganz sicher kein Zufall“, so Reed, „dass ich nun zum dritten Mal für Catherine vor der Kamera stehe. „Wir arbeiten gut zusammen, inspirieren uns gegenseitig. Im direkten Umgang mit Schauspielern ist Catherine einfach großartig. Sie bespricht mit ihnen sogar Kostüme, Frisuren und Make-up, um sicherzustellen, dass wir alle den gleichen Menschen sehen, fühlen und mit Leben erfüllen. „Bis(s) zum Morgengrauen“ - darin liegt die große Anziehungskraft - setzt sich durch die Allgemeingültigkeit der Themen über Grenzen von Alter und Geschlecht hinweg. Es ist tiefgründig. Mich erstaunt, dass die Bücher so unterschiedliche Altersgruppen ansprechen. Meine Eltern haben alle vier Bücher gelesen. Was Bücher betrifft, ist es sehr selten, dass mein Vater und ich in derselben Welt leben. Die Bücher drehen sich um viele erwachsene Themen und Ideen - wie etwa die bedingungslose Liebe, nach der sich grundsätzlich jeder Mensch sehnt.“
Auf der anderen Seite des Vampirspektrums lauern drei sehr unterschiedliche verlorene Seelen. Es sind James, Victoria und Laurent, nomadische Blutsauger, die in das Territorium der Cullens einfallen und Bellas Leben bedrohen. „Für mich sind sie nicht wirklich böse Vampire“, gesteht Meyer. „Es sind einfach ganz normale Vampire. Einen Menschen zu töten, macht ihnen nichts aus. Denn das ist eben ihr Leben. Edi Gathegi, bekannt aus der Hitserie „Dr. House“ („House M.D.“), bringt Spurenelemente von guten Umgangsformen in die Rolle des Laurent ein. „Wir springen weit, laufen schnell, töten Menschen, haben superscharfe Augen, das ist schon irgendwie aufregend. „Laurent ist Franzose, 300 Jahre alt, er hat also Stil und etwas Klasse. Diese Vampire leben schon sehr lange. Sie haben die beste Mode getragen, die besten Bücher gelesen, sie sind hoch entwickelte, kultivierte, überlegene Kreaturen.“
Rachelle Lefevre, Darstellerin der TV-Serie „Swingtown“, ist die Femme fatale der herumstreunenden Blutsauger. „Ich habe Catherine in einem dreiseitigen, handgeschriebenen Brief ausgeführt, warum ich diese Rolle unbedingt spielen musste“, gibt Lefevre zu. „Ich erzählte ihr, warum ich Buch und Vampire so liebte, und dass ich der Überzeugung wäre, das Verlangen nach ewigem Leben würde die menschliche Existenz abwerten. Hier nämlich ist die ultimative Warnung enthalten, „vorsichtig zu sein, was man sich wünscht“. Denn dann hat alles, was einmal wertvoll war, keine Bedeutung mehr. Zeit spielt keine Rolle, die Fragilität unseres Lebens auch nicht. Man lebt jetzt zwar ewig, verliert aber das, was das Leben ausmacht.“
Der dritte nomadische Vampir ist für Bella gefährlicher als alle anderen zusammen. James, gespielt von Cam Gigandet aus THE FIGHTERS („Never Back Down“, 2008), ist Fährtenleser. Er jagt aus purer Freude daran, und seine ganze Aufmerksamkeit konzentriert sich auf Bella, die ultimative Beute, weil sie unter dem Schutz der Cullens steht. „Schurken zu spielen, das liebe ich“, gibt Gigandet zu. „Hätte ich die freie Wahl, würde ich mich immer für diese Rollen entscheiden. Das sind einfach greifbarere Charaktere.“
Für die Entwicklung ihrer übernatürlichen Figuren betrieb Meyer nur wenige Recherchen zur Mythologie der Vampire. „Horror hat mir nie etwas bedeutet“, gibt die Autorin zu. „Ich habe weder Bücher über Vampire gelesen noch Filme über sie gesehen. Wie sie im Allgemeinen bewertet werden, davon habe ich keine Ahnung. Ich wollte nur über Vampire schreiben und mir das Ergebnis nicht von anderen Geschichten verderben lassen.“
Mit diesem Ansatz, weiß Produzent Mooradian, hat Meyer diese Kreaturen völlig neu erfunden. „Das sind ganz feine Unterschiede. Vampire haben hier Spiegelbilder, können mit Sonnenlicht zurechtkommen. Es hat zwar eine Wirkung auf sie, lässt sie aber nicht zu Asche verbrennen. Ein Pflock ins Herz führt auch nicht zu ihrer Zerstörung. Sie hat mit verschiedenen Ideen wie eben diesen gespielt, hielt sich aber grundsätzlich an die überlieferte Mythologie, was wir unter Vampiren verstehen.“
Für Rachelle Lefevre sind es die Zähne, die den größten Unterschied ausmachen. „Was mir immer zu allererst einfällt, sind die Fangzähne“, stellt Lefevre fest. „Diese Vampire haben keine, und dabei ist das ein so klassisches Bild. Normalerweise haben die Opfer der Blutsauger immer ganz perfekte Bisswunden, unsere Opfer aber sehen anders aus, als wären sie von ganz normalen Schneidezähnen gerissen worden. Das ist viel blutiger und schmutziger. Und schlafen müssen sie auch nicht. Niemand liegt also im Sarg oder hängt mit dem Kopf nach unten in einer Höhle mit Fledermäusen.“
Produzent Godfrey betont, dass nicht nur die Vampire anders sind, sondern sich auch Bellas Reaktion auf sie von typischen Mustern unterscheidet. „Stephenies moderner Ansatz zeigt sich, wenn Bella herausfindet, dass Edward ein Vampir ist. Ihre Reaktion entspricht meiner Ansicht nach viel mehr dem, wie junge Menschen heute wohl empfinden. Wir sind so gewöhnt an diese schaurig-gruftigen Darstellungen von Vampiren und an die Furcht der Menschen vor diesen Kreaturen der Nacht. In unserem Film aber ist ihre Reaktion ‚Oh, das ist irgendwie cool’. Für mich macht das einen Teil des Vergnügens aus. Stephenie hat die Vampire für das Amerika von heute neu definiert.“