Von den ersten kreativen Besprechungen an hatte Kostümdesignerin Wendy Chuck eine klare Vorstellung davon, wie die Garderobe der Cullens auszusehen hatte. „Im Buch wird den Cullens ein makelloser Geschmack zugeschrieben“, erzählt die Australierin. „Sie so anzuziehen, dass sie sich unterscheiden, aber dennoch unter den Menschen in Forks nicht auffallen, war an sich schon eine Herausforderung.“
Meyer war glücklich darüber, welchen Weg die Filmemacher in Bezug auf die Kleidung der Charaktere einschlugen. „Viele denken, wenn es um Vampire geht, dann reden wir von schwarzen Staubmänteln aus Leder, die bis zum Boden reichen, von engen Kragen und Ähnlichem. Mir war bewusst, dass das eine Versuchung sein könnte“, erzählt Meyer. „Aber Catherine hat so etwas völlig abgelehnt. Wir haben uns über helle Farben, klassische Designer und solche Dinge unterhalten.“
Beim ersten Treffen mit Hardwicke stellte die Kostümdesignerin einige Ideen vor, die dem entsprachen, was die Regisseurin ohnehin schon für sich angedacht hatte. „Ich war der Ansicht, dass wir alles schon gesehen hatten - den Gothic Look, das Schwarz und diesen Bondage–Touch. Ich wollte zur Abwechslung einmal etwas völlig Neues. Ich kam immer wieder zu der Ausgangsvorstellung zurück, dass die Welt der Vampire in der Zeit stehen geblieben ist. Sie war eisig, eine gefrorene Momentaufnahme. Für mich drehte sich alles um Spiegelungen und Durchsichtigkeit, um Weiß, Silber und Grau, mit schwarzen Betonungen oder einer Kontrastfarbe wie Blau. Das waren die Ausgangspunkte für unsere Farbpalette, und zur Veranschaulichung zeigte ich Catherine einige Ausrisse aus Magazinen. Einen mochte sie ganz besonders, und wir dachten ‚Das sind die Farben eines arktischen Wolfs’. Das wurde unser kreatives Leithema in der Entwicklung der Welt der Cullens.“
In ihrem Grundansatz stellte sich Chuck den Vampir als Rockstar vor. Auf der Basis des Backgrounds der Figuren begann die Kostümdesignerin, leichte Veränderungen an den Charakteren zu deren Unterscheidung vorzunehmen. „Edward ist ein Kind der Edwardianischen Ära, trägt Schnürstiefel, elegante Hosen und wirklich klassische Formen und Stilmittel dieser Zeit. Alice soll eine Elfe sein, ich stellte mir als Referenzfigur immer Alice im Wunderland vor. Sie einzukleiden, fiel mir leichter. Das lag allein an Ashley, die großartig in Kleidern aussieht. Bellas Stil entwickelte sich allmählich. Wenn sie sich Edward und den Cullens näher verbunden fühlt, beginnt sie mehr Blau zu tragen.
Die nomadischen Vampire trugen grobere, unruhiger wirkende Outfits. Hier lag der Gedanke zugrunde, dass sie Trophäen sammelten. „James ist der wilde, tödliche Vampir“, führt Wendy Chuck aus. „Seine Lederjacke fällt auf durch ihre Verzierungen, durch Abzeichen und andere Sachen. Er ist ein Killer, Töten ist für ihn eine Art Sport. Deshalb sammelt er all diese Sachen, trägt sie auch voller Stolz. Rachelle ist bildschön und perfekt für die Rolle der Victoria. Wir entschieden uns, dass sie etwas von einem Tier tragen sollte, aber keinesfalls Leder. Pelz kam auch nicht in Frage, aber dann stieß ich auf dieses Schaffell, das ich so bearbeitet habe, dass sie es auf unterschiedliche Art tragen konnte. Und schließlich bekam sie auch richtige, echte Rockstar-Jeans.“
„James und Victoria haben diese Anhänger und Schmuckstücke, Glitzersachen eben, die wir uns zulegen und die so offensichtlich zuvor von anderen getragen wurden“, erklärt Rachelle Lefevre. „Ich habe da zum Beispiel ein Armband, das aussieht, als hätte ich es einer alten Frau weggenommen. Sieht man aber genauer hin, wirkt es eher wie Schmuck, den man einem kleinen Mädchen schenken würde. Wir haben jede Menge von solchem Schnickschnack.“
Nachdem Stephenie Meyer im Internet nach den regnerischsten Regionen Nordamerikas gesucht hatte, entschied sie sich für Forks, im Bundesstaat Washington, als Heimatstadt Bellas. Es war von elementarer Bedeutung, dass die Cullens sich in einer Gegend niederlassen, in der es kaum direktes Sonnenlicht gibt. Denn die Sonne verrät, dass die Cullens nicht menschlich sind. Auf ihrer ausgiebigen Suche nach dem perfekten Drehort für diesen feuchten, dunklen, tristen Ort kamen die Filmemacher nach Oregon. Hier ähnelten die klimatischen Bedingungen jenen aus Forks, und es gab viele Fachkräfte mit Erfahrung im Filmemachen.
„Der Schauplatz des Films wurde zu einem zentralen Charakter“, erklärt Hardwicke. „Das gehörte zu den Dingen, die sich für uns wirklich als vorteilhaft erwiesen. In diesem konkreten Fall ist es der Regenwald auf der Olympic Halbinsel, ein ikonischer Ort im Film, an dem sich klimatische Gegebenheiten und Wunder der Natur vermischen. Das Moos und die tropfenden Bäume am Wohnort der Cullens, der fast aussieht wie ein sehr cooles Baumhaus, und dann Nebel und Regen, die sich im Grunde nie verziehen.“
48 Tage wurde vor Ort gedreht. Sie erwiesen sich als anstrengender, als die Produzenten erwartet hatten. „Rein körperlich war dieser Dreh wirklich schwierig“, erinnert sich Greg Mooradian. „Es gibt so viele wunderbare Locations in Oregon, aber nicht immer findet man sie direkt neben einem Parkplatz. Wir mussten oft tief in die Wälder vordringen und unsere ganze Ausrüstung mitnehmen. Man muss in der Lage sein, optimale Lichtverhältnisse herstellen zu können. Das war extrem problematisch, außerdem spielte das Wetter in Portland verrückt, dort verändert sich das Wetter bis zum Mittag viermal. Und bei Außenaufnahmen kann das wirklich eine große Herausforderung sein.“
Die Schauspieler waren perfekt gekleidet und getarnt für den düsteren Nordwesten, jetzt benötigten sie nur noch ein wenig Unterstützung bei ihren vampirischen Superkräften, um die Verwandlung zu vollenden. In TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN gibt es eine Fülle erstaunlicher Stunts, für die Andy Cheng, Regisseur des 2. Aufnahmeteams und Stuntkoordinator, verantwortlich zeichnet. Um die außerordentlich akrobatischen Superkräfte der Vampire für die große Leinwand realisieren zu können, entschied sich Cheng für den effektivsten Weg: die Arbeit mit Drähten. „Während der Vorbereitungsphase und auch noch während der Dreharbeiten diskutierten Catherine und ich immer wieder darüber, in welcher Form wir die Kräfte der Vampire zeigen sollten. Wir einigten uns darauf, dass sie sehr schnell laufen konnten, aber nicht so schnell wie der Blitz. Außerdem sollten sie sehr weit springen können, weshalb ihre Bewegungen katzenähnlich sein mussten. Mit Drähten kann man das sehr gut bewerkstelligen und dann die Feinheiten digital realisieren.“
Produzent Wyck Godfrey findet nur lobende Worte für Cheng: „Er ist der Richtige für diesen Job, einfach der Beste. Er weiß genau, wie seine Drahtsysteme funktionieren und was man mit ihnen erreichen kann. Bei seiner Arbeit steckt er voller Energie, das war sehr wichtig für Catherine. Sie konzentriert sich gerne auf die Darsteller, die Beziehungen und die Lovestory, deshalb war es von unschätzbarem Wert, dass sie jemanden im Team hatte, dem sie vertrauen, an den sie glauben konnte, wenn es darum ging, die außergewöhnliche Action in diesem Film möglich zu machen.“
Um den Eindruck zu erwecken, dass die Schauspieler mit übermenschlicher Geschwindigkeit rannten, nutzte Cheng ein Hilfsmittel, das er den „Magic Carpet Ride“ nennt. Dabei handelt es sich um eine Stunt-Apparatur, die über den Boden gezogen wird. Wenn man jetzt mit einem Teleobjektiv mit langer Brennweite oder von der Seite filmt, sieht man die Figuren nur vor dem jeweiligen Hintergrund – ob sie nun gehen oder rennen. Wenn man jetzt den Figuren beim Laufen zusieht, wirkt das, als würden sie über die Leinwand fliegen. Dann ensteht dieser gewünschte Eindruck von Übernatürlichkeit.“