Als Underworld (Underworld, 2003) in die Kinos kam, waren die Zuschauer auf der ganzen Welt von dieser bildgewaltigen Saga um einen Jahrhunderte andauernden Krieg zwischen zwei unsterblichen Rassen hingerissen. Ruchlose Vampire und wilde Werwölfe kehrten in der Fortsetzung Underworld: Evolution (Underworld: Evolution, 2006) zurück und das Publikum war erneut begeistert von der eleganten visuellen Ästhetik, den furchterregenden Figuren und der überwältigenden Action.
Nun nimmt UNDERWORLD: AUFSTAND DER LYKANER die Fans fast ein Jahrtausend mit zurück zum Beginn dieses epischen Konflikts. Der Film, der von den beiden langjährigen Freunden Len Wiseman und Kevin Grevioux ersonnen wurde, enthüllt alle Geheimnisse, die noch im Herzen der Underworld-Saga um diesen ewigen Kampf verborgen waren. Wiseman, der Regisseur der ersten beiden Teile, übernahm diesmal die Aufgabe des Produzenten und Grevioux kehrt zum dritten Mal in seiner Rolle als lykanischer Vollstrecker Raze auf die Leinwand zurück. „Die Geschichte war schon seit jeher eine treibende Kraft für Underworld“, sagt Wiseman. „In der Vergangenheit bekamen wir eine kleine Ahnung davon, wie alles begonnen hat. Jetzt waren wir endlich in der Lage, die ganze Geschichte auszuspielen – mit den Death Dealern und ihren Rüstungen, den Pferden und jeder Menge Werwölfe.“
Schon bevor der erste Film gedreht wurde, erschufen die beiden eine komplexe Mythologie für ihre Antihelden, die aus Vampiren und Werwölfen bestand. „Kevin und ich hatten schon von Anfang an eine Trilogie im Sinn“, erläutert Wiseman – mittlerweile ein gefragter Regisseur von Filmen wie Live Free or Die Hard (Stirb langsam 4.0, 2007). „Damals haben wir uns entschlossen, mit dem Mittelstück der Zeitlinie zu beginnen und es ist ziemlich cool, dass wir nun das Prequel drehen konnten, über das wir schon so lange gesprochen hatten.“
„Ein großer Teil der Underworld-Geschichte besteht aus den Ereignissen, die in den vergangenen acht Jahrhunderten stattgefunden haben und das maßgeblich beeinflussen, was in unserer Gegenwart geschieht“, ergänzt der Produzent Richard Wright. „Es gibt lange Sequenzen in dem ersten Film, die nur dem Hintergrund der Story geschuldet sind. Und im zweiten Film ist der Besuch in der Zufluchtsstätte von Tannis ein achtminütiger Verweis auf die Hintergrundgeschehnisse.“
Grevioux schrieb schließlich das erste Drehbuch zusammen mit Danny McBride. „Len wollte einen Werwolffilm drehen und fragte mich, ob ich irgendwelche Ideen hätte“, erinnert er sich. „Als wir dann zusammen die Figuren und die Struktur erarbeiteten, dachten wir uns: ,Wie wäre es mit einer Romeo-und-Julia-Geschichte, nur mit Vampiren auf der einen und mit Werwölfen auf der anderen Seite?‘ Wir haben uns dann entschlossen, die Perspektive zu verändern, mit der Werwölfe und Vampire normalerweise heute gesehen werden, haben die traditionellen Mythen über Bord geworfen und eine eher wissenschaftliche Basis für ihre Existenz erfunden.“
UNDERWORLD: AUFSTAND DER LYKANER wandelt nun auf den Spuren des Ursprungs dieser jahrhundertealten Rivalität zwischen den Lykanern und den Vampiren – bis hin zu den Anfängen im Mittelalter und einer verbotenen Beziehung. Lucian (Michael Sheen) ist der erste Lykaner, eine Kreatur, die in der Lage ist, sich jederzeit von einem Werwolf in einen Menschen und wieder zurückzuverwandeln. Sonja (Rhona Mitra) ist ein Death Dealer und die Tochter von Viktor (Bill Nighy), einem der mächtigsten und ältesten der Vampire. „Ihre Beziehung führt direkt zu dem Aufstand der Lykaner gegen die Vampire“, erklärt Grevioux. „Alles dreht sich nur um die Tatsache, dass Sonja und Lucian ineinander verliebt sind. Obwohl Sonja die Tochter von Viktor ist, wächst dieses unkontrollierbare Band zwischen ihnen. Allein dies unterscheidet die Geschichte schon massiv von den ersten beiden Filmen.“
Zum ersten Mal in der Geschichte der Reihe hat Len Wiseman die Verantwortung als Regisseur jemand anderem übertragen: Patrick Tatopoulos, der Schöpfer der fantastischen und schreckenerregenden Kreaturen des ersten und der Produktionsdesigner des zweiten Teils, wurde als Nachfolger ausgewählt. Auch wenn Wiseman glücklich darüber war, den Stab an jemanden abzugeben, der bei der Erschaffung der Reihe eine Schlüsselrolle spielte, war es für den Filmemacher doch ein seltsames Gefühl, einen anderen im Regiestuhl sitzen zu sehen: „Ich habe die Produktion von einem anderen Platz aus verfolgt, aber weil Patrick und mich eine sehr enge Freundschaft verbindet und wir zusammen an dieser Reihe gearbeitet haben, war die Atmosphäre zwischen uns sehr angenehm.“
Tatopoulos selbst sieht es als durchaus logischen Schritt an, dass er mit UNDERWORLD: AUFSTAND DER LYKANER nun sein Regiedebüt gibt: Es ist der erste Film der Reihe, der in erster Linie aus der Perspektive von Lucian erzählt wird. „Ich habe den Werwolf für die ersten beiden Teile geschaffen“, sagt der Regisseur. „Und die Geschichte nun aus der Sicht des Werwolfs weiterzuerzählen war großartig für mich. In der Vergangenheit haben wir schon Werwölfe gesehen, aber ihre Präsenz war nicht wirklich überwältigend. In diesem Fall handelt es sich um einen gewaltigen Krieg mit richtigen Horden. Das Prequel gibt der ganzen Geschichte einen neuen Dreh, der mir half, eine andere Struktur für den Film zu entwerfen.“
Bill Nighy spielt erneut Viktor, den Ältesten der Vampire, und er lobt den Glauben der Filmemacher an die Reihe – und die Tatsache, dass sie mit UNDERWORLD: AUFSTAND DER LYKANER nicht nur einen weiteren Vampir-Actionfilm gedreht haben. „Len Wiseman, Danny McBride und Richard Wright sind viel mehr als nur Enthusiasten“, sagt er. „Sie sind Gläubige. Sie biedern sich dem Publikum nicht an. Man kann natürlich zynisch sein und einen Vampirfilm von der Stange drehen. Aber ich glaube nicht, dass der dann so viel Erfolg hätte wie das Werk eines Gläubigen.“
„Die Jungs lieben den Vampir-Mythos und sie kennen sich mit den Gesetzmäßigkeiten der Vampire genau aus“, fährt er fort. „Ich liebe es, wenn Vampire technisch werden. Ich liebe es, einen Vampir zu sehen, der Blut auf eine kultivierte Art schlürft. Und die moralischen Fragen werden mit genauso viel Respekt behandelt wie in jeder anderen Geschichte.“