Die Filmemacher von UNDERWORLD: AUFSTAND DER LYKANER waren begeistert davon, dass sie ein weiteres Mal genau die Besetzung versammeln konnten, die einige der unvergesslichen Figuren der Underworld-Serie zum Leben erweckt hatten. Darunter sind einige der beliebtesten und besten britischen Schauspieler. „Ich hatte keine Ahnung, ob wir es schaffen würden, eine solche Besetzung wieder zusammenzubringen“, gibt Len Wiseman zu. „Und ich war begeistert, dass wir so viele von ihnen tatsächlich wieder bekommen haben.“
Das Drehbuch erläutert die jahrhundertelang andauernde Feindschaft zwischen den Gegnern Lucian (Michael Sheen) und Viktor (Bill Nighy) mit dramatischen Wendungen, die die Erwartungen der Fans übertreffen werden. „Weil beide Charaktere so komplex sind, war es toll, dass wir sie für das Prequel in einem Kontext der historischen Vergangenheit wieder aufleben lassen konnten“, sagt Wright.
Sheen, BAFTA-nominiert für seine Rollen in The Queen (Die Queen, 2006) mit Helen Mirren, spielte seine Rolle in allen drei Filmen und schlägt nun den Bogen vom vermeintlichen Erzschurken zum Held. „Etwas, dass Michael immer mit zur Arbeit bringt, ist seine Leidenschaft“, sagt Patrick Tatopoulos. „Es gibt nichts, was ihm entgeht – jedes Detail seiner Figur ist präzise herausgearbeitet.“
Sheens Ko-Star Bill Nighy pflichtet ihm bei: „Michael ist einer der wenigen Schauspieler, die jede Rolle mit viel Intelligenz, Witz und großer Kraft anreichern. Niemand in der Geschichte des Kinos spielt einen Werwolf so brillant und kraftvoll wie Michael Sheen. Und ich sage das mit absolutem Vertrauen.“
Nachdem Lucian in Underworld: Evolution sterben musste, war Michael Sheen froh über die Gelegenheit, die Figur doch noch einmal spielen zu können. „Dadurch habe ich die Chance, die Geschichte zu zeigen, über die wir im ersten Film sprachen“, sagt der Schauspieler. „Am Anfang denkt man, er sei der Bösewicht, aber dann bekommt man mehr Informationen über ihn. Die Idee, die Entwicklung dieser Figur zu zeigen, war für mich sehr attraktiv.“
Nachdem er diese Figur in der Vergangenheit zweimal gespielt hatte, konnte Sheen nun eine weitere Seite erforschen. „Einer der Aspekte, die mich am meisten interessiert hat, war die Idee von Lucian und seiner Beziehung zu dem Tier in ihm“, fährt Sheen fort. „Viktor hat den kleinen Jungen Lucian benutzt, um mehr Lykaner zu erschaffen. Lucian war durch diese Erfahrung so verstört und traumatisiert, dass er heftig gegen das Tier in ihm reagiert hat. Bis zum Beginn unserer Geschichte hat er sein Leben damit verbracht, Werwölfe zu töten.“
„Das führt Lucian zu einer unglaublichen inneren Reise“, erläutert er weiter. „Beim Versuch, Freiheit zu finden, muss er etwas in sich akzeptieren, das er sein ganzes Leben lang gemieden hat. Und das bringt die Geschichte weiter als ein reiner Mythos.“
Lucian beweist sich in UNDERWORLD: AUFSTAND DER LYKANER auch erstmals als Anführer, beobachtet Sheen: „Er ist jemand, der Menschen zu einer Bruderschaft inspirieren kann, auch wenn sie dies vorher niemals gefühlt haben.“
Der Film enthüllt auch eine neue Seite von Viktor, dem Anführer der Vampire, der auch in den anderen beiden Filmen schon eine zentrale Rolle gespielt hat. „Wir sehen, warum Viktor so geworden ist, wie wir ihn im ersten Film erlebt haben“, sagt Wiseman. „Bill spielte Viktor mit einem Ansatz, der sich von dem unterschied, den ich selbst im Drehbuch erkannt habe. Er brachte einen Ton mit in die Figur, den ich sehr liebe. Und ich glaube, die Zuschauer werden von seinem Ansatz begeistert sein.“
Auch Tatopoulos lobt Nighys unglaublichen Aufwand, den er für diesen Part betrieb. „Man konnte nicht ahnen, was als Nächstes passiert, aber wir mussten mit allem rechnen“, lacht der Regisseur. „Bill schafft es, innerhalb einer Sekunde von einem lächelnden zu einem verzerrten Gesicht zu wechseln. Er hat eine Figur in der Tradition des Grand Guignol geschaffen. Das macht ihn ebenso furchteinflößend wie attraktiv.“
Nighys lange Karriere auf der Bühne sowie im Kino und Fernsehen hat ihn zu einem der angesehensten Schauspieler Großbritanniens gemacht und er fühlt sich seiner Rolle als Vampirfürst ebenso verpflichtet wie seiner Bühnenarbeit. „Vampire sind schon dadurch, dass sie Vampire sind, cool“, bringt er es auf den Punkt. „Als Vampir-Älterster kann ich knurren, spotten und sogar gefoltert werden. Er hat zwei Gesichter, was viele Dinge betrifft. Man glaubt manchmal, dass er fähig ist, auf eine Art normal zu fühlen, aber emotional verkrüppelt ist. Er ist ein Mann, der das Blut seiner Tochter trinkt und dann arrangiert, dass sie bei lebendigem Leibe geröstet wird.“
Viktor ist in UNDERWORLD: AUFSTAND DER LYKANER noch relativ jung und das bedeutete für Bill Nighy, weniger Stunden im Make-up-Stuhl zu verbringen. „Ich habe für den ersten Teil jeweils sechs Stunden lang prothetisches Make-up aufgetragen bekommen, weil ich hunderte von Jahren geschlafen habe und darum sozusagen etwas fleischlos war“, erinnert er sich. „Ich musste auch noch einen bodenlangen Samtrock tragen. Es geschieht nicht oft, dass das passiert und es fühlte sich sehr befreiend und funky an. Ich bin im Herzen ein Schotte, also ist es legitim, dass ich einen Kilt trage. Nicht, dass ich das oft tun würde. Aber einmal war es so und ich war überrascht, wie befriedigend sich das anfühlt.“
Die Schauspielerin Kate Beckinsale hinterließ mit ihrer kämpferischen Darstellung der Death Dealerin Selene in den ersten beiden Kapiteln der Underworld-Reihe einen unvergesslichen Eindruck. Rhona Mitra war ursprünglich besorgt darüber, in einem neuen Teil mitzuspielen, der sie dann als, wie sie sagt: „nur eine andere britische brünette Aktrice zeigen würde. Aber als ich verstanden hatte, dass es sich hier um ein Prequel mit einem völlig anderen Zugang die Figur betreffend handelte, war ich mir sicher, dass ich für mich etwas Eigenes herausarbeiten konnte.“
Die Filmemacher loben die Fähigkeit von Mitra, die widersprüchlichen Seiten von Sonjas Persönlichkeit so präzise einzufangen. „Es war sehr schwer jemanden zu finden, der mit der Entschlossenheit eines Death Dealers vorgehen kann, aber auch eine verwundbare Seite hat“, sagt Wiseman. „Es ist nicht einfach, dies so tiefgründig darzustellen wie Rhona es getan hat.“
Die Figur erinnert Tatopoulos dennoch auf vielerlei Arten an Selene. „Sonja ist für mich der Archetypus von Selene“, sagt er. „Sonja ist eine Kriegerin, aber sie hat auch etwas sehr Zerbrechliches. Sie ist definitiv eine starke Kämpferin, aber sie ist auch sehr emotional. Und sie kann sehr sensibel sein.“
Eine Vampir-Attentäterin zu spielen war für Rhona Mitra eine völlig neue Erfahrung. „Diese Rolle unterscheidet sich von allem, was ich vorher gespielt habe“, sagt sie. „Sie ist unglaublich kraftvoll. Sonja ist eine sehr leidenschaftliche Frau, die alle Qualitäten einer Kriegerin verkörpert, aber sie ist auch wunderbar feminin. Und das ist sehr verführerisch und verlockend.“
Auch wenn sie als Neuling zur Underworld-Reihe stieß – dank ihrer Kollegen fühlte sich Rhona Mitra am Set gleich wohl. „Ich habe vorher noch nie mit Bill oder Michael gearbeitet. Bill ist auf seine Art ein wahrer Rockstar. Er gibt sich auf eine so brillante und elegante Weise der Welt der Vampire hin. Und Michaels Vorbereitung auf seine Rolle ist beispielhaft. Man sagt in unserer Branche immer gern: ,Oh, ich bin so dankbar, es war eine solche Ehre‘ … aber hier war das wirklich der Fall. Die Messlatte lag hoch und ich musste dem gerecht werden.“
Als Kevin Grevioux das komplexe Universum für Underworld schuf, kreierte er dabei auch einen Part für sich selbst: Lucians Leutnant Raze. In UNDERWORLD: AUFSTAND DER LYKANER hatte er nun die Gelegenheit, die Ursprünge der Figur zu erforschen. „In dieser Geschichte erklären wir nun endlich, wie er zu einem Lykaner wurde und warum er diese ganz besondere Beziehung zu Lucian hat“, sagt Grevioux. „Raze war jemand, dem Lucian komplett vertraut hat, ein mächtiger Mensch unter den Sklaven – darum wollte Lucian ihn auch in seiner Familie von Lykanern haben.“
Steven Mackintosh spielt erneut Tannis, den Archivar der Vampire. „Ich musste keine Figur von Grund auf neu erschaffen“, sagt der Schauspieler. „Aber es gibt einen Unterschied. In seiner früheren Version ist Tannis etwas anders. Wenn wir ihn in Underworld: Evolution kennenlernen, lebt er schon lange in seinem Versteck ein etwas verschwenderisches Leben. Ich betrachte ihn gern als Hugh Hefner der Vampire in dieser Zeit.“
Der wieder zusammengeführte Cast gewöhnte sich sehr schnell an den neuen Regisseur. „Patrick ist erfrischend egofrei“, sagt Sheen. „Es war toll, ihn dabei zu beobachten, wie er bei diesem Film seine Rolle fand und das ganze Ding übernommen hat. Und natürlich hat er auch seinen brillanten Sinn für Visualität eingebracht. Der Film sieht umwerfend aus.“
Auch der Schauspiel-Veteran Bill Nighy lobt Tatopoulos in den höchsten Tönen. „Ich kann nicht genug von Patrick schwärmen – er war absolut brillant. Ich habe schon nach der ersten Hälfte des ersten Drehtages vergessen, dass das hier seine erste Regiearbeit ist. Er war makellos und unglaublich zuvorkommend. Er ist charmant, scharfsinnig und smart. Und sein Hintergrund als Produktions-, Special Effects- und Creature Designer passte auch hervorragend zu uns.“
Rhona Mitra schließt: „Es war einfach wundervoll, weil er eine so enge Beziehung zu seiner Mannschaft hat. Das führte zu einer sehr fröhlichen Atmosphäre am Set. Jeder wurde respektiert. Ich glaube, seine Bescheidenheit geht mit seiner Fähigkeit einher, den Menschen zuzuhören und auf ihre Bedürfnisse einzugehen.“