Um die letzten schönen Herbsttage 2007 auszunutzen, begannen die Dreharbeiten zu „Mord ist mein Geschäft, Liebling“ an der italienischen Riviera in Portofino und im Nachbarort Santa Margherita Ligure. Dort befindet sich das Hotel Lido Palace mit Meerblick, wo Enthüllungsautor Enrico Puzzo (Franco Nero) sich vor der Öffentlichkeit versteckt. Auch die Villa des Mafiabosses Marino (Günther Kaufmann) liegt ganz in der Nähe an der Küste.
Dann zog die Crew nach Berlin um, wo ein Großteil des Films spielt. Die Studioaufnahmen fanden in Babelsberg/Potsdam statt.
„Wir hatten im Sommer 2007 ,Die Welle‘ in Wedding und in Potsdam gedreht“, berichtet Christian Becker. „Ich war ganz begeistert, wie toll man hier drehen kann, wie gut das Studio Babelsberg unter dem neuen Management geführt wird, wie reibungslos die Zusammenarbeit mit der Förderung funktioniert – da beschlossen wir, auch ,Mord ist mein Geschäft, Liebling‘ hier zu drehen: Das ist genau der richtige Look, diese Stadt lebt und pulsiert, das wollten wir einfangen. Berlin erscheint in unserem Film teilweise durchaus anders, als wir es aus dem Kino kennen.“
Größtenteils drehte das Team die Innenaufnahmen an Originalschauplätzen – Hotelzimmer, die Kirche im Finale, die Verlagspressekonferenz.
Das Verlagsbüro von Kimbel & Sohn, in der die Pressepräsentation von Enrico Puzzos neuem Buch stattfindet, richtete man in einem Verwaltungsgebäude direkt am Roten Rathaus ein – hauptsächlich wurde nachts gedreht, denn tagsüber musste es weiterhin für die normale Nutzung zur Verfügung stehen. Die großen Bürosets baute das Ausstattungsteam außerhalb von Berlin in einem nicht mehr genutzten Krankenhausgebäude.
Die Aufnahmen im modernen Hotel fanden im Hotel Concorde in Kudammnähe statt. Und die Innenaufnahmen der Hotelräume des italienischen Lido Palace entstanden ebenfalls am Kurfürstendamm in dem ehrwürdigen Hotel Cumberland-Haus.
Zu den Studioaufnahmen in Babelsberg gehören zum Beispiel Tonis Luxus-Hotelsuite mit allen technischen Schikanen wie dem ausfahrbarem Wasserbett.
„Wir setzen natürlich ganz bewusst auf Anleihen an das Design der 1960er-Jahre“, berichtet Sebastian Niemann. „Das Produktionsdesign verantwortet Matthias Müsse. Mit ihm und Kameramann Gerhard Schirlo arbeite ich seit Filmhochschulzeiten zusammen und wir sind ein eingespieltes Team. Uns war es wichtig, einen ganz eigenen Look für den Film zu entwickeln. Wir wälzten viele Bücher über Designs der 1950er/1960er Jahre, von denen wir uns inspirieren ließen: damals modische Natursteinwände, Möbelformen, Applikationen etc. Doch wir wollten nicht einfach eine Kopie der alten Zeiten; wir wollten das Lebensgefühl und den Stil in unsere heutige Zeit transportieren. Ein einfaches Beispiel: Auch Rock Hudson verfügte damals über ein automatisch ausfahrbares Bett und einen Plattenspieler, der selbsttätig Schmusemusik einschaltet. Wir überlegten, wie würde man das heute lösen? Entsprechend gibt es das in Tonis Hotelsuite – heute ist das natürlich ein computergesteuertes Controlpanel mit MP3-Player. Wir haben uns sehr viele Gedanken über das Design gemacht, aber mir war wichtig, dass es immer eine Beiläufigkeit behält und eine Farbe ist, die sich in unsere Zeit einfügt.“
In Brandenburg drehte das Team beispielsweise die Verfolgungsjagd und die Außenansicht einer Kirche im Potsdamer Umland, in der Julia und Bobfried heiraten sollen. Das furiose Finale findet nämlich in einer alten Kirche auf dem Lande statt, wobei man sich aber für die langwierigen und sehr aufwändigen Innenszenen eine alte Backsteinkirche im Berliner Zentrum aussuchte. Um die Szenen möglichst spektakulär zu machen, wurde die Kirche extra komplett umgebaut: Zinnenaufsätze auf die Balustraden und Wandverkleidungen, um diese Ausstattungselemente für Einschüsse präparieren zu können. Eine Kanzel wurde errichtet, die zerschossen und umgestürzt wurde. Ein gewaltiges Kreuz, welches von der Decke fällt usw.
„Ich bin kein Waffenfetischist“, sagt Niemann. „Aber so etwas macht natürlich immer Spaß. Denn ,Mord ist mein Geschäft, Liebling‘ ist nicht nur eine romantische Komödie, sondern es wird auch viel geschossen – was mit dem Umstand zusammenhängt, dass die Hauptfigur ein Killer ist. In der riesigen Kirche treffen alle Parteien aufeinander – es kommt zu einem bleihaltigen Showdown, bei dem Hunderte von Platzpatronen verballert wurden.“
Über die Stunts berichtet Produzent Becker: „Dazu sind lange Proben nötig – ob für die Autoverfolgungsjagd oder für die Kirchenszene. Wir haben uns stets bemüht, das alles so gut durchzusprechen, dass nichts passieren konnte. Es gibt da wirklich waghalsige Szenen: Die Kanzel bricht ab und der Stuntman fällt nach vorn heraus, einer wird vom Kreuz erschlagen – das sieht alles sehr gefährlich aus. Aber aufgrund der Proben und mit Unterstützung unserer tschechischen Stuntleute hat es wirklich perfekt geklappt.“