Meine Figur heißt Karl und ist ein bisschen das Nesthäkchen von Trudi und Rudi. Ein Ma-makind, der nach Tokio gegangen ist, um von der Mutter weg zu kommen, weil er so an ihr gehangen hat. Der Karl kommt auch mit seiner Sexualität nicht ganz klar. Er will’s auch gar nicht wissen, trinkt viel, hat sich zurückgezogen. Die Japaner arbeiten auch Samstag, Sonntag durch. Ich habe noch nachts um 3 Uhr die Leute im Büro arbeiten se-hen. Das ist ein Verstecken in der Arbeit, da geht man unter in der Masse der Arbeiten-den, und das hat der Karl gesucht.
Wie ging es Ihnen bei den Dreharbeiten in Japan?
Das war der schönste Dreh, den ich bisher hatte. Ich werde das nie vergessen: wir waren in dem Nudelrestaurant und hatten gar keine offizielle Drehgenehmigung. Unser Kameramann hat die kleine Video-Kamera auf den Tisch gestellt - Elmar und ich ihm gegenüber auf der anderen Tischseite ... Doris hat für alle Nudelsuppe bestellt, dann hat der Kameramann angefangen, zu essen und währenddessen gedreht. Ich hab noch nie gesehen, dass ein Kameramann während des Drehens nicht durch seine Kamera geschaut hat. Doris hat die ganze Zeit mit dem Besitzer geredet, und wir haben die Szene drei-, viermal durchgespielt, während die beiden diskutiert haben. Das war eine dreiseitige Szene mit fünf Leuten und das ging dann so schnell.